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DB-Nummer: 980

Entschädigungsfonds : Telefoninterview

Grass spricht über das Ausbleiben der versprochenen Entschädigungsfonds; die Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" behindere die Auszahlung der Gelder; der Druck auf Firmen, die sich den Entschädigungsfonds entziehen, solle dabei gleich stark bleiben; Grass habe auch konkret mit Betroffenen gesprochen, die sich sehr enttäuscht von der deutschen Wirtschaft zeigen; Grass wünscht sich neben der Auszahlung auch ein Fortführen der Auszahlungen im Krankheitsfall; die deutsche Wirtschaft habe an Ansehen verloren, auch im Ausland.



Urtitel:
Entschädigungsfonds
Anfang/Ende:
Ja, es war…Fehlverhalten der Wirtschaft.
Genre/Inhalt:
Politik
Präsentation:
Interview
Historischer Kontext:

In der Zeit der NS-Herrschaft und des Zweiten Weltkriegs wurden im Deutschen Reich und in den von Deutschland besetzten Gebieten Millionen von Zwangsarbeitern unter zumeist inhumanen Bedingungen eingesetzt. Mit der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ wollen die Bundesrepublik Deutschland und deutsche Unternehmen ein Zeichen ihrer historischen und moralischen Verantwortung für diese Geschehnisse setzen und die bisherigen Regelungen zur „Wiedergutmachung“ ergänzen. Die durch Gesetz im August des Jahres 2000 errichtete Stiftung hat eine zentrale Aufgabe: Im Rahmen mehrerer weltweiter Auszahlungsprogramme sollen Opfern bestimmter nationalsozialistischer Unrechtsmaßnahmen in einem unbürokratischen Verfahren finanzielle Leistungen gewährt werden. Die Auszahlung dieser Leistungen ist weitgehend abgeschlossen. Nach dem 30. September 2006 erlöschen alle noch bestehenden Leistungsberechtigungen ehemaliger Zwangsarbeiter, bzw. wegen Personen- oder Vermögensschäden. Im Zentrum des Auszahlungsprogramms standen individuelle Leistungen an ehemalige Zwangsarbeiter, die aus ihren Heimatländern deportiert wurden und unter besonders schlechten Bedingungen zur Arbeit gezwungen wurden. Innerhalb dieses Programms konnten auch andere NS-Opfer berücksichtigt werden. Zudem wurden individuelle Leistungen für Personenschäden, z.B. aufgrund medizinischer Experimente oder aufgrund einer Unterbringung in einem Heim für Kinder von Zwangsarbeitern gewährt. Auch Vermögensschäden wurden im Rahmen des Programms berücksichtigt, soweit deutsche Unternehmen daran wesentlich, direkt und schadensursächlich beteiligt waren und die Geschädigten dafür nicht bereits staatliche Entschädigungsleistungen, etwa nach dem Bundesentschädigungsgesetz, erhalten haben oder hätten beantragen können. Zudem hat die Stiftung Finanzmittel zur Verfügung gestellt, um bei nicht ausgezahlten Lebensversicherungen Leistungen zu erbringen. Schließlich wurden Stiftungsmittel in erheblichem Umfang auch für humanitäre Fonds zugunsten von Überlebenden des Holocaust im Rahmen von drei Sonderprogrammen zur Verfügung gestellt. Grundlage der Tätigkeit der Stiftung war das Gesetz zur Errichtung einer Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“, vom 2. August 2000, in Kraft getreten am 12. August 2000 (Bundesgesetzblatt: BGBl. 2000 I 1263), geändert durch das Gesetz vom 4. August 2001, in Kraft getreten am 11. August 2001 (BGBl. 2001 I 2036), vom 21. August 2002, in Kraft getreten am 28. August 2002 (BGBl. 2002 I 3347) sowie durch das Gesetz vom 19. August 2004, in Kraft getreten am 25. August 2004 (BGBl. 2004 I 2166) Als gesonderter Teil der Stiftung, der auch nach dem Ende der Auszahlungen bestehen bleibt, ist der Fonds „Erinnerung und Zukunft“ als dauerhafte Einrichtung geschaffen worden, der mit den Erträgen aus den ihm zugewiesenen Mitteln spezifische Projekte fördert. (Quelle: http://www.stiftung-evz.de/)

Schlagworte:

Person:
Stern Carola
Sach:
Entschädigung; Stiftung Erinnerung; Verantwortung und Zukunft; ehemalige Zwangsarbeiter; Wiedergutmachung; Wirtschaftsstandort Deutschland
Geo:
USA
Aufnahme:

Datum Erstsendung:
14.03.2003
Aufnahmeort:
unbekannt
Sprachen:
deutsch
Anmerkung Qualität:
Telefoninterview
Original:

Originallänge:
00:06:55
Kopie:

Länge der Kopie:
00:07:01
Tonträger:
CD
Datenformat Sichtung:
MPEG 2
Herkunft:

Produktionsnummer:
DF III 403
Teilnehmende:

Person:
Grass, Günter (Vorredner(in))

Zitieren

Zitierform:

Entschädigungsfonds. unbekannt .

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