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DB-Nummer: 972

Für Aufbrüche an andere Orte jederzeit vorbereitet : Günter Grass im Gespräch mit Dr. Erhard Kluge anlässlich seines 70. Geburtstages in seinem Lübecker Haus

Kluge, Erhard; Grass, Günter

Frage: beschleunigte und veränderte Lebensformen der Gegenwart; wünscht Grass sich ein anderes Jahrhundert und/oder einen anderen Zeitgeist? Grass: leistet sich solche Wünsche nicht; das Jahrhundert habe ihn gefordert; durch den Krieg sei die Thematik wie vorgegeben gewesen; dies sei anderen Autoren auch so gegangen; die Literatur erlaube Ausflüge in andere Zeiten und Themen (Bsp: "Das Treffen in Telgte" oder "Der Butt"); dies sei mitunter das Reizvolle am Schreiben; Frage: 1945 hat Grass seine Heimat Danzig verloren und sich im Westen neu orientieren müssen; wo ist Grass zuhause? Rolle der Heimat für den 70jährigen? Grass: "Das juckt mich eigentlich nicht mehr so sehr"; nach dem Krieg sei der Verlust schwer zu begreifen gewesen; durch deutsche Schuld sei die Heimat "verschleudert" worden; auch der Verlust an Sprache (schlesisch, ostpreußisch als "literaturfähige Dialekte") sei schmerzhaft gewesen; er habe in seinen Büchern versucht, das Ostpreußische und Kaschubische zu erhalten; nach dem Krieg Düsseldorf bis zum Ausbruch des Wirtschaftswunders; in Berlin dann Studium der Bildhauerei; darauf Paris und wieder Berlin; seit einiger Zeit Wohnsitz in Schleswig-Holstein; Grass ist an allen Orten sehr gerne, inklusive der weiteren "Schreiborte" in Portugal und Dänemark; es sei ein Nomade geworden und halte nicht viel vom "Wurzelschlagen"; seine Frau sei anders; Grass ist für Aufbrüche an andere Orte, sofern er einen Arbeitsraum vorfinde; Frage: im neuen Buch von Volker Neuhaus "Schreiben gegen die verstreichende Zeit" wieder nachlesbar: Welterfolg durch die "Blechtrommel"; Bedeutung des frühern Erfolgs? Grass: bei Erscheinen der "Blechtrommel" und durch Preis der Gruppe 47 im Vorjahr erstmals Geld für das eigene Schreiben; vorher sei er "arm wie eine Kirchenmaus" gewesen; seitdem wirtschaftliche Unabhängigkeit, die Grass "dankbar zu schätzen" weiß; der frühe Ruhm sei zunächst lästig gewesen, denn die Erwartungen seien hoch gewesen und seien es heute noch; der Arbeitsaufwand bei größeren epischen Werken sei so groß, dass er sich keine Gedanken über die Erwartungen machen würde, die anderen an das Werk und an Grass selbst stellen; Frage: Oskar Matzerath als Lebensbegleiter? In den USA jüngst Pornographie-Vorwürfe an die "Blechtrommel"-Verfilmung... Grass: Oskar sei schon während des Schreibprozesses eine widerspänstige, fiktive Figur gewesen; fiktive Figuren würden sich mit der Zeit verselbstständigen und Oskar habe dabei auch dem Autor widersprochen; so habe er sich beispielsweise gegen eine Schwester gewehrt; dies habe eine Schreibsperre bei Grass verursacht; aus der Schwester für Oskar sei dann Tulla Pokriefke geworden, was Oskar nicht habe verhindern können; bei der "Rättin" sei Oskar auf einmal wieder da gewesen, als es um "neue Medien" gegangen sei; Oskar habe sich immer mit Medien befasst (Trommeln und Rückwärtstrommeln) und sich zugehörig gefühlt; dies habe sich aber problemlos in der Romangeflecht der "Rättin" einfügen lassen; [Anmerkung: Grass spricht bei der "Rättin" hier von einem Roman, während dem Buchtext eine Gattungsbezeichnung fehlt] Frage: in einem Interview vor 10 Jahren hat Grass gesagt, dass es selten paasiere, dass er seine Bücher nicht selbst lese bzw. sich dies fürs Alter aufhebe; Grass hat nun die gesamte "Blechtrommel" noch einmal für eine CD-Produktion eingelesen (Länge 28 Stunden) - welcher Art war die Wiederbegnung mit dem eigenen Werk? Grass: beim anstregenden Einlesen auf eine Studiobühne des Deutschen Theaters in Göttingen vor Publikum (ohne Publikum und dessen Unerstützung hätte Grass nicht lesen können) habe er sich an die jeweilige Schreibsitutation (meistens in Paris, wo er die "Blechtrommel" größtenteils geschrieben hat) erinnert; auch Schreibvarianten und Verworfenes sei ihm dabei eingefallen und er habe acht geben müssen, sich an den Text zu halten; Frage:ist Grass stolz auf seine "multikulturelle Herkunft" (kaschubisch-deutsch)? Grass: Reichtum durch "doppelte Verwurzelung"; dazu mehrere Talente, die Grass von mütterlicher Seite geerbt habe: Schreiben und Zeichnen; die Frage, ob er