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DB-Nummer: 1013

Wann hat Grass zum ersten Mal über seine Zeit in der Waffen-SS gesprochen? : Gespräch mit Prof. Dr. Alfred Grosser, franz. Politologe und Publizist

Das Grass-Geständnis als Ausgangspunkt für die Diskussion über den Umgang der Deutschen mit der nationalsozialistischen Vergangenheit Track 1: Telefoninterview mit Alfred Grosser F.: Reaktion Grossers auf die neuen Erkenntnisse über Grass? Grosser: gezwungene Mitglieder der Waffen-SS; Grosser hat sich gefreut, dass darüber nun eine Diskussion entstanden ist; problematisch sei das lange Schweigen insbesondere angesichts der Kranzniederlegung Helmut Kohls in Bitburg; Grass habe keine Schuld; F.: Grund für 60 Jahre andauerndes Schweigen? Grosser: Schweigen sei rätselhaft; nun Reaktionen gegen Grass; Grosser ist schon immer gegen Grass als moralische Instanz gewesen: Grass habe die Bundesrepublik in doppelter Hinsicht "schwärzer" gemacht und die Wiedervereinigung im Namen von Ausschwitz verneint habe; F.: Schweigen von Grass vs. Schweigen der Menschen, die Grass attackiert hat? Grosser: Beispiel Karl Erdmann, dessen Schweigen schlimmer gewesen sei als das von Grass; Verteidigung für Kohls Formel von der "Gnade der späten Geburt"; als Jugendlicher habe man keine Mitverantwortung am Nazi-Regime; F.: Hat sich Grass als ein strategischer und planender Mensch bei seinem Geständnis verschätzt? Grosser: Grass sage im FAZ-Interview nichts Überzeugendes über sein Schweigen. Track 2: Kürzere Version des Inverviews mit Grosser (Track 1)



Urtitel:
Wann hat Grass zum ersten Mal über seine Zeit in der Waffen-SS gesprochen? Gespräch mit Prof. Dr. Alfred Grosser, franz. Politologe und Publizist
Anfang/Ende:
Track 1: (Anmoderation) Seit Günter Grass…Publizisten Alfred Grosser (Abmoderation); Track 2: Zuerst dann habe…das jetzt erst.
Genre/Inhalt:
Biographie
Präsentation:
Gespräch
Historischer Kontext:

Debatte um Grass' Zugehörigkeit zur Waffen-SS Bitburg-Kontroverse: Am 5. Mai 1985 legte US-Präsident Ronald Reagan gemeinsam mit Bundeskanzler Helmut Kohl Kränze an der Gedenkstätte des KZ Bergen-Belsen bei Celle und auf dem Soldatenfriedhof in Bitburg nieder. Am Besuch in Bitburg entspann sich in der Öffentlichkeit eine Debatte, da in Bitburg neben deutschen Wehrmachtsangehörigen auch Angehörige der Waffen-SS beerdigt liegen. Günter Grass machte seine Ablehnung gegen den Besuch eines Bitburger Soldatenfriedhofs durch den damaligen Bundeskanzler Kohl und den amerikanischen Präsidenten Reagan deutlich. Er warf Helmut Kohl „Geschichtsklitterung“ vor und wandte sich gegen das Ausstellen von „Unschuldszeugnissen“. Seiner Meinung nach „spricht Unwissenheit … nicht frei. Sie ist selbst verschuldet, zumal die besagte Mehrheit wohl wusste, dass es Konzentrationslager gab… Kein selbstgefälliger Freispruch hebt dieses Wissen auf. Alle wussten, konnten wissen, hätten wissen müssen.“

Schlagworte:

Person:
Kohl Helmut; Adenauer Konrad; Erdmann Karl
Werke:
Beim Häuten der Zwiebel
Sach:
Waffen-SS; Debatte
Geo:
Bitburg
Aufnahme:

Datum Erstsendung:
15.08.2006
Aufnahmeort:
unbekannt
Sprachen:
deutsch
Betriebsarten:
Stereo
Original:

Originallänge:
00:03:06
Analog/Digital:
born digital
Kopie:

Länge der Kopie:
00:08:07
Tonträger:
CD-ROM
Datenformat Sichtung:
MPEG 2
Herkunft:

Sendereihe:
Journal
Teilnehmende:

Person:
Grosser, Alfred (Sonstige)
Person:
Grosser, Alfred (Vorredner(in))

Zitieren

Zitierform:

Wann hat Grass zum ersten Mal über seine Zeit in der Waffen-SS gesprochen? Gespräch mit Prof. Dr. Alfred Grosser, franz. Politologe und Publizist. unbekannt .

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