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DB-Nummer: 1380

Was wurde aus den privaten Spendengeldern des Entschädigungsfonds? (Telefongespräch) : Probleme mit der Auszahlung an die Zwangsarbeiter

Entschädigung der Zwangsarbeiter im Nationalsozialismus zieht sich hin; ob die Industrie bereits die zugesagten 5 Milliarden Mark schon gezahlt worden sind, ist ungewiss; die Stiftung "Bürgerspende" zur Zwangsarbeiterentschädigung wurde von Carola Stern, Günter Grass und Hartmut von Hentig gegründet. Grass im Telefoninterview zur Sitftung für Zwangsarbeiter F: Wieviel Geld ist 8 Monate nach dem Aufruf zusammengekommen? Grass: 4 Mio. Mark, meistens durch Kleinspenden. F: Wo landet das Geld? Konto des Entschädigungsfonds? Grass: Konto wurde angegeben, weil dort auch der "Apparat" ist; als Privatstifter schwierig auszumachen, wer die Entschädigungen konkret erhalten soll; Abkommen sei "trickreich von der Industrie eingefädelt" worden, so dass die Gelder der Sitftung nicht ausgezahlt werden können; Gelder noch gesperrt. F: Was haben Grass und die anderen Stifter jetzt vor? Grass: Bundestag, der das Gesetz verabschiedet hat, müsse aufgrund der Dringlichkeit einen Auszahlungsmodus finden. F: Hat man sich schon diesbezüglich an den Bundestag gewandt? Grass: Briefe an den Bundestagspräsidenten Thierse; keine festen Zusagen als Reaktion; "aberwitzige Diskussion" über Nationalstolz; tägliches Sterben der ausgebeuteten Menschen; wenigstens für dringlichste Fälle müsse ein Modus gefunden werden, um die Gelder auszuzahlen, die ihnen zustünden. F: Entschädigung für die Jahre kaum möglich; Grass: "Wert" liegt in Anerkennung der Verantwortung; es gehe nicht alleine um Schuld; auch Betriebe, die nach dem Krieg enstanden sind, würden in den Fond einzahlen; Unternehmer fühlten sich verantwortlich, nicht schuldig; so ginge es auch vielen jungen Menschen, die eine Mitverantwortung fühlten. F: Was hält Grass von Bestrebungen einiger Kommunen und der Kirchen zur direkten Entschädigung? Grass: einige Kirchen hätten auf das Konto der Stiftung überwiesen. F: Städte müssen mitentscheiden, wer Entschädigungen bekommt, obwohl es nur wenige Nachweise gäbe; Grass: Verteilung gehört mit dazu; Ausbeutung geht sogar in die katholische Kirche hinein. F: Was haben Grass und seine Mitstreiter jetzt vor? Grass: Keine andere Möglichkeit, als den Bundestag weiter zur Auszahlung zu drängen.



Urtitel:
Was wurde aus den privaten Spendengeldern der Initiative von Günter Grass und Co. für die ehemaligen ZwangsarbeiterInnen in Deutschland?
Anfang/Ende:
Die Entschädigung der…Ihnen. Dankeschön. Wiederhören.
Genre/Inhalt:
Politik
Präsentation:
Interview
Historischer Kontext:

Debatte um Entschädigung von ehemaligen Zwangsarbeitern

Schlagworte:

Person:
Stern Carola; Hentig Hartmut von; Thierse Wolfgang
Sach:
Entschädigung; Zwangsarbeiter; Spende; Stiftung; Bundestag; Krieg; Kirche; Fonds; Konto; Unternehmen; Auszahlung
Aufnahme:

Aufnahmedatum:
22.03.2001
Datum Erstsendung:
22.03.2001
Aufnahmeort:
unbekannt
Sprachen:
deutsch
Original:

Originallänge:
00:05:25
Analog/Digital:
born digital
Original-Tonträger:
unbekannt
Datenformat:
CD-A
Kopie:

Länge der Kopie:
00:05:26
Tonträger:
CD
Datenformat Sichtung:
MPEG 1
Datenformat Archiv:
WAV
Herkunft:

Sender / Institution:
Westdeutscher Rundfunk (Fernsehen)
Sendereihe:
WDR 5: Neugier genügt. Freifläche 2
Archivnummer:
5105976
Teilnehmende:

Person:
Lemmen, Christine (Interviewpartner)
Person:
Grass, Günter (Beitragende(r))
Person:
Hauschild, Thomas (Redaktion)

Zitieren

Zitierform:

Was wurde aus den privaten Spendengeldern der Initiative von Günter Grass und Co. für die ehemaligen ZwangsarbeiterInnen in Deutschland?. unbekannt .

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