Schriftsteller und/oder Grafiker sei, habe er sich nie gestellt; er habe alle Talente wie selbstverständlich ausschöpfen wollen; stolz sei er darauf, dass es ihm gelungen sei, das durch verbrecherische Politik verspiele soweit wie möglich zurückzugewinnen mit literarischen Mitteln; die zerstörte und wiederaufgebaute Stadt Danzig habe er literarisch "beschwört" und auferstehen lassen; dies schiene gelungen zu sein; Frage: vor ca. 50 Jahren Anfänge der Gruppe 47, Ende der Gruppe 1968; am Ende von "Das Treffen in Telgte" wird das Fehlen weiterer Schriftstellertreffen beklagt; hat Grass die Gruppe 47 gefehlt? Grass: hat die Gruppe gefehlt; die Schriftsteller in Deutschland würden jeweils in der Provinz bzw. der Zerstreuung leben; es gebe kein Zentrum wie Paris oder Kopenhagen, die kulturelle oder literarische Hauptstädte seien; Berlin stelle zwar diesen Anspruch, habe ihn aber nie erfüllen können; dass es viele provinzielle Zentren gebe, sei aber auch ein Reichtum; Hans Werner Richter habe es jedoch verstanden, etwas Ungewöhnliches in Deutschland zu schaffen: keinen festen Mitglieder, keine "Vereinsmeierei"; damit habe Richter einmal im Jahr die Illustion einer literarischen Hauptstadt geschaffen; in der Gruppe habe man "besten Freunde und Feinde finden" können; Austausch über Arbeit und Schwierigkeiten mit der Arbeit, Aufhebung des Gefühls von Vereinsamung durch das Schreiben; den jüngeren Autoren fehle ein solcher Austausch; der "aufgeklärte Dispot" Richter habe Maßstäbe setzen können und Toleranz fordern können; für diese Erfahrung ist Grass Richter nach wie vor dankbar; die Artikel zum Jubiläum der Gruppe 47 seien sehr dürftig (bspw. Von Professor Arnulf Baring, der sich "unverschämt" zu den literarischen Fähigkeiten Richters äußere); die Gruppe 47 gehöre zu dem herausragenden Dingen der Nachkriegszeit, aber die Tendenzen, auch diese zu "zerreden", seien groß; für viele Autoren sei die Gruppe 47 sehr wichtig gewesen, für jüngere Autoren fehle etwas Vergleichbares; Frage: Freundschaft unter Literaten vs. Solidarität der Einzelgänger; Grass: auch hier habe Richter vermitteln können: Trotz unterschiedlicher Meinungen sei man kollegial miteinander umgegangen; auch bei der politischen Distanz (z.B. zwischen Grass und Walser oder Grass und Enzensberger) habe man diese Kollegialität nicht unterbinden können; trotz unterschiedlicher Meinungen bspw. Zum Einigungsprozess sei Walser für Grass ein "liebenswerter Kollege"; Frage: jüngere Autoren wie John Irving oder Salman Rushdie beziehen sich auf Grass - steht Grass mit ihnen in Kontakt? Grass: Treffen mit Rushdie seien durch das Todesurteil erschwert und man könne sich nur alle paar Jahre einmal begegnen; mit Irving und anderen Autoren Briefwechsel; Grass findet es amüsant, dass seine Literatur im Ausland mehr Schule gemacht habe als in Deutschland; Frage: "Das Zirkuskind" erinnert an Grass… Grass: …die früheren Romane Irvings noch mehr; Irving und Rushdie würden sich dazu bekennen; sie seien aber so talentierte Schüler, dass nie die Gefahr bestanden hätte, dass sie zu Epigonen werden würden; Grass' großer Lehrer: Alfred Döblin; Döblins Romanwerk sei nicht so geschlossen wie das Kafkas oder Thomas Manns; Autoren, die bei Kafka oder Mann anknüpfen würden, seien der Gefahr ausgesetzt, zu Epigonen zu werden; Döblin sei reich an neuen epischen Einfällen gewesen, durch die man Anknüpfungspunkte bekommen hätte; Frage: Grass als Stifter verschiedener Preise - warum ist Grass damit so singulär? Grass: weiß darauf keine Antwort; als Schriftsteller habe er gelegentlich "Überschüsse" erwirtschaftet (etwa nach dem "Butt"), mit denen er bspw. Den Alfred-Döblin-Preis habe stiften können und sich somit für die Gegenwartsliteratur engagieren können; der Preis werde für Manuskripte verliehen; Grass erinnert sich an die schwierige wirtschaftliche Situation von Autoren und wie sehr ihnen ein Preis helfen kann. -------- ab hier Transkription ------------ Der Preis ist ja besonders ausgestattet: Er wird für Manuskripte verliehen. Nun erinnere ich mich sehr wohl, in welch einer Situation sich ein Autor befindet, dem das Geld, das ohnehin nie dick da war, ausgegangen ist, und er hat vielleicht aber noch einhundertfünfzig Seiten vor sich. Und auch die schon fast fertigen Seiten sind noch nicht ganz fertig. Und wie hilfreich da ein Preis sein kann - zum