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DB-Nummer: 1072

Günter Grass in Danzig – ein paar Meinungen. (Poln.) : Standpunkte

Tuszewski, Jerzy; Niemiro, Wiktor

(Günter Grass w Gdansku - Kilka punktow widzenia (Günter Grass in Danzig – ein paar Meinungen). Eine Kopie des Hörspiels, das in Danzig von J. Tuszewski realisiert wurde.) Urheber Abstract: Miroslaw Ossowski Titel: Günter Grass w Gdańsku – kilka punktów widzenia. Kopia słuchowiska zrealizowanego w Gdańsku / Günter Grass in Danzig – einige Standpunkte. Kopie eines in Danzig erarbeiteten Hörspiels Reżyseria: Jerzy Tuszewski / Regie: Jerzy Tuszewski Inhalt: Die Collage wurde vom Studio der Dokumentarformen erarbeitet. Als Motto dient eine Äußerung von Grass, dass es darauf ankommt, als geborener Danziger ein Verhältnis zu Gdańsk zu gewinnen. Zunächst meint Grass in einem Seminar an der Universität Danzig 1981, dass wir nicht chronologisch denken oder träumen und dass solche Ströme des Bewusstseins in erster Linie auch der Literatur zugrunde liegen. Bolesław Fac erzählt, dass er Grass während dessen zweiten Besuchs in Danzig nach dem Krieg im April 1961 kennenlernte, als der Schriftsteller Materialien für „Katz und Maus“ sammelte. Die Faszination Grass’ habe auch ihn angeregt. Romuald Chomicz, Restaurator der Danziger Kunstwerke, spricht in ul. Mariacka (früher Frauengasse) von seinen Begegnungen und Gesprächen mit Grass über den Wiederaufbau der Stadt. Er verweist auf den Klub der Schriftsteller in dieser Gasse, wo 1975 ein Treffen der Danziger Literaten und Bürger mit Grass stattfand. Es folgt eine Aufnahme von dieser Veranstaltung: Grass erklärt, dass er mit den Mitarbeitern des Norddeutschen Rundfunks für das Dritte Programm einen Film über den Wiederaufbau der Danziger Rechtstadt vorbereitet. Als Nächstes wird ein Fragment des Gedichts „Kleckerburg“ von Grass und einem polnischen Sprecher rezitiert. Lech Bądkowski und Günter Grass sprechen von Gegenstandslosigkeit der Diskussion über die Nationalität von Kopernikus. Grass würdigt den Wiederaufbau von Danzig. Am Hohen Tor erzählt Chomicz von Restaurationsarbeiten. Grass spricht von der Multikulturalität des früheren Danzigs und verweist auf Martin Opitz und König Wladislaw IV. Er geht auch auf die Geschichte der Stadt, ihre Verbundenheit mit polnischen Königen und die Mentalität der Danziger Kaufleute ein. Chomicz erklärt, dass in der Familie des Danziger Bürgermeisters Ferber mehrere Konfessionen vertreten waren. Es folgt wieder ein Fragment aus „Kleckerburg“. Auf die Frage nach seinem Verhältnis zu den Vertriebenen, erklärt Grass, dass er zwischen den Stühlen sitzt. Es folgt ein Bericht über ein Treffen mit Grass im Altstädtischen Rathaus im Jahre 1981: Bolesław Fac stellt Günter Grass vor. Grass erzählt von seinem ersten Besuch in Danzig 1958 und seiner Suche nach historischen Fakten, besonders nach Informationen über die Verteidigung der Polnischen Post. Dann spricht Wacław Maksymowicz von dem Friedhof auf der Saspe und von der realistischen Darstellung bei Grass. Er beruft sich dabei auf Hans Magnus Enzensbergers Meinung über den Realismus bei Grass. „Die Blechtrommel“ wird anhand eines umfassenden Zitats aus dem Nachwort von Roman Bratny zur polnischen Ausgabe des Romans vorgestellt. Ewa Graczyk charakterisiert die Darstellungen der polnischen Motive in der „Blechtrommel“ und spricht von unverfälschtem Mythos des Volkes bei der Darstellung der Kaschuben. Nach Wacław Maksymowicz enthüllt Grass in seinen Werken die Geheimnisse seiner Werkstatt, er gestaltet poetisch die Geschichte und geht an heiligen Orten nicht gleichgültig vorbei. Während eines Seminars an der Universität Danzig 1981 spricht Grass über seine Darstellungen von Deutschen und Polen in der „Blechtrommel“ und über die gegenseitigen Stereotype in der Literatur. Er fragt nach dem Sinn des Fortschritts und spricht Schock nach dem Auschwitz. Auf dem Friedhof in Matarnia (dt. Mattern), wo sich die Gräber von Anna und Józef Krause (nahe Verwandte der Mutter von Günter Grass) befinden, erzählt Bolesław Fac von den Kaschuben. Grass würdigt den Wiederaufbau von Warschau und Danzig nach dem Krieg und unterstreicht die Rolle der Bausubstanz für das historische Bewusstsein; die polnische Romantik, die sich im Verhältnis zur Geschichte äußert, könnte möglicherweise auch hohen realistischen Wert aufweisen, während sich die sogenannten Pragmatiker als Romantiker ohne Sinn für die Wirklichkeit erweisen würden. Es folgt ein Gespräch mit einem kaschubischen Pfarrer, der zum Teil im kaschubischen Dialekt von den Menschen in seiner Gegend erzählt. In seiner Familie habe es deutsche Verwandte gegeben, die Kaschuben hätten sich jedoch eindeutig als Polen empfunden. Bolesław Fac erzählt von Gras’ Haus in ul. Lelewela (früher Labesweg), das auch in der „Blechtrommel“ dargestellt wird. Die früheren Einwohner tauschen ihre Erinnerungen an das Haus und an Günter Grass. Es folgt ein Fragment aus „Kleckerburg“. Dann spricht Grass über Danzig und die hier nun mehr als 30 Jahre nach dem Krieg mögliche Versöhnung. Was im Dezember 1970 hier geschah, hätte ihn sehr bewegt. Die Stadt habe bereits seit dem Mittelalter selbstbewusste, anspruchsvolle Arbeiter gehabt. Das Jahr 1981: Grass spricht über das 9. Kapitel des Romans „Der Butt“, das eine literarische Transformation der Ereignisse vom November 1970 in Danzig ist, die der Schriftsteller – ähnlich wie die Ereignisse vom August 1980 – aufmerksam verfolgt habe. Die Bauarbeiter erzählen vom Wiederaufbau der Langen Gasse und des Langen Marktes. Sie erzählen von dem im Krieg verloren gegangenen Glockenspiel der Katharinenkirche, das jetzt in Lübeck hängt. Grass verspricht, sich in Lübeck für die Rückkehr des Glockenspiels einzusetzen. Das Gespräch betrifft auch den polnischen König Stefan Batory. Dann folgt ein Fragment aus „Kleckerburg“. Das Jahr 1981: Der Studentenklub „Żak“ verleiht Grass den Preis der „Roten Rose“. Grass unterhält sich mit der Familie seiner Mutter und verspricht im nächsten Jahr privat zurückzukehren. Ihm zu Ehren werden die Liede „Sto lat“ (100 Jahre soll er leben) und „Niech mu gwiazdka pomyślności“ (Der Stern des Glücks möge ihm immer leuchten) gesungen. Zum Schluss werden die Mitwirkende an der Rundfunkcollage genannt: Jerzy Tuszewski (Autorschaft und Regie), Elżbieta Łapińska (Übersetzungen), Wiktor Niemiro (Mitwirkung an der Autorschaft und Ton), Jacek Puchalski (Technik), Eugeniusz Rudnik (elektronische Musik). An der Sendung wirkten auch mit: Jacek Mikołajczak, Zbigniew Gawroński, Marian Łaszewski, Stanisław Dejczer, Roman Łuczkowski.



