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DB-Nummer: 1057

Bücher, Bücher – Günter Grass 1992 : Zur Neuerscheinung "Fünf Jahrzehnte - Ein Werkstattbericht" und "Unkenrufe"

Quinke, Ralph

Ralph Quinke besucht Grass in seiner Werkstatt Ist "Vier Jahrzehnte eine verkappte Autobiographie? Grass: Hat nicht vor eine Autobiographie zu schreiben; Überschneidung der verschiedenen Tätigkeiten (Schreiben und Zeichnen) als einzige Möglichkeit für Grass, sich "als Person zu erklären"; "Vier Jahrzehnte" beruhe auf dem Arbeitsprozess; Grass ist selbst überrascht, wie sehr Familiäres (Kinder) zu seinem Werkstattbericht gehören. "Vier Jahrzehnte" beginnt Ende der 40er Jahre, als Grass sein Studium an der Kunstakademie Düsseldorf aufnimmt; der Band enthält, Fotos, Skizzen, Entwürfe und Verworfenes; Kommentierung der Vergangenheit von einer "gereiften, gegenwärtigen Situation aus". Grass: für Leser die Möglichkeit, den Entstehungsprozess zu erleben; manche Ideen würden viele Jahre lang lagern; Beispiel "Vatertag": In den 60er Jahren als Film geplant, dann in "Der Butt" ein Kapitel, weitere Jahre später 22 Litographien zum "Vatertag"; daran werde der verschlungene und langwierige Arbeitsprozess deutlich. Wechselwirkung von literarischer und kunsthandwerklicher Tätigkeit; seit Mitte der 50er Jahre Zeichnen und Schreiben mit derselben Tinte; Bilder von der Übersetzerwerkstatt in Behlendorf; Arbeit an der Übersetzung von "Unkenrufe"; nach 6 Jahren erstes Prosawerk von Grass; vermeintliche Schaffenskrisen sind auch in "Vier Jahrzehnte" angedeutet; aber auch Erfolge und Siege gehören zu seiner Bilanz; Bilder von Grass' Büchner-Preis-Rede "Über das Selbstverständliche" (1965); Distanz zur eigenen Vergangenheit und Selbstkritik; auch kritischer Blick auf politisches Engagement in den 60er und 70er Jahren; Ausschnitt aus einer Grass-Rede; auch im Werkstattbereicht: Konstruktionsplänen zu Romanen, z.B. zu "Die Rättin"; Einweihung in die Geheimnisse des Arbeitsprozesses und in die Reisen, die Grass gemacht hat (Kalkutta); erschütternde Eindrücke von Kalkutta und vom Oberharz; Grass: zwei Bücher, die vom Thema her bewusst gewählt wurden (Kalkutta und deutscher Wald): "Zunge zeigen" und "Totes Holz"; Erfahrungen, die sprachlos und "stumm machen"; Zeichnen als Hilfe, wieder zu Wörtern zu kommen; Erzählung "Unkenrufe" wird im Mai erscheinen; Prosastück zur deutsch-polnischen Geschichte und Gegenwart; Grass: Unke als Unheilsverkündigerin; eine Person in "Unkenrufe" hat den Spitznamen Unke; nicht absehbare Veränderungen der Gegenwart (z.B. Deutsche Einheit und deutsch-polnisches Verhältnis).



Urtitel:
Bücher, Bücher – Günter Grass.
Anfang/Ende:
(Unverständlich, setzt abrupt ein) und des Malers…möglich. Und offen.
Genre/Inhalt:
Biographie
Präsentation:
Dokumentation
Historischer Kontext:

Veröffentlichung von "Vier Jahrzehnte. Ein Werkstattbericht"; angekündigte Veröffentlichung von "Unkenrufe"

Schlagworte:

Werke:
Vier Jahrzehnte; Unkenrufe; Die Rättin; Totes Holz; Zunge zeigen; Rede über das Selbstverständliche; Der Butt; Vatertag
Sach:
Autobiographie; Arbeitsprozess; Zeichnung; Wald; Entstehung; Litographie; Übersetzertreffen; Selbstkritik; Unke
Geo:
Behlendorf
Zeit:
1960er Jahre; 1970er Jahre; 1940er Jahre
Aufnahme:

Datum Erstsendung:
03.04.1992
Sprachen:
deutsch
Betriebsarten:
Stereo
Original:

Originallänge:
00:08:07
Analog/Digital:
reformatted digital
Original-Tonträger:
VHS
Datenformat:
VOB
Kopie:

Länge der Kopie:
00:08:18
Tonträger:
DVD
Datenformat Sichtung:
MPEG 1
Datenformat Archiv:
AVI
Herkunft:

Sender / Institution:
Hessischer Rundfunk Fernsehen (HR)
Sendereihe:
Bücher, Bücher
Archivnummer:
0000010987
Produktionsnummer:
67308 (2322-1992)
Teilnehmende:

Person:
Grass, Günter (Vorredner(in))
Person:
Schoeller, Wilfried F. (Interviewpartner)
Person:
Quinke, Ralph (Autor(in))
Person:
Schoeller, Wilfried F. (Redaktion)

Zitieren

Zitierform:

Quinke, Ralph: Bücher, Bücher – Günter Grass..

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