Beispiel"Preis der Gruppe 47" - für mich im Jahre '58. Und so habe ich dieses Statut des Dublin-Preises dann auch gestaltet. Und bei dem zweiten.Preis ist es so, daß nach- dem nun auch die CDU/CSU gezwungen war, im Prozeß der Deutschen Einheit als Vorbedingung endlich die Oder-Neisse-Grenze anzuerkennen, wurde das Verhältnis zu Polen entspannter. Das durfte nicht alleine nur beim Politischen bleiben. Da muß auch etwas, zum Beispiel zwischen den Künsten geschehen und so ist dieser ein Preis zugunsten polnischer Graphiker und Chodowiecki war halt polnischer Herkunft, von der mütterlicher Seite kalvinistisch, schweizerisch ,hat aber als ein preußischer Beamter die preußisch- königliche Akademie der Schönen Künste reformiert, war halt ein Mann der Aufklärung, also eine wunderbare Personalkombination. Hinzu kam auch noch, daß er aus Danzig stammte, das war der zweite Preis. Und die dritte Stiftung bezieht sich also auf mein politisches und gesellschaftliches Tun. Diese Gruppe von Menschen in Deutschland, es sind zumeist Sinti, die auch zum Volk der Roma gehören, sind bis heute die Benachteiligten. Ihnen steht kein Staat Israel zur Seite. Sie sind nicht so gut organisiert wie größere Bevölkerungsgruppen, sei es die Türken, sei es die Italiener, die ins Land gekommen sind und hier versuchen, Fuß zu fassen oder schon Fuß gefaßt haben. Ihnen hilft niemand.Sie müssen für alles mögliche geradestehen,auch für unseren dämlichsten Aberglauben. Für uns sind Zigeuner wunderbar in der Operette. Wer künstlerisch anspruchsvoller ist ,greift auf Brahms-Lieder zurück oder auf Lenau-Gedichte. Aber sobald sie in die Nachbarschaft ziehen, setzt diese erbärmliche Verunsicherung ein und schlägt sich nieder in Distanz und Ablehnung. Und deswegen habe ich diese dritte Stiftung zugunsten des Volkes der Roma geschaffen. Auch das soll mit einem Preis verbunden sein. In diesem Fall geht es zurück auf einen meiner ersten Lehrer auf der Düsseldorfer Kunstakademie ,Otto Pankok , dem ich viel verdanke in künstlerischer Beziehung. Aber er hat uns Schüler - und das war 1949, 50, 51 - in der Zeit war ich bei ihm ,er hat uns viel im Umgang mit in Deutschland lebenden Sinti und dort schon seit Generationen ansässigen Sinti, vermittelt. Er hat sie ja nicht nur als Modelle gehabt, sondern sie gehörten zu seinem Atelier und auch zu unserem Ateliers - und er hat uns gelehrt, mit ihnen umzugehen. Das hat sich bei mir niedergeschlagen. Bei ihm schlug sich das in wunderbaren Kohlezeichnungen nieder, und auch dieses ist eine Art Dankabstattung. Dr. Kluge: Herr Grass, das alles zu überblicken und in Gang zu halten kostet ja viel Zeit, wie machen Sie das? G. Grass: Mit Hilfe meiner Sekretärin. Das hat über drei Jahrzehnte Eva Hönisch in Berlin gemacht und nun machts Frau Ohsoling hier in Lübeck ,und beide verstehen es, die Post vorzusortieren und sie mir so zu legen, daß ich also auch zu Antworten komme ,soweit es möglich ist . Und beide sind mir, die eine war es, die andere ist es, jetzt behilflich ,die schwierige Kunst des Neinsagens zu üben. Das ist vordringlich. Die Arbeit, die ich auch nur machen kann, muß weitergehen und diese Dinge stehen im Vordergrund. Dr. Kluge: Aber Sie entschädigen sich , glaube ich auch , dadurch ein bißchen selbst, daß Sie auch die sinnliche Seite des Lebens zu schätzen wissen? Günter Grass und das Essen. Was mögen Sie eigentlich am liebsten? Was haben Sie sich als Geburtstags-Menü gewünscht? G. Grass: Also mein Geburtstags-Menü nimmt Rücksicht auf unsere acht Kinder und mittlerweile neun Enkelkinder ,und insbesondere auf die.Und das wird gemischt sein. Aber es ist auf jeden Fall nicht nur Fleisch - es ist auch Fisch dabei. Ich selbst bin ein begeisterter Fisch-Esser und auch Fischkoch und bin ein Fischverwerter in jeder Beziehung. Also oft, wenn ich die Zeit habe, in Dänemark oder in Portugal, dann kaufe ich den Fisch, dann zeichne ich ihn erst ,und dann wird er gebraten oder gesotten oder gedämpft oder gedünstet. Und dann bleibt auch noch mit Kopf und Gräte und Schwanz etwas übrig, was auch noch bis zum Restzustand gezeichnet sein will. Dr. Kluge: Herr Grass, nun mal zur Literatur . Deutsche Literatur sei schwierig, zu kompliziert, sei zu vielschichtig zu esoterisch. Mit dieser These haben Sie sich schon 1974 auseinandergesetzt. Ist da eigentlich etwas dran? G. Grass: Ich halte das für