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DB-Nummer: 966

Die Rättin : Frei nach Motiven des gleichnamigen Romans von Günter Grass

Fräßdorf, Renate

Die Menschen sind dabei, ihre Lebensgrundlagen, ihren Lebensraum und damit schliesslich sich selbst zu vernichten. In ihrer Verblendung jedoch erkennen sie nicht, dass sie der finalen Katastrophe zusteuern. Anders die Ratten: sie wittern den Untergang des Menschengeschlechts und ahnen, dass die verwüstete Erde danach ihnen gehören wird. Sie verlassen ihre dunklen Schlupflöcher und machen sich überall so breit, als sei ihre Stunde schon gekommen. Der Künstler Marcus Frank bemerkt zwar die Vorzeichen der Apokalypse, begnügt sich aber damit, sich von ihnen ästhetisch inspirieren zu lassen. Selbst als eine sprachfähige Rättin in Kontakt zu ihm tritt und ihn mit ernsten, beschwörenden Warnungen auf die drohende Gefahr hinweist, lässt er nicht ab von seinem leichtsinnigen, verspielten Flirt mit dem Verderben. Damroka, seine Frau, hat da schon mehr begriffen: man muss etwas tun, um zu retten, was noch zu retten ist. Mit einem Team gleichgesinnter Frauen bricht sie auf, um in der Ostsee eine verheerende Quallenplage zu erforschen. Sie hofft insgeheim, während dieses wissenschaftlichen Auftrags die Lage der versunkenen Stadt Vineta feststellen zu können, einer einst prächtigen, nur von Frauen bewohnten Stadt, die unterging, als Männer in ihr Einzug gehalten und die Macht an sich gerissen hatten. Als das Schiff der Frauen weit auf See in der undurchdringlichen Quallenmasse stecken bleibt, entdeckt Damroka wider Erwarten, dass Vineta genau unter dem Kiel des Schiffes liegt. Frohgemut tauchen die Frauen hinab, doch ihre Freude weicht blankem Entsetzen, denn auch auf dem Grund des Meeres, auf den Strassen und Plätzen, in den Häusern und Kathedralen der versunkenen Stadt wimmelt es von Ratten. Während die Frauen noch verstört in die Tiefe starren, zünden auf dem Festland die Machthaber die ersten Atomwaffen, um der sich immer mehr auswachsenden Rattenplage Herr zu werden. Mit einem gewaltigen Feuerball verabschiedet sich der Mensch von diesem Planeten, überlässt ihn den überlebenden Ratten. Martin Buchhorn, der Fernsehspielchef des Saarländischen Rundfunks, hat diese aufwendige Literaturverfilmung nicht nur durch unermüdliche Überzeugungsarbeit und unbeirrbaren Enthusiasmus in Gang gebracht, er hat, unterstützt durch ein hervorragendes Technikerteam, auch selbst Regie geführt. Möglich geworden ist die Verfilmung letztlich aber nur durch den vor wenigen Jahren noch unvorstellbaren Fortschritt in der Computeranimation. Der inzwischen weltweit renommierten Ludwigsburger Filmakademie - sie hat mit 'Independence Day' ihre Künste international unter Beweis gestellt - verdankt auch 'Die Rättin' einen wesentlichen, unverzichtbaren Beitrag. Buch und Regie: Martin Buchhorn, nach dem gleichnamigen Roman von Günter Grass. Darsteller: Sunnyi Melles (Damroka), Helene Grass (Katja), Carola Requier (Alfe), Edda Lesch (Meereskundlerin), Angelika Bartsch (Steuermännin), Matthias Habich (Marcus Frank), Eva Ebner (Grossmutter Anna), Dieter Laser (Bruno). Eine Gemeinschaftsproduktion der ARD mit dem Schweizer Fernsehen DRS. © Saarländischer Rundfunk, 1997. Deutscher Fernsehfilm 1997 nach dem gleichnamigen Roman von Günter Grass Mit Matthias Habich, Peter Radtke, Sunnyi Melles, Helene Grass, Angelika Bartsch Regie: Martin Buchhorn Eine Koproduktion mit dem Schweizer Fernsehen DRS



Urtitel:
Anfang/Ende:
An Weihnachten wünschte…
Genre/Inhalt:
--
Präsentation:
Adaption
Schlagworte:

Werke:
Die Rättin
Aufnahme:

Datum Erstsendung:
11.11.1997
Sprachen:
deutsch
Betriebsarten:
Stereo
Original:

Originallänge:
01:31:00
Analog/Digital:
reformatted digital
Original-Tonträger:
VHS
Datenformat:
nicht zutreffend
Kopie:

Länge der Kopie:
01:30:00
Tonträger:
DVD
Datenformat Sichtung:
MPEG 1
Datenformat Archiv:
AVI
Teilnehmende:

Person:
Buchhorn, Martin (Regie)
Person:
Fräßdorf, Renate (Autor(in))
Person:
Habich, Matthias (Beitragende(r))
Person:
Radtke, Peter (Beitragende(r))
Person:
Melles, Sunnyi (Beitragende(r))
Person:
Grass, Helene (Beitragende(r))
Person:
Bartsch, Angelika (Beitragende(r))

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Fräßdorf, Renate:

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