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Medienarchiv

DB-Nummer: 85
10.20379/dbaud-0085

Günter Grass und Martin Walser im Gespräch (1+2)

Im Radiodialog zwischen Günter Grass und Martin Walser werden folgende Aspekte angesprochen: Bewertung des aktuellen Standes der deutschen Einheit / Einordnung der jeweiligen Position durch Presse und Kritik in das Rechts-Links-Schema: Diffamierungen und Verletzungen durch Vereinfachungen / Asylpolitik seit 1989: Probleme in der bisherigen Praxis, Instrumentalisierung im Wahlkampf, Änderung des Asylrechts, Asylbeschluß der SPD / Ausländerfeindlichkeit / Grass: Haß im Umgang miteinander als deutsche Besonderheit / Einwanderungsgesetz, Wahlrecht für in Deutschland lebende Ausländer, Änderung des Staatsangehörigkeitsprinzips / "Seit vier Jahren sind wir souverän, seit vier Jahren wächst uns - ob wir es wollen oder nicht - eine größere Bedeutung zu und dennoch benehmen wir uns schwankend zwischen sich Kleinmachen und Größenwahn." (Grass) / Die deutsche Vereinigung vor dem Hintergrund der NS-Vergangenheit (Auschwitz) / Grass: Verfassungsbruch bzw. Verfassungsbeugung nach der Vereinigung, denn § 146 des Grundgesetzes wurde nicht beachtet [Dem deutschen Volk ist im Fall einer deutschen Einheit eine Verfassung zur Abstimmung vorzulegen] / Zum Verfassungsentwurf der Gruppe um Wolfgang Ullmann (Bündnis 90/Die Grünen) / Zur Arbeit der Treuhand und zur Privatisierung der DDR-Wirtschaft / Walser: forcierte Privatisierung war notwendig zur Herstellung der Wettbewerbsfähigkeit / Grass: seit 1989 Ellbogenmentalität und Manchester-Kapitalismus, Kritik an mangelnder Kontrolle der Berliner Treuhand / Walser: Erfahrungen bei einem Besuch in Magdeburg / Bewertung der Politik von Bundeskanzler Helmut Kohl / Zu den Begriffen "Nation" und "Aufklärung" / Zukunftsperspektive.



Urtitel:
Günter Grass und Martin Walser: Ein Gespräch über Deutschland
Anfang/Ende:
(Anmoderation) Auf Initiative von…fast vergangener Krankheiten ( Abmoderation, Trailer, Veranstaltungshinweis)
Genre/Inhalt:
Politik
Präsentation:
Gespräch
Historischer Kontext:

Mehr als 12 Jahre haben Günter Grass und Martin Walser nicht mehr miteinander gesprochen, bevor sie sich nun zu einem "Gespräch über Deutschland" vor dem NDR-Mikrophon zusammenfanden. Beide Schriftsteller haben sich in ihrem belletristischen Werk wie in ihren essayistischen Einlassungen immer wieder mit Deutschland, der nationalen Frage, auseinandergesetzt. Mit der Wende schienen sich ihre Positionen zu polarisieren: Während Martin Walser in einer vielbeachteten Rede bereits 1988 seinem "Geschichtsgefühl" für eine nationale Einheit der Deutschen Ausdruck gab, plädierte Grass vom Zeitpunkt des Mauerfalls an für eine behutsame, schrittweise Konföderation und polemisierte in Reden und Aufsätzen gegen die Politik der raschen Vereinigung in Währungs- und Politikunion (vgl. Radiotip).

Schlagworte:

Person:
Walser Martin; Kohl Helmut
Sach:
Wiedervereinigung; Asyl; Nation; Wirtschaftspolitik
Geo:
Deutschland
Aufnahme:

Aufnahmedatum:
16.09.1994
Datum Erstsendung:
07.10.1994
Sprachen:
deutsch
Betriebsarten:
Mono
Original:

Originallänge:
00:53:00
Kopie:

Länge der Kopie:
00:53:50
Tonträger:
CD
Datenformat Sichtung:
mp3
Datenformat Archiv:
WAV
Herkunft:

Sender / Institution:
Südwestrundfunk (SWF)
Sendereihe:
S2 Forum
Archivnummer:
0181971(1)/0179237-102(2)
Teilnehmende:

Person:
Lohr, Stephan (Interviewpartner)
Person:
Grass, Günter (Beitragende(r))
Person:
Walser, Martin (Beitragende(r))
Person:
Scherf, Henning (Beitragende(r))

Zitieren

Zitierform:

Günter Grass und Martin Walser: Ein Gespräch über Deutschland.

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