arrogantes Feuilleton-Gefasel. Man will einfach nicht zur Kenntnis nehmen, daß es im deutschsprachigen Bereich eine Vielzahl von sehr guten Erzählern gibt, die natürlich keine bloße Unterhaltungsliteratur schreiben. Aber sie unterhalten auch und erzählen mit Anspruch. Fordern den Leser auch heraus. Ich könnte Ihnen, nur um nur Beispiele zu nennen aus der Bundesrepublik, Gerhard Köpf nennen, der wunderbare Romane voller praller Erzählung geschrieben hat, und das wird einfach so abgetan. Oder in der Schweiz, was ja auch nicht einfach ist, in der Nachfolgegeneration von Frisch und Dürrenmatt damals für jüngere Autoren. Gerold Späth ist seit Jahren, seit Jahrzehnten dabei, einen wunderbaren Roman nach dem anderen vorzulegen. Ganz auf sein Rappeswiel und das Umfeld konzentriert ,ein großartiger Erzähler.Und dennoch werden die Werke dieser Autoren von Verlag zu Verlag verschoben. Feuilletonbengels, anders kann ich es nicht nennen, tun das ab als zu kompliziert,als nicht präsent und mokieren sich darüber. Vieles von dem, was man so zu hören bekommt und was leider auch über die Kultursendungen läuft, fundiert auf Unwissenheit oder auf Ignoranz, was noch schlimmer ist. Sie wissen es ganz genau, daß diese Autoren da sind, aber sie reden sie weg ,oder sie verschweigen sie, oder sie behaupten Dinge, die einfach nicht stimmen. Es gibt diese Literatur, es gibt sicher auch Dinge, die ich kritisiere. Zum Beispiel kann man durchaus feststellen, daß es der 68er Generation nicht gelungen ist , ihr eigentliches Thema, die Veränderungen ihrer Zeit, an der sie ja zum Teil mitgewirkt haben, trotz mittlerweile gehörig zeitlichem Abstand, in Literatur umzusetzen. Delius ist eine Ausnahme. Ganz wenige hat es gegeben. Dr. Kluge: Aber es ist ihnen nicht gelungen, praktisch ein neues "Treibhaus" wie in den fünfziger Jahren Wolfgang Köppen zu schreiben? G. Grass: Nein, das ist nicht gelungen.Und was ich hoffe oder vermute - und ich glaube, daß ich da nicht falsch gehe - ist ,daß aus den neuen Bundesländern ,den ostdeutschen Bundesländern ein Schub Literatur zu erwarten ist . Weil dort Verluste stattgefunden haben und weiterhin stattfinden. Identitätsverluste. Diese Inbesitznahme, das ,was Beitritt genannt wurde, wurde zum Anschluß.Das Geld kam, griff zu. Das, was gelebt worden war in der DDR unter den Zwangsbedingungen. Eine Diktatur wurde als verpfuschtes Leben abgetan, aus westlicher Sicht. Diese Art von Verletzungen wird zu Literatur führen. Das sind Dinge, die sich wahrscheinlich bei den zum Zeitpunkt erst 17-,18-,19jährigen festgesetzt haben in Literatur umschlagen. Dr. Kluge: Wir sprachen jetzt von der epischen Literatur. Sie haben einmal als Dramatiker begonnen, große Erfolge gehabt. Dann doch eigentlich ganz aufgehört. Trauen Sie dem Theater keine Wirkung mehr zu? G. Grass: Also, das muß ich korrigieren. Angefangen habe ich als Lyriker. Dann kamen Theaterspiele dazu, - Einakter - und die sind natürlich nicht erfolgreich gewesen. Das war in einer Zeit, was die Bühnenliteratur betraf, sondern insgesamt deutsche Literatur nicht zählte. Es mußte schon aus dem Ausland kommen. Also es wurden Adamov und Beckett natürlich und Ionesco gespielt. Aber was Hildesheimer und ich am Theater vorlegten, das wurde zwar in das Kästchen "absurdes Theater" getan ,aber gespielt wurde es von Studentenbühnen und damit war es auch vorbei. Erfolg hatte erst ein Jahrzehnt später entstandenes Stück "Die Plebeier proben den Aufstand". Aber auch das ist nur ein temporärer Erfolg gewesen, weil dieses Stück bis heute querliegt. Es spielt um den 17. Juni herum.Es ist das einzige Theaterstück zu diesem Thema ,das geschrieben worden ist. Es geht an gegen beide Verfälschungen: die der "Konterrevolution" in der DDR und das Umlügen eines Arbeiteraufstandes zu einem "Volksaufstand" durch Konrad Adenauer, also gegen beide Fiktionen geht dies Stück vor und hat zudem auch noch am Verhalten Brechts während des 17. Juni - eine Konzentration auf eine intellektuelle Machtposition im Gegensatz zur politischen Machtposition - Kritik geübt. Wie verhält sich der Intelektuelle, wie wird er schuldhaft? In dem Augenblick ,in dem die Realität auf die Bühne kommt und ihn beim Wort nimmt. Das ist das Thema dieses Stückes . Und das ist, ich hab' es dann mir wieder noch einmal angeschaut 1968, äußerst aktuell geblieben. Nur gehen keine Theater