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Medienarchiv

DB-Nummer: 314
10.20379/dbaud-0314

Gespräch mit Günter Grass : Erlanger Tagung der Studentenbühnen. Erfahrungen mit der Bühne. Das Publikum. Brecht. Das absurde Theater.

- Bedeutung der Tagung in Erlangen für Grass? Stück (10 Minuten bis Buffalo) wird gespielt; Grass hat beste Erfahrungen mit den Studententheatern gemacht; Grass lobt das aufmerksame, kritische und dankbare Publikum; - Ist das studentische Publikum besonders aufgeschlossen gegenüber Grass' Theaterstücken? Publikum gibt die Möglichkeit, die Stücke auszuprobieren, wie auch Brecht es getan hat; deutsches Studententheater hat die Chance wahrgenommen, viele zeitgenössische Autoren auf die Bühne zu bringen; - War Grass bei vielen Proben dabei? Grass: bei einigen (in Frankfurt), bei diesem Stück aber nicht; Entwicklung bei oft gleichen Schauspielern ist in der Aufführungsgeschichte der Grassschen Stücke erkennbar; - Vortrag von Wolfgang Hildesheimer über das absurde moderne Theater bei dieser Tagung hat großen Beifall bekommen; ist grade das studentische Publikum besonders aufnahmefähig für das absurde moderne Theater? grass: es gibt Gegenstimmen und -bewegungen (engagiertes, ideologisches, zeitkritisches Theater, von Brecht hergeleitet); Diskussion sollte aufgelockert werden; - harte Polarisierungen absurdes vs. engagiertes Theater? Vorträge und Diskussionen sollen weiterverfolgt werden; - Tonband, das Herr Hunger aus dem Brechtarchivpräsentiert hat: Grass: Aufnahme von Probe hat Grass auch zum ersten Mal gehört doch hat nicht viel Neues gebracht; Hunger versucht, einen Mythos um Brecht aufzubauen; - nächste Arbeiten von Grass? Roman, Thema steht fest; - War Grass einverstanden mit der Erlanger Aufführung von 10 Minuten bis Buffalo? Nicht ganz,aber eine Aufführung eines Berufstheater (Schillertheater Berlin) sei nicht besser gewesen; - "10 Minuten bis Buffalo" -> meist gespieltes Stück? ja; - Diskussionen um absurdes vs. engagiertes Theater führten zu einem Selbstbekenntnis von Grass: Studenten haben vom Schriftsteller oft das Bild von einem Mann mit "zwei Propheten und drei Weltverbesserern in seiner Brust" und dessen künstlerische Sprache ein künstlerisches Unterrichten/Erziehen zur Folge hat; Grass habe dann versucht klarzumachen, dass auch der Schriftsteller voller Fehler und ohne "weiße Weste" ist; politische, soziale, religöse Probleme stellen nur einen Teil der Themen dar, die Schriftsteller aufgreifen können; politisches Engagement ist auch nur "ein Detail" der schriftellerischen Arbeit (Beispiel Stück von Toller); auf sich selbst bezogen sagt Grass, dass er nicht schreibe, um eine belehrende oder menschheitsrettende Funktion auszuüben, sondern in erster Linie "aus ganz egoistischen Gründen": Langeweile, die vertrieben werden will; dabei wechselt Grass zwischen dem Schreiben und dem Zeichnen; "es macht sogar Spaß, das Schreiben, man soll es nicht glauben"; - Ausdruck Langeweile verwundert... Wechselseitige Beziehung zwischen Ruhe und Phantasie.



Urtitel:
Der Kulturspiegel, 08.08.60 (?) (darin: Ria Hans im Gespräch mit Günter Grass)
Anfang/Ende:
Ja, ich möchte…Herr Grass. Bitteschön.
Genre/Inhalt:
Kunst
Präsentation:
Gespräch
Schlagworte:

Person:
Brecht Bertolt; Hildesheimer Wolfgang; Hunger Hans-Joachim
Werke:
10 Minuten bis Buffalo
Sach:
Theater; Studenten; Politik; Kritik; Studententheater; Publikum
Geo:
Erlangen
Aufnahme:

Aufnahmedatum:
08.08.1960
Sprachen:
deutsch
Betriebsarten:
Mono
Kopie:

Länge der Kopie:
00:10:09
Tonträger:
CD
Datenformat Sichtung:
MPEG 2
Herkunft:

Sender / Institution:
Bayerischer Rundfunk (BR)
Archivnummer:
Dok.20143
Produktionsnummer:
5410/Pr22104/40
Teilnehmende:

Person:
Hans, Ria (Interviewpartner)
Person:
Grass, Günter (Beitragende(r))

Zitieren

Zitierform:

Der Kulturspiegel, 08.08.60 (?) (darin: Ria Hans im Gespräch mit Günter Grass).

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