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DB-Nummer: 959

Unkenrufe - Zeit der Versöhnung : Nach der gleichnamigen Erzählung von Günter Grass

Aus : www.unkenrufe-derfilm.de Die deutsch-polnische Verfilmung der Günter-Grass-Erzählung "Unkenrufe" hat am Sonntag in Danzig (heute Gdansk) Weltpremiere. Der gleichnamige Kinofilm behandelt teils satirisch das Thema Vertreibung nach dem Zweiten Weltkrieg und die deutschpolnischen Beziehungen anhand der Gründung einer "Deutsch-Polnischen Friedhofsgesellschaft". Zur Premiere werden neben Grass und seiner Tochter Helene auch Schauspieler Matthias Habich erwartet. Kinostart ist am 22. September. Der Film erzählt sanft-ironisch eine melancholische Liebesgeschichte: Ein deutscher Professor für Kunstgeschichte (Habich) und eine polnische Restauratorin (Krystyna Janda), beide um die 60 und verwitwet, gründen eine deutsch-polnische Friedhofsgesellschaft, damit die aus Danzig Geflohenen und Vertriebenen in deralten Heimat ihre letzte Ruhestätte finden. Dabei werden die Auswüchse des in Polen nach der Wende wuchernden Kapitalismus mit satirischer Schärfe entlarvt. Die Filmfassung schrieben Grass, Pawel Huelle und Klaus Richter; Regie führte der mit zahlreichen Preisen ausgezeichnete Pole Robert Glinski. www.unkenrufe-derfilm.de



Urtitel:
Unkenrufe - Zeit der Versöhnung
Anfang/Ende:
Ja, mein Liebes…
Genre/Inhalt:
Erzählung
Präsentation:
Adaption
Historischer Kontext:

Viel Beifall bei der Uraufführung von «Unkenrufe» Danzig (dpa) - Mit Szenenapplaus und langem Beifall ist die Uraufführung des deutsch-polnischen Kinofilms «Unkenrufe» am Sonntag in Danzig (heute Gdansk) gefeiert worden. Im Blitzlichtgewitter der Fotografen stand vor allem ein Mann: Literaturnobelpreisträger Günter Grass. Christina Weiss, der polnische Kulturminister Waldemar Dabrowski und Günter Grass bei der Premiere in Danzig. Auf seiner Erzählung aus dem Jahr 1992 beruht die Verfilmung. Begleitet wurde der 77-Jährige von seiner Tochter Helene, die in dem Streifen in einer Nebenrolle zu sehen ist. Der Film behandelt - teils satirisch - das Thema Vertreibung nach dem Zweiten Weltkrieg und anhand der Gründung einer «Deutsch-Polnischen Friedhofsgesellschaft» die Beziehungen beider Länder. Kinostart in Deutschland ist am 22. September, später soll der Film in der ARD gezeigt werden. «Der Film hat mir sehr gefallen», sagte Grass, für den die Premiere auch ein Wiedersehen mit seiner Geburtsstadt Danzig war. «Die Verfilmung überträgt die Idee des Buches und auch den ironischen Tonfall, das Tragischkomische der ganzen Geschichte.» Das zeigte auch die Reaktion des Publikums, dessen Gelächter viele Filmszenen begleitete. Zu den Gästen des Abends zählten auch Kulturstaatsministerin Christina Weiss (parteilos), Schauspieler Matthias Habich, Fernsehmoderatorin Bärbel Schäfer und ihr Mann, der Publizist Michel Friedman. Der eineinhalbstündige Film erzählt sanft-ironisch eine melancholische Liebesgeschichte, Schauplatz ist Danzig im Jahr 1989: Ein deutscher Professor für Kunstgeschichte (Habich) und eine polnische Restauratorin (Krystyna Janda), beide um die 60 und verwitwet, gründen eine «Deutsch-Polnische Friedhofsgesellschaft». So wollen sie den einst aus Danzig geflohenen und vertriebenen Deutschen die Möglichkeit geben, auf einem Friedhof in der ehemaligen Heimat die letzte Ruhestätte zu finden. Es dauert aber nicht lange, bis der Versöhnungsfriedhof mehr und mehr vermarktet wird. Dabei werden die Auswüchse des in Polen nach der Wende wuchernden Kapitalismus mit satirischer Schärfe entlarvt. Für Habich («Der Untergang»), der als Fünfjähriger aus Danzig flüchten musste, waren die Dreharbeiten eine Reise in die eigene Vergangenheit. Viele Erinnerungen seien wach geworden, sagte der 65- Jährige mit dem kantigen Charakterkopf. «Ich habe die Präsenz meiner verstorbenen Eltern gespürt.» Die 3,4 Millionen Euro teure Ziegler-Produktion wurde von Ende September bis Mitte November 2004 in Polen, Deutschland, Litauen und Italien gedreht. Regie führte der mit zahlreichen Preisen ausgezeichnete Pole Robert Glinski. Die Filmfassung schrieben unter anderem Pawel Huelle und Klaus Richter («Comedian Harmonists»), die dabei mit Grass in engem Kontakt standen. Der Schriftsteller hofft, dass die Verfilmung seines Werks zum besseren Verständnis zwischen Polen und Deutschen beitragen wird: «Der Film zeigt, dass der Dialog zwischen Deutschen und Polen schwierig ist und auch bleiben wird, aber dass er möglich ist.»

Schlagworte:

Person:
Janda Krystyna; Habich Matthias
Werke:
Unkenrufe
Sach:
Verfilmung
Geo:
Danzig
Aufnahme:

Datum Erstsendung:
11.09.2005
Aufnahmeort:
Diverse
Sprachen:
deutsch
Betriebsarten:
Dolby
Original:

Originallänge:
00:59:35
Analog/Digital:
born digital
Original-Tonträger:
DVD
Kopie:

Tonträger:
DVD
Datenformat Archiv:
VOB
Herkunft:

Produktionsnummer:
Euro Video Best-Nr: 23016
Teilnehmende:

Person:
Janda, Krystyna (Beitragende(r))
Person:
Habich, Matthias (Beitragende(r))

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Zitierform:

Unkenrufe - Zeit der Versöhnung. Diverse .

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