an das Stück heran. Es ist nach wie vor brisant. Und um auf den Kern Ihrer Frage zu kommen: Schon zu der Zeit, als die "Plebier" herauskamen, begann sich im deutschsprachigen Theater das "Regietheater" durchzusetzen. Also die Möglichkeit ,für mich als Autor mit meinem Stück, in Zusammenarbeit mit dem Regisseur und den Schauspielern, eine spielfähige Vorlage zu erarbeiten, wurde immer geringer. Die Regisseure wollten eigentlich ein Libretto haben, über das sie frei verfügen konnten. Oder sie griffen auf Autoren zurück, die tot sind wie Shakespeare und sich nicht mehr wehren können. Und verhackstückten dann den Shakespeare. Anfangs gab es ja sehr begabte Regisseure darunter, die auch Sehenswertes gemacht haben und die sich mit Hilfe der Stücke dieser toten oder lebenden Autoren selbst realisiert haben, als Regisseure.Nus,dem wollte ich nicht zuarbeiten. Das könnte ich auch nicht. Das hat mich dazu gebracht, dann eben auf diese literarische Disziplin, die mich immer sehr gereizt hat, zu verzichten. Dr. Kluge: Wie steht es denn eigentlich mit der Poesie. Ich kann mich noch als Kind erinnern, da gab es kaum eine Geburtstagsfeier, eine Hochzeit, ohne daß da gedichtet wurde. Es waren so viele Talente da, die Stegreif-Gedichte produzieren konnten. Ich glaube, Sie können das auch. Verschwindet eigentlich so ein Stück Poesie aus unserem Leben? G. Grass: Das gibt es doch heute kaum mehr. Ich habe ja ein Faible für große Familiengeburtstage. Und kürzlich noch, also war es ein runder Geburtstag meiner Schwester, da waren mehrere dieser Generationen in der Lage, mit Stehgreifgedichten oder mit vorbereiteten Gedichten beizutragen am Geburtstagsprogramm, und die Kinder und Kindeskinder haben gestaunt. Und vielleicht ist das eine oder andere hängengeblieben und führt dann dazu, daß sie es wieder aufgreifen. Als ich jetzt kürzlich in Berlin war, lag dort mein letzter Gedichtband ,die "Fundsachen für Nichtleser". Dieser Gedichtband ist ja meinen Enkelkindern gewidmet. Und eines meiner Enkeltöchter ,Rosanna, war auch schon in der Lage, ohne daß jemand sie dazu aufgefordert hatte, ein Gedicht auswendig aufzusagen, das ihr besonders gefallen hatte. Und das find ich sehr schön. Dr. Kluge: Überwältigendes Thema dieses Herbstes soll die hoffnungslose Beziehung von Mann und Frau sein in der Literatur. Könnte Sie eine solche Thematik auch reizen? G. Grass: Schon von der Fragestellung her find' ich die eher komisch und absurd. Daß das eine schwierige Beziehung ist, wer will das bestreiten. Daß sie die Literatur immer wieder zu Dreiecks- und Vierecksgeschichten in allen möglichen Varianten befruchtet hat, wer will das bestreiten? Mich hat das nie so im Vorrang interessiert. Auch in meinen Büchern kommen diese Beziehungen vor, aber das eigentliche Geschehen, das epische Geschehen, wird von anderen Dingen bewegt. Ich könnte es nie darauf, was ja viele Schriftsteller tun, darauf reduzieren. Dr. Kluge: Sie haben in Ihren großen Romanen, vor allem im "Butt", noch Frauenschicksale erzählt. International mischen sich aber eigentlich heutzutage die Männer weniger in Frauensachen ein und auch umgekehrt. Ist das bedauernswert? G. Grass: Ich weiß nicht, ob das weiter so stimmt. Also Garcia Marques hatte eine wunderbare Liebesgeschichte "in den Zeiten der Cholera" erzählt. Es gibt nach wie vor gerade auch bei der älteren Generation der Autoren eine Beziehung dazu, nur reduzieren sie es nicht auf diese angeblich so hoffnungslos und tragisch und immer tragischer ausgehende Beziehungskiste zwischen Mann und Frau. Es läuft vieles, viel episches Geröll ist im Gange. Und so ist es auch bei mir. Im "Butt" sind diese Vielzahl von Frauenfiguren, die ich durch die Jahrhunderte hinweg tätig sein lasse, nicht reduziert auf ihr jeweiliges Liebesverhältnis, das läuft so mit. Sie sind mit dem Kochen, sie sind mit neuen Gerichten, sie sind mit dem Ernähren befaßt und müssen auch ihre Art von Selbständigkeit, die natürlich im Mittelalter eine andere gewesen ist als heutzutage, auch kräftig verteidigen. Das sind die Themen, die mich interessierten. Dr. Kluge: Volker Neuhaus, wir hatten es am Anfang ja schon erwähnt, hat Ihre Geburtstagsmonographie "Schreiben gegen die verstreichende Zeit" betitelt. Hat er damit eigentlich Ihr Lebensthema getroffen? G. Grass: Das ist ein Zitat aus einem Buch, das auch wieder recht aktuell geworden