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Medienarchiv

DB-Nummer: 319
10.20379/dbaud-0319

Interview mit Günter Grass

Nach der Lesung wird Grass auf die Medienreaktionen zu der Uraufführung des Theaterstücks und zu seinen weiteren Plänen befragt: - Kritik zwischen "Hymnus und Verriss": Worauf führt Grass dieses ungewöhnliche Presseecho zurück? G.G.: Grass kennt dieses "weder dafür, weder dagegen" von seiner Prosa-Literatur ("Blechtrommel"); hinzu kommen vermutlich die außerliterarischen, politischen Gründe, die dem Stück unterstellt werden: es werde "antikommunistisches Kolportagestück" und "Anti-Brecht-Stück" genannt, was beim Zuhörer das Mitdenken und Kritischbleiben voraussetze; dem Vorwurf der Langeweile entgegenet Grass, dass ein Aufstand eben so verlaufe, d.h. aus "Leerlauf, Warten und Pausen dazwischen" bestehe; - Wurden durch die strenge Nachrichtensperre vor der Premiere des Stücks die Erwartungen der Kritiker hochgeschraubt? - G.G.: Grass erklärt, dass die Nachrichtensperre einen bestimmten Grund gehabt habe: er habe bis zu den letzten Bühnenproben an dem Stück gearbeitet, und Theater finde grundsätzlich auf der Bühne statt und nicht in Vorbesprechungen; - Grass hat bei der Inszenierung des Stücks mitgewirkt und mit Regisseur Utzerath die endgültige Fassung erstellt. Entspricht die Umsetzungen in Berlin genau den Vorstellungen des Autors? - G.G.: Grass sieht es nicht als seine Aufgabe, Schauspieler und Regisseur zu kritisieren; die Inszenierung entspräche nicht ganz seinen Vorstellungen, aber das werde bei weiteren Inszenierungen nicht anders verlaufen; die Zusammenarbeit sei auch von Fehlern geprägt gewesen, beispielsweise die "aufgerissene" Bühne, die den Ton gedämpft habe; der direkte Kontakt zum Publikum, den Grass sich gewünscht habe, sei nicht zustande gekommen; - Sieht Grass neue Realisierungsmöglichkeiten an den anderen Bühnen, die das Stück inszenieren wollen, z.B. das Wiener Burgtheater, die Bühnen in Köln, Düsseldorf und München? Wird Grass nochmals "als Berater" bei einer der Inszenierungen mitwirken? - G.G.: Grass möchte sich die Aufführungen ansehen, aber nicht mehr mitwirken; ob die Szenen schwach seien oder die Inszenierung können Grass erst nach einigen Vergleichen feststellen und auch erst dann das Stück wieder ändern; - Hat Grass schon Pläne für ein neues Stück oder wird er erst einmal wieder Prosa schreiben? G.G.: Grass hat Pläne für Stücke und Prosa, möchte aber nicht darüber sprechen; - Grass reist in die USA!? G.G.: Ja, mit seiner Frau, "aber auch das ist zu privat".



Urtitel:
Der Kulturspiegel (darin: Interview mit Günter Grass)
Anfang/Ende:
(Anmoderation, setzt abrupt ein) …zunächst aber hören…nichts zu tun.
Genre/Inhalt:
Theater
Präsentation:
Interview
Historischer Kontext:

Erste öffentliche Lesung des umstrittenen Theaterstücks "Die Plebejer proben den Aufstand" nach dessen Uraufführung in Zell; hier findet der Büchner-Preisträger Grass ein begeistertes Publikum vor; nach der Lesung wird Grass auf die Medienreaktionen zu der Uraufführung des Theaterstücks und zu seinen weiteren Plänen befragt.

Schlagworte:

Person:
Brecht Bertolt
Werke:
Die Plebejer proben den Aufstand; Die Blechtrommel
Sach:
Theater
Geo:
Berlin; Köln; Düsseldorf; München; USA; Zell
Zeit:
17. Juni 1953
Aufnahme:

Aufnahmedatum:
31.01.1966
Aufnahmeort:
Studio 7
Sprachen:
deutsch
Betriebsarten:
Mono
Original:

Originallänge:
00:31:15
Kopie:

Länge der Kopie:
00:05:27
Tonträger:
CD
Datenformat Sichtung:
MPEG 2
Herkunft:

Sender / Institution:
Bayerischer Rundfunk (BR)
Sendereihe:
Der Kulturspiegel
Archivnummer:
65/13928
Produktionsnummer:
5410/PR41666
Teilnehmende:

Person:
Bock, Hans Bertram (Interviewpartner)
Person:
Hamm, Peter (Redaktion)
Person:
Grass, Günter (Beitragende(r))

Zitieren

Zitierform:

Der Kulturspiegel (darin: Interview mit Günter Grass). Studio 7 .

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