Urtitel:
Günter Grass w Gdansku - Kilka punktow widzenia (Günter Grass in Danzig – ein paar Meinungen.)
Anfang/Ende:
(Trailer) Motto: Mit einem...Polskiego Radia w Gdansku
Genre/Inhalt:
--
Präsentation:
Hörspiel
Schlagworte:

Person:
Enzensberger Hans Magnus; Forster Albert; Fac Bolesław; Górna Anna; Grass Günter; Krause Franz; Opitz Martin; Tuszewski Jerzy; Wladislaw IV.; Batory Stefan; Bądkowski Lech; Białoszewski Miron; Bratny Roman; Chomicz Romuald; Greiser Arthur; Górski; Ferber Constantin; Koprowski Jan; Krause Anna; Krause Józef; Leszczyński Stanislaw; Maksymowicz Wacław; Świtalski Antoni
Werke:
Die Blechtrommel; Katz und Maus; Kleckerburg
Sach:
Realismus
Geo:
Danzig; Kaschubei; Lübeck; Matarnia; Mariacka; Lelewa; Warschau
Zeit:
1961; 1981; Barockzeit; 1975; Dezember 1979
Aufnahme:

Aufnahmedatum:
05.12.1986
Datum Erstsendung:
05.12.1986
Aufnahmeort:
Gdansk
Sprachen:
deutsch / polnisch
Betriebsarten:
Stereo
Original:

Originallänge:
00:50:53
Analog/Digital:
born digital
Original-Tonträger:
CD
Datenformat:
CD-A
Kopie:

Länge der Kopie:
00:50:53
Tonträger:
CD
Datenformat Sichtung:
mp3
Teilnehmende:

Person:
Tuszewski, Jerzy (Autor(in))
Person:
Tuszewski, Jerzy (Regie)
Person:
Łapińska, Elżbieta (Übersetzer(in))
Person:
Grass, Günter (Beitragende(r))
Person:
Niemiro, Wiktor (Autor(in))

Zitieren

Zitierform:

Tuszewski, Jerzy / Niemiro, Wiktor: Günter Grass w Gdansku - Kilka punktow widzenia (Günter Grass in Danzig – ein paar Meinungen.). Gdansk .

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