ist aus dem "Tagebuch einer Schnecke". Und dieses Buch ist ja um 1968 geschrieben worden. Damals hatten wir die junge Generation ,die 68-Genration, die meinten, die Schnecke, so was langweiliges, langsames kommt für uns nicht in Frage. Man träumt ja von dem großen Sprung. Und ich habe davor gewarnt. Ich wußte, daß man zwar springen kann, aber sich die übersprungene Phase nicht beeilt, die hinkt dann hinterdrein. So ist es dann leider auch politisch gewesen und bis heute geblieben. Und dieses Buch ist ja an meine Kinder gerichtet. Ich erzähle ihnen u.a. die Geschichte der Danzinger Synagogengemeinde, ich berichte aus dem Wahlkampf des Jahres 1969. Ich erzähle von der Vorarbeit einer Rede, die ich halten soll zum Dürer-Gedenkjahr. Über Dürers Kupferstich-Melancholia1 ,also über die Beziehung zwischen Melancholie und Utopie, und werde dann von meinen Kindern gefragt, was ist das "Schriftsteller"? Sie sind ja mit meiner Tätigkeit konfrontiert,und dann sage ich: "Ein Schriftsteller ist jemand, der gegen die verstreichende Zeit schreibt. Er hat in erster Linie mit Vergangenheit zu tun". Später hat sich dann bei mir der Zeitbegriff etwas verändert und verschoben. Mir ist aufgefallen, daß, zumindest aus der Sicht eines Schriftstellers, dieses Korsett, was wir uns angelegt haben und das da sagt, erst war die Vergangenheit, dann kommt die Gegenwart und danach kommt die Zukunft, doch sehr eng ist. Zumal wir in Wirklichkeit in unseren Träumen, in unseren Tagträumen, in unseren inneren Monologen dauernd Vergangenheit und Gegenwart mischen mit Zukunftsängsten. Die drei Dinge sind miteinander verbunden und dann hab' ich in einem kürzeren Buch "Kopfgeburten oder die Deutschen sterben aus" diesen Begriff der Vergegenkunft für mich erfunden und auch als handwerkliche Grundlage benutzt. Bücher, wie zum Beispiel auch "Das weite Feld" aber auch "Das Treffen in Telgte" arbeiten mit diesem Zeitbegriff der Vergegenkunft. Dieses Hineinholen zurückliegender Phasen, die auf einmal gegenwärtig werden und mit denen wir auch noch in Zukunft zu rechnen haben ,oder eine Gegenwart, auf die die Zukunft schon so kräftige Schatten wirft, daß dem kaum auszuweichen ist, das sind die Dinge, die mich dazu geführt haben mit einem anderen Zeitkonzept zu arbeiten. Dr. Kluge: Aber als das große "Dennoch" gegen die Vergänglichkeit wollen Sie das nicht verstanden wissen? G. Grass: Das spielt sicher mit eine Rolle. Ich sagte es ja vorhin schon, daß es - sie fragten mich nach partiellem Stolz - und da ist es ein Stolz, daß es mir gelungen ist, politisch verspieltes Terrain ,also zum Beispiel meine Heimatstadt Danzig ,literarisch wieder entstehen zu lassen. Das ist sicher auch gegen die Zeit ein Stück Triumph, daß die Literatur so etwas leisten kann. Dr. Kluge: "Kalkutta sehen und weiterleben", haben Sie im "Butt" einmal geschrieben. Hatten Sie in Indien Ihr Saulus-Paulus- also Ihr Damaskus-Erlebnis, was Ihre, unsere Ansichten von der Dritten Welt angeht? G. Grass: Also dramatisch seh' ich das nicht. Ich kannte ja Indien vorher und hatte mit meiner Frau einige Asienreisen gemacht.Nur wußte ich von einem vorherliegenden Besuch, daß ich an keinem anderen Ort außer Kalkutta aus meiner Erfahrung die Probleme der Dritten Welt und auch unserer Welt ,der reichen und vorherrschenden Welt miteinander mischen ,miteinander präsent sind und dort wollte ich längere Zeit leben. Und dieses längere Erleben dort hat mich erst einmal sprachlos gemacht:das genaue Hinsehen, wobei mir dann übrigens das Zeichnen geholfen hat. Durch das Zeichnen bin ich dann auch wieder zu Wörtern gekommen. Und so ist aus der Notlage heraus - der anfänglichen Notlage heraus - auch das Konzept eines Buches zu bezeichnen, entstanden, indem ich meine Möglichkeiten des Prosaschreibens im Tagebuchbericht ("Zunge zeigen"), der Lyrik mit einem langen Kalkutta-Gedicht und mit einer Vielzahl von Zeichnungen vom Überlebenskampf in Kalkutta Bericht gebe. Dr. Kluge: Sie waren ja in Kalkutta ein Fremder. Wie sind Sie als Fremder dort wahrgenommen worden? G. Grass: Sehr freundlich, sehr freundlich, aber - wissen Sie - das liegt auch daran , manche machen den Versuch und sagen:"So jetzt versuch ich mich mal dem anzupassen". Was in der Regel mißlingt und dann zur Enttäuschung führt. Mir war das von Anfang an klar. Auch, wenn ich dort längere Zeit bleiben würde ,und zwei