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DB-Nummer: 1453

Menschheitsdämmerung : Eine Annäherung an die Literatur des expressionistischen Jahrzehnts

Track 1: Dr. des. Florian Reinartz: Begrüßungsrede zur Ausstellung „Menschheitsdämmerung. Eine Annäherung and die Literatur des expressionistischen Jahrzehnts.“ Mittwoch, 10. Februar, 2010, 20 Uhr Guten Abend meine Damen und Herren, ich freue mich sehr, Sie im Namen der Medienarchiv Günter Grass Stiftung Bremen zur Eröffnung der Ausstellung „Menschheitsdämmerung. Eine Annäherung an die Literatur des expressionistischen Jahrzehnts“ begrüßen zu dürfen. Mein Name ist Florian Reinartz, ich bin Literaturwissenschaftler und Kulturinformatiker und seit 2006 Mitarbeiter der Günter Grass Stiftung. Ich werde meine Rede nun auch ganz kurz halten, um das Wort möglichst rasch an den weitaus kompetenteren Sprecher und Kurator dieser Ausstellung, Dr. Martin Rooney, übergeben zu können, den ich ebenfalls ganz herzlich begrüße. Für diejenigen, die ihn noch nicht kennen: Martin Rooney, geboren in Manchaster, ist studierter Germanist, Philosoph und Soziologe. Er hat in Birmingham, Mainz, Berlin und Bremen studiert und hat promoviert über den expressionistischen Dichter Armin T. Wegner. Seit 1978 ist er als Dozent, freier Autor, Übersetzer und in der Erwachsenenbildung tätig. Seine Fachgebiete sind die deutsche und englische Literatur des 20. Jahrhunderts, Expressionismus und Exilliteratur, der westdeutsche Roman und deutsch-amerikanische sowie deutsch-jüdische Beziehungen. An Martin Rooney, der die Ausstellung konzipiert hat, und an Frau Hanna Logemann, die an der Umsetzung und Gestaltung beteiligt war, geht auch der ausdrückliche Dank der Stiftung, dass wir hier im Präsentations- und Ausstellungsraum der Günter Grass Stiftung, hier in der Stadtwaage, diese Ausstellung zeigen können. Dies ist auch unseren Kooperationspartnern, der Heinrich Böll Stiftung und dem Literaturkontor Bremen zu verdanken. Um nur ganz kurz deutlich zu machen, warum wir bei der Günter Grass Stiftung nun eine Expressionismus-Ausstellung zeigen, möchte ich Ihnen kurz aufzeigen, dass der Bogen vom Expressionismus zu Grass kein allzu weiter ist. Im Gegenteil: Grass selbst spricht ausdrücklich und immer wieder davon, durch die frühexpressionistische Lyrik – in Gestalt von Georg Heym, Jakob von Hoddis oder Alfred Lichtenstein – geprägt worden zu sein. Spür- und lesbar sind diese Einflüsse vor allem in den ersten beiden Gedichtbänden von Grass, „Die Vorzüge der Windhühner“ (1956) und „Gleisdreieck“ (1960), aber auch in seinen Theaterstücken und den ersten Prosa-Versuchen in den 50er Jahren, bei denen die Frühexpressionisten Grass – wie er selbst sagt – „den Metaphernaufwand geliehen hatten“. In „Mein Jahrhundert“ setzt Grass dem offenbar verehrten, leider aber viel zu früh verstorbenen Georg Heym ein literarisches Denkmal. Alfred Döblin, der nicht bedingungslos dem Expressionismus zugerechnet werden darf und der sich auch selbst vom Futurismus eines Marinetti ausdrücklich distanziert, verehrt Grass gleichwohl aufgrund seiner früheren expressionistischen Romane in mehreren Essays und Reden als seinen „Lehrer Döblin“. Auch von anderer Seite her, von Seiten der bildenden Kunst nämlich, erkennt Grass bei sich selbst die Beeinflussung durch die ja nur relativ kurze Epoche des Expressionismus. So spricht Grass vom (Zitat) „individuellen Spätexpressionismus“ seines Düsseldorfer Lehrers Otto Pankok, an dem Grass sich geschult hat, der jedoch schon sehr früh durch die für Grass typische Gegenständlichkeit in seinen Zeichnungen, Radierungen und Skulpturen überdeckt wird. Grass sehen und hören können Sie dann ab Mitte März wieder in der Stadtwaage; dazwischen liegen aber noch zwei weitere Termine im Zusammenhang mit der Expressionismus-Ausstellung, auf die ich Sie hinweisen möchte und zu denen Sie herzlich eingeladen sind: Dies wäre zum einen der 24. Februar, an dem Dr. Martin Rooney und Wolfgang Schlott zusammen über die Lyrik des Expressionismus sprechen und Gedichte lesen, ab 20 Uhr, hier in der Stadtwaage. Zum anderen wäre das die Finissage der Ausstellung am 10. März, ebenfalls um 20 Uhr, mit Sebastian Dominik, Ihnen bekannt vom vom Bremer Theater und wiederum Dr. Martin Rooney mit einem Gespräch über und mit Lesungen von Prosa des Expressionismus. Hinweisen möchte ich auch noch auf den diesjährigen „Tag der Archive“, der in diesem Fall zwei Tage umfasst, nämlich den 6. Und 7. März. Der Tag der Archive steht unter dem Motto „Dem Verborgenen auf der Spur“ und die Medienarchiv Günter Grass Stiftung Bremen beteiligt sich mit einer kleinen Präsentation hier in der Stadtwaage daran. Gezeigt wird eine TV-Beitrag zu „Ein weites Feld“; Einladungen gehen Ihnen zu und falls Sie noch nicht in unserem Verteiler sind, tragen sie sich bitte in das Gästebuch ein, das unten ausliegt. Im Anschluss an den heutigen Vortrag von Herrn Dr. Rooney lädt Sie die Medienarchiv Günter Grass Stiftung zu einem Glas Wein unten im Foyer. Nun bitte ich Dr. Martin Rooney um seinen Vortrag. Track 2: Vortrag von Dr. Martin Rooney



Urtitel:
Menschheitsdämmerung - Eine Annäherung an die Literatur des expressionistischen Jahrzehnts
Anfang/Ende:
Track 1: Ja, guten Abend…seinen Vortrag. Danke schön. (BEIFALