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Medienarchiv

DB-Nummer: 578
10.20379/dbaud-0578

Begehung der Forschungsstelle in der IUB (Günter Grass Stiftung Bremen) - Pressekonferenz (unvollständig!!)

Grass bei einer Begehung der Forschungsstelle der Günter Grass Stiftung Bremen an der International University Bremen (IUB). All das, was er in Jahrzehnten in Mikrophone gesprochen hat, nun gesammelt zu sehen, sei erschreckend. Nur unter der Bedingung, dass dieses Projekt zu seiner Person nur eines von vielen ist, die Literatur im Plural vorkommt, habe er zugestimmt. Der WDR wolle das mit Heinrich Böll machen, der NDR mit Siegfried Lenz. Aber auch ostdeutsche Literatur müsse archiviert werden, Gruppe 47 wie der Bitterfelder Weg. Das Archiv wird nicht darben, da Grass weiterhin produktiv sei. Die Initiative zum Archiv ist von einem kleinen Sender ausgegangen, Radio Bremen, worauf der Sender stolz sein dürfe. Gerade kommt Grass aus den Räumen von Radio Bremen, wo er "Mein Jahrhundert" mit dem Jazzmusiker Günter Baby Sommer aufgenommen habe. Das Prinzip einer Privatuniversität wie der IUB ist bekannt aus Amerika, die Gefahr der Elitenbildung sei vorhanden. Fördermaßnahmen wie Stipendien seien notwendig, aber nicht bezahlt von dem Steuerzahler. Die wirklich Begabten müssen gefördert werden. Grass selbst hat Kunsthochschulen besucht, er war Bildhauer und Graphiker. Biologie hätte ihn damals interessiert, ebenso Geschichte. Auf den Fachhochschulen konnten damals noch humanistische Nebenfächer besucht werden, was derzeit alles wegrationalisiert werde. In Lübeck habe er einmal einen Werkstattbericht gegeben, in dem Medizinstudenten gesessen hätten. Diese Fachstudenten waren ausgehungert von zuviel Fachwissen. Der Trend geht eher zur Spezialisierung, dabei kämen oftmals Fachidioten heraus. Von Mutters Seite habe er einige Talente mitbekommen, er habe sich nie entscheiden müssen, alles sei nebeneinander gelaufen. Er produziere altmodisch auf Papier, mit Zeichnungen durchsetzt. Es gibt eine gegenseitige Befruchtung. Außerdem verhüte die Mehrfachbegabung leere Bücher, wenn man nichts zu sagen haben. Gerade arbeite er wieder mit Terrakotta. Dass ehemalige Kasernenbauten einen neuen Sinn erhalten, findet Grass sehr gut. In Stockholm saß er neben einem Nobelpreisträger namens Cohn, einem Kernphysiker, der mit der Ausnutzung seiner Erkenntnisse von falscher Seite zu kämpfen hatte. Gerne schreibe er ins Jahrbuch "Hier werden keine Waffen produziert". Neue Waffen werden hier wohl nicht gebaut.



Urtitel:
Anfang/Ende:
Alles, was ich…nicht der Fall ...(bricht ab)
Genre/Inhalt:
Kultur
Präsentation:
Statement
Historischer Kontext:

In der International University Bremen (IUB) befindet sich das Medienarchiv und die Forschungs- / Dokumentationsstelle der Günter Grass Stiftung Bremen. Dort findet die wissenschaftliche Arbeit am audiovisuellen Grass-Werk statt. An Audio- und Video-Arbeitsplätzen wird hier an der vollständigen Dokumentation des gesprochenen Wortes von Günter Grass gearbeitet.

Schlagworte:

Person:
Böll Heinrich; Lenz Siegfried; Wolf Christa; Sommer Günter "Baby"
Werke:
Mein Jahrhundert; Lübecker Werkstattbericht
Aufnahme:

Aufnahmedatum:
15.05.2001
Aufnahmeort:
Bremen: International University (IUB)
Sprachen:
deutsch
Original:

Analog/Digital:
reformatted digital
Original-Tonträger:
MC
Datenformat:
nicht zutreffend
Kopie:

Länge der Kopie:
00:11:02
Tonträger:
CD
Datenformat Sichtung:
MPEG 2
Teilnehmende:

Person:
NN, (Beitragende(r))
Person:
Grass, Günter (Beitragende(r))

Zitieren

Zitierform:

Bremen: International University (IUB) .

Rechte

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