Jahre würde ich fremdbleiben. Das ist gar nicht aufzuheben. Aber mir kam es auch darauf an, daß Fremdbleiben als etwas zu beschreiben, was dazugehört. Dr. Kluge: Sie sind Schreiber, bildender Künstler - wir haben es gerade auch kurz gestreift - Leser aber auch ein begnadeter Vorleser, lassen Sie mich das ruhig mal so sagen. Ist der Vorleser ,der öffentliche Mensch Günter Grass eine Lieblingsrolle von ihnen? G. Grass: Das Lesen, Lautlesen ist etwas, was bei mir mit dem Schreibprozeß verbunden ist. Ich schreibe laut. Zum einen ,ich schreibe im Stehen. Ich gehe vor meinem Stehpult auf und ab und spreche den Satz oder die Satzperiode so lange vor mich hin, verändere sie dabei, bis sie nicht nur geschrieben sondern auch gesprochen Bestand hat. Das geht wahrscheinlich darauf zurück, daß Verständnis von Literatur davon ausgeht, daß die Literatur in ihren Anfängen oral gewesen ist. Es wurde weiter erzählt. Das Schreiben ist erst später dazu gekommen. Und aus dieser Schreibübung, die eine laute ist ,also eine laut vortragende, hat sich bei mir auch das Vergnügen entwickelt, von Zeit zu Zeit vor Publikum zu lesen. Das war früher exessiver, weil ich auch sehr gerne aus dem Manuskript vor Publikum gelesen habe. Und das kann ich heute nicht mehr, dann wird sofort das Thema ,an dem ich noch arbeite, in der Öffentlichkeit zerquatscht ,und das ist seit dem"Butt" leider nicht mehr möglich. Dr. Kluge: Lesen will gelernt sein. Wir wollen ruhig mal eine Lanze für das Lesen brechen. Lesen braucht aber auch Tradition, Familientradition, haben Sie schon 1974 einmal gesagt. Vom Nutzen und Nachteil des Lesens für das Leben spannt sich der Bogen in dieser Diskussion. Vom Lesen als Lebensmittel sozusagen sogar bis zu der Behauptung:"Lesen hält vom Leben ab". Ist da was dran? G. Grass: Für das Lesen , für diesen Vorgang gibt es in unser surrogatreichen Welt kein Surrogat. Gut, man kann lesen lassen, das tun gelegentlich Politiker mit entsprechendem Ergebnis. Aber dieser Vorgang ja am besten dargestellt, wenn man sich erinnern möchte, an einer Plastik von Barlach, "Lesender Klosterschüler" heißt sie. Sie zeigt einen jungen Mann, Knaben fast, mit einem Buch. Und diese Art von Versunkenheit, von Einheit, ein Mensch und ein Buch. Dafür gibt es keinen Ersatz. Wie auch das Lesen mit anderen auf Medien bezogene Tätigkeiten ohne Vergleich ist. Das Fernsehen bedient den Zuschauer, er muß nichts tun. Die Bilder sind fix und fertig und löschen sich gegenseitig. Während der Leser ein abstraktes Schriftbild zu imaginieren hat. Er belebt es. Das Buch ist tot ohne den Leser. Erst wenn der Leser auftritt, es in die Hand nimmt und anfängt zu lesen, entsteht es wieder. Das ist wunderbar und möchte ich ,soweit es mit den Möglichkeiten eines Schriftstellers noch getan werden kann, fördern. Ich fände es zum Beispiel auch im Schulunterricht viel nützlicher und viel dem Buch förderlicher und auch den Schülern förderlicher, wenn man weniger Interpretation leisten würde und mehr zum Beispiel das laute Vorlesen lernen würde. Regelrecht lernen, weil, mit diesem Lesen , mit dem lauten Vorlesen nicht nur der Leser etwas für sich vermittelt, sondern er vermittelt auch den Zuhörenden etwas. Ich bin auch sicher, daß in der jungen Generation die Übersättigung durch das derzeitige neue Medienangebot schon angefangen hat und das sich mehr und mehr junge Menschen im Vergleich zur älteren Generation, die noch fernsehtrunken ist, davon abwenden werden, bemerken werden, was tu ich meiner Zeit und die zum Buch zurückfinden werden. Dr. Kluge: Ich möchte eigentlich doch hier noch mal auf ein anderen Aspekt kommen. Die Zeitgenossen haben Schillers "Räuber" oder Büchner oder.Fontanes "Stechlin"aber auch Thomas Manns"Doktor Faustus" oder Wolfgang Köppens "Das Treibhaus", wir erwähnten es gerade, anders gelesen als wir heute. Nimmt die historische Distanz diesen Büchern eigentlich die politische Schärfe und Wirkung? G. Grass: Sicher, das was aktuell an politischer Schärfe da war, verliert sich. Ich habe das ja bemerkt, also bei den Auseinandersetzungen um meinen Roman ein weites Feld, da wurde mir unter anderem der Vorwurf gemacht, daß ich zu nah an der Geschichte dran sei und Literatur benötige eine gehörige Distanz. Und das ist natürlich leicht zu widerlegen. Sie haben gerade Fontane genannt. Nehmen wir den "Stechlin". Dieses Buch ist