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Medienarchiv

DB-Nummer: 518
10.20379/dbaud-0518

Deutsche Lebensläufe: Günter Grass : Porträt (3 Takes)

Haucke, Wilfried

1: Der Familienvater und Heimarbeiter 2: Der Dichter, seine Kritiker und Krisen 3: Der Ruhm und die politischen Brüche Günter Grass, seit Anfang 1996 Neubürger in Lübeck, im Gespräch: über das Leben als öffentliche Person, als Dichter mit acht Kindern. Früher herrschte Armut, er pilgerte wie ein fahrender Sänger von Sender zu Sender, um Geld mit Lesungen eigener Gedichte zu verdienen. Kinder, die ihren Vater jederzeit beim Schreiben stören durften. Erst zu Wahlkampfzeiten hatte er weniger Zeit für Kinder. Vom Lebensstil ist er bescheiden geblieben, die Kinder bekamen aber schnell ein eigenes Zimmer, was er früher nie hatte. So lernte er früh, sich zu konzentrieren. Er las "mit den Fingern in den Ohren" (vgl. Nobelpreisrede!). In der Politik allerdings ist Grass unbescheiden. Die deutsche Einheit hat Grass kritisiert, weswegen er als "Vaterlandsloser Geselle" beschimpft wurde. Gegen die Einigung hatte er nichts, aber gegen die Abwicklung, die Art, wie es gehandhabt wurde. Diese Kritik wurde 1995 auf den Roman "Ein weites Feld" übertragen. Schilderung, wie er den Verriss des Buches durch Reich-Ranicki im Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" und in der Fernsehsendung "Das literarische Quartett" erlebt hat. Zuspruch kam zuerst von Kollegen im In- und Ausland, dann von Lesern, in großer Zahl auch aus den neuen Bundesländern. Von den Kindern wurde die Situation mit Sorge begleitet, zumal sich auch eine Erkrankung einstellte. Früher konnten sich Schriftsteller auf die Zeit verlassen, Zensur und Verbote wurden mit langem Atem überdauert. Das ist heute nicht mehr der Fall, da die Begrenztheit menschlicher Existenz durch die atomare Bedrohung bedacht werden muss. Die Erkenntnis dieser Thematik führte zuerst zu einer Schreibpause, dann zum Roman "Die Rättin". Der Ruhm war zuerst wunderbar, aber schnell langweilig und lästig. Nur im Bereich der Politik war er nützlich, auf Wahlkampfreise für Willy Brandt. Die Weimarer Republik ist gescheitert, weil die Bürger sich nicht engagiert haben. Dies ist auch heute noch möglich. Dann spricht Günter Grass über die großen politischen Einbrüche seines Lebens: die Guilleaume-Affäre und der Fall Willy Brandts zum Beispiel, oder seine Sorge um Deutschland, "eilig Vaterland". Sechs Jahr nach der Einheit werden die ostdeutschen Bürger wie Bürger zweiter Klasse behandelt. Aus der SPD ist Grass ausgetreten wegen der Änderung des Asylrechts.



Urtitel:
Deutsche Lebensläufe: Günter Grass
Anfang/Ende:
Das was mich…negatives Ende haben.
Genre/Inhalt:
Biographie
Präsentation:
Dokumentation
Schlagworte:

Person:
Brandt Willy; Grass Ute; Grass Franz; Grass Raoul; Grass Bruno; Grass Laura; Reich-Ranicki Marcel; Karasek Hellmuth; Loeffler Sigrid; Rexrodt Günter
Werke:
Ein weites Feld; Der Butt; Aus dem Tagebuch einer Schnecke; Rede eines vaterlandslosen Gesellen; Unkenrufe; Die Blechtrommel; Die Rättin
Sach:
Kinder
Geo:
Lübeck
Aufnahme:

Datum Erstsendung:
21.03.1996
Sprachen:
deutsch
Betriebsarten:
Mono
Original:

Originallänge:
00:21:05
Kopie:

Länge der Kopie:
00:21:21
Tonträger:
DAT
Datenformat Sichtung:
MPEG 2
Herkunft:

Sender / Institution:
Radio Bremen (RB)
Sendereihe:
Deutsche Lebensläufe
Archivnummer:
375089
Produktionsnummer:
375089
Teilnehmende:

Person:
Haucke, Wilfried (Autor(in))
Person:
Grass, Günter (Beitragende(r))
Person:
Haucke, Wilfried (Beitragende(r))
Person:
Scherf, Henning (Beitragende(r))

Zitieren

Zitierform:

Haucke, Wilfried: Deutsche Lebensläufe: Günter Grass.

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