Logo der Günter Grass Stiftung Bremen

Webdatenbank

Medienarchiv

DB-Nummer: 789

Lesung Grass Sulzbach-Rosenberg

Wahrscheinlich 2. Teil von DB 788 (vgl. DB 785) Kurze Einleitung durch Grass, die Situation nach Beendigung von "Im Krebsgang": Das Wechseln des Handwerkes. Skulpturen, Zeichnungen und Lithographien, dann Gedichte. Lesung aus "Letzte Tänze": 1. Früh gelernt 2. Einst in der Löwenburg



Urtitel:
Anfang/Ende:
Track 1: Als ich die…schaust du tränenblind zu (BEIFALL); Track 2: Ich lernte ihn…wieder wunderschön Trompete. (BEIFALL)
Genre/Inhalt:
Literatur
Präsentation:
Lesung
Historischer Kontext:

"Jemand, der die Tinte nicht wechselt" Literaturarchiv zeigt Radierungen, Lithographien und Kleinplastiken von Günter Grass Sulzbach-Rosenberg. Über die "Vorzüge der Windhühner" klärte Günter Grass die Leser schon 1956 auf. In einer Auflage von 2000 Stück erschien der Gedichtband damals, mit dem sich der spätere Literatur-Nobelpreisträger als Lyriker und Zeichner vorstellte. Sowohl die Zeichnungen auf dem Umschlag als auch im Inneren des Buches stammten aus der Feder von Grass. Die Gewichtung von Text und Bild wird im Inhaltsverzeichnis deutlich, denn gleichberechtigt stehen dort Zeichnungen und Gedichte nebeneinander. "Windhühner, Schnecken, Pilze und Köche. Motive im bildnerischen und lyrischen Werk von Günter Grass" - so lautet der Titel einer Ausstellung, die bis zum 30. September im Literaturarchiv Sulzbach-Rosenberg zu sehen ist. Gezeigt werden mehr als 50 Radierungen, Lithographien und Kleinplastiken aus der Feder bzw. den Händen von Günter Grass. Die Ausstellung wurde von dem Schriftsteller bei seinem Besuch im Literaturarchiv im Dezember selbst vorgeschlagen, die Werke hat Tochter Laura zur Verfügung gestellt. Einen fundierten Einblick in das Werk Grass' als Malerpoeten gab die renommierte Grass-Kennerin Daniela Hermes, Mitherausgeberin der Grass-Werkausgabe im Steidl-Verlag, in ihrem Einführungsvortrag am Freitag. Klar, mit dem Nobelpreisträger verbinden viele den weltberühmten Roman "Die Blechtrommel" oder die Erfolgsnovelle "Im Krebsgang". Wer die Exponate betrachtet, der merkt allerdings schnell, dass er mehr als "nur" ein Schriftsteller ist. Schon früh hat sich Grass mit der darstellenden Kunst beschäftigt und absolvierte nach dem Zweiten Weltkrieg eine zweijährige Steinmetzlehre. Anschließend studierte er Grafik und Bildhauerei, erst in Düsseldorf, später an der Hochschule für Bildende Kunst Berlin. Dort kam es zum ersten Kontakt mit der "Gruppe 47" und Walter Höllerer, der in der Folgezeit zum Mentor Grass' wurde - auch in zeichnerischer Hinsicht. Denn niemand anderes als Höllerer verfasste im selben Jahr eine glänzende Kritik in der FAZ zu Grass' erster Kunstausstellung in Stuttgart. Und dennoch: Mit seiner Kunst - sehr konkrete Gegenstände, meist in den freien Raum gestellt - wurde Grass im Berlin der 50er Jahre nicht angenommen. Zu heftig waren damals die Auseinandersetzungen zwischen Anhängern abstrakter und gegenständlicher Kunst. Grass ging nach Paris, es entstanden in der Folgezeit Werke mit einer großen Bandbreite an Zeichnungen. Hatte Grass in den 50ern noch Aquarelle gestaltet, so verabschiedete er sich in den folgenden Jahren davon: 1960 erschien der Gedichtband "Gleisdreieck" mit Kohlezeichnungen, 1967 dann der Band "Ausgefragt" mit Bleistiftzeichnungen. Zu den ersten Radierungen Grass' zählten die Schnecken, die sich auch in "Aus dem Tagebuch einer Schnecke" wieder finden. Auch gelang Grass die Vereinigung von Schrift und Lithographie, deutlich zu erkennen in dem 1976 erschienenen Band "Mit Sophie in die Pilze gegangen", der aus neun Gedichten und 19 Lithographien besteht. Die Rückkehr des Günter Grass zur plastischen Kunst wird an den Kleinplastiken "Slowfox" und "Schneller Schritt" deutlich, die im Zusammenhang mit dem Gedichtband "Letzte Tänze" von 2003 zu sehen sind Die Werke der Ausstellung spiegeln ein halbes Jahrhundert deutscher Literaturgeschichte und Grass'scher Lebensgeschichte wider. Doch wie sieht sich Grass eigentlich selbst: als Schriftsteller oder als Grafiker? Fast schon philosophisch antwortete er bereits 1980: "Ich zeichne immer, auch wenn ich nicht zeichne, weil ich gerade schreibe oder konzentriert nichts tue (.) Gedichte und Grafiken entwickeln sich, stehen zueinander in Wechselbeziehungen (.) Ein schreibender Zeichner ist jemand, der die Tinte nicht wechselt." Die Ausstellung ist geöffnet Montag bis Donnerstag von 9 bis 12 Uhr und 13 bis 16 Uhr, Freitag von 9 bis 13 Uhr. Sonntags geöffnet am 13. Juni und am 11. Juli von 14 bis 17 Uhr.

Schlagworte:

Werke:
Im Krebsgang; Letzte Tänze
Sach:
Zeichnungen; Gedichte; Skulpturen
Aufnahme:

Datum Erstsendung:
19.05.2004
Sprachen:
deutsch
Anmerkung Qualität:
Beide Aufnahmen laufen zu langsam.
Kopie:

Länge der Kopie:
00:56:51
Tonträger:
DAT
Datenformat Sichtung:
MPEG 2
Teilnehmende:

Person:
Grass, Günter (Vorredner(in))

Rechte

Nutzung und Vervielfältigung:
Alle Rechte vorbehalten

Export