parallel zur Zeit geschrieben worden. Im "Stechlin" wird zum ersten Mal ein Wahlkampf, das auch noch auf dem Land, in Brandenburg beschrieben, und es siegen sogar die Sozialdemokraten. Ein Skandal damals. Und so ist das Buch auch, es ist ja erst nach Fontanes Tod erschienen, aufgenommen worden. Das gleiche gilt für "Frau Jenny Treibel",auch parallel zum Zeitgeschehen geschrieben. Natürlich haben diese Bücher aus der Nähe zum Zeitgeschehen heraus Ärgernis erregt. Aber wenn wir heute "Frau Jenny Treibel"lesen oder eben den "Stechlin", dann haben wir die Möglichkeit, so geht es mir jedenfalls, aus dem neureichen Kulturbanausentum, mitsamt auch den liebenswerten Zügen einer Jenny Treibel,Schlüsse auf unsere Zeit, auf unsere Kulturbetrieb zu zielen. Soweit entlegen uns diese Zeitperiode erscheint, so aktuell ist sie doch geblieben. Dr. Kluge: Nach der Rättin 1986, Herr Grass, gingen bei Ihnen die Kritiker erst so richtig auf Sie los. Warum kam es damals zu dieser Polarisierung, die ein bißchen bis heute anhält? G. Grass: Das Thema paßte nicht. Wir sind zwar wie noch nie in der Geschichte der Menschheit informiert, also auch über die Fähigkeit der Menschen, sich selbst zu vernichten und zwar auf vielfältige Art und Weise. Aber wenn ein Autor daraus Konsequenzen zieht und ein Buch wie "Die Rättin" vorlegt, dann gab es aus politischen Gründen ,aus damals auch schon aus so einem postmodernen Empfinden ,sich doch bitte nicht so sehr auf die Zerbrechlichkeit unserer Existenz einzulassen, gab es dann diese Art von Abfuhren und Verdammungen, ohne daß das Buch zu Kenntnis genommen wurde. Das ist das neue. Meine Bücher, von der "Blechtrommel" angefangen, haben immer wieder zu Auseinandersetzungen geführt. Aber wenn ich den Verriß der "Blechtrommel", wie er damals in der FAZ geschrieben von Günther Blöcker stand, vergleiche mit Verrissen, die erschienen ,als"Ein weites Feld", das Buch herauskam, ist ganz leicht festzustellen, daß der Verriß von Blöcker auf Lektüre zurückging,genaue Lektüre des Buches. Das Buch machte ihn zornig und ärgerlich und so hat er reagiert. Während ein Großteil der Sachen, die als sogenannte Kritik auf mich zukommen, von Lektüre nicht angekränkelt sind. Das ist einfach Voreingenommenheit, die sich ausdrückt.Und zumeist auch politisch gestimmte Voreingenommenheit. Dr. Kluge: Günter



Urtitel:
Anfang/Ende:
Herr Grass, Sie…gehen. Danke sehr.
Genre/Inhalt:
Biographie
Präsentation:
Interview
Historischer Kontext:

Grass wird 70 Jahre alt

Schlagworte:

Person:
Fontane Theodor; Neuhaus Volker; Richter Hans-Werner; Walser Martin; Enzensberger Hans Magnus; Irving John; Rushdie Salman; Döblin Alfred; Kafka Franz; Mann Thomas; Chodowiecki Daniel Nikolaus; Brahms Johannes; Pankok Otto; Köpf Gerhard; Frisch Max; Dürrenmatt Friedrich; Beckett Samuel; Hildesheimer Wolfgang; Adenauer Konrad; Brecht Bertolt; Shakespeare William; Garcia Marquez Gabriel; Dürer Albrecht; Barlach Ernst; Schiller Friedrich; Brandt Willy; Heinemann Gustav; Schiller Karl; Orwell George; Schütz Heinrich; Grass Ute; Kemal Yasar; Faulkner William; Aitmatov Tschingis; Joyce James; Böll Heinrich; Rühmkorf Peter; Lenau Nikolaus; Hönisch Eva; Osohling Hilke; Späth Gerold; Köppen Wolfgang; Adamov Ionesco Eugen; Grass Rosanna; Blöcker Günther; Palme Olof; Bartok Bela
Werke:
Das Treffen in Telgte; Der Butt; Die Blechtrommel; Katz und Maus; Die Rättin; Die Plebejer proben den Aufstand; Fundsachen für Nichtleser; Aus dem Tagebuch einer Schnecke; Kopfgeburten oder Die Deutschen sterben aus; Zunge zeigen; Ein weites Feld; Novemberland
Sach:
Kriegsende; Phantasie; Heimat; Sprache; Wirtschaftswunder; Bildhauer; Zuhause; Nomade; Schreiben gegen die verstreichende Zeit
Geo:
Ostpreußen; Schlesien; Berlin; Paris; Schleswig-Holstein; Dänemark; Portugal; Danzig; Kaschubei; Düsseldorf; Polen; Vorpommern
Aufnahme:

Aufnahmedatum:
23.09.1997
Aufnahmeort:
Lübeck
Sprachen:
deutsch
Anmerkung Qualität:
Lücke nach einer Kassettenseite (ca Minute 45)
Kopie:

Länge der Kopie:
01:01:22
Datenformat Sichtung:
MPEG 2
Teilnehmende:

Person:
Kluge, Erhard (Interviewpartner)
Person:
Kluge, Erhard (Autor(in))
Person:
Grass, Günter (Autor(in))
Person:
Grass, Günter (Vorredner(in))

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Zitierform:

Kluge, Erhard / Grass, Günter: Lübeck .

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