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DB-Nummer: 910
10.20379/dbaud-0910

Günter Grass über die Rechtschreibreform

Grass kritisiert Kultusministerkonferenz und fordert schrittweise Rücknahme der Rechtschreibreform. Der Schriftsteller Günter Grass hat im Nordwestradio von Radio Bremen und dem NDR die Kultusministerkonferenz im Zusammenhang mit den Auseinandersetzungen um die Rechtschreibreform scharf kritisiert. Sie sei "inkompetent, entscheidungsschwach in der Regel oder allenfalls blockierend tätig" und habe in diesem Fall "die Sachen einfach laufen lassen." Nachdem das Ergebnis der Reform an die Öffentlichkeit gekommen sei, hätten die Schriftsteller zu den ersten gehört, die dagegen protestiert hätten. "Es war für uns sehr leicht zu erkennen, wie überfüssig und schädlich ein solch administrativer Zugriff innerhalb eines lebendigen Sprachkörpers sich auswirken könnte. Die Missachtung dieses Votums ist natürlich auch etwas Kränkendes", sagte der Literatur-Nobelpreisträger. " 'Daß' mit 'ß' oder mit zwei 's', das kann man hinnehmen, aber mit dem Getrenntschreiben und der Groß- und Kleinschreibung sind so viele irrationale Entscheidungen getroffen worden, die sind rückgängig zu machen", erklärte Grass. Dies könne auch schrittweise geschehen. Dabei sei darauf zu achten, "dass eine Sprache etwas Lebendiges ist."



Urtitel:
Grass, Statement zur Rechtschreibreform
Anfang/Ende:
Es ist natürlich…unsinnige Reformen auszuschwitzen.
Genre/Inhalt:
Kultur
Präsentation:
Statement
Historischer Kontext:

Die Aufnahme entstand am 16. August im Sommerdomizil des Literaturnobelpreisträgers auf der dänischen Ostseeinsel Moen. Günter Grass moniert die Rechtschreibreform (hier seien irrationale Entscheidungen getroffen worden); er moniert weiter, dass die Kritik von Schriftstellern seitens der KMK nicht beachtet wurde; er kritisiert die KMK, die "die Sachen hat laufen lassen". Was die Umsetzung der Reform angeht, empfiehlt er schrittweise Nachbesserungen. (Ausschnitt aus einem ?) Gespräch mit Kogel, der in einer Zwischenfrage zu hören ist. O-Ton Grass: Schriftsteller haben zuerst gegen die Reform protestiert, den administrativen Eingriff in eine lebendige Sprache. Sie wurden bei der Reform nicht einbezogen. Die Gremien haben unter Ausschluss der Öffentlichkeit getagt. Schüler sind nun mehrere Jahre so unterrichtet worden. Einige Dinge kann man hinnehmen, andere Entscheidungen sind rückgängig zu machen, wohl schrittweise.

Schlagworte:

Sach:
Sprache; Kultusministerkonferenz; Rechtschreibreform; Getrenntschreiben; Groß- und Kleinschreibung
Aufnahme:

Datum Erstsendung:
18.08.2004
Aufnahmeort:
Moen
Sprachen:
deutsch
Original:

Originallänge:
00:02:08
Kopie:

Länge der Kopie:
00:02:04
Datenformat Sichtung:
MPEG 2
Herkunft:

Sender / Institution:
Arte
Sendereihe:
Nordwestradio (NWR)
Archivnummer:
B002775636
Produktionsnummer:
M20042B-0907M9
Teilnehmende:

Person:
Kogel, Jörg-Dieter (Interviewpartner)
Person:
Grass, Günter (Vorredner(in))

Zitieren

Zitierform:

Grass, Statement zur Rechtschreibreform. Moen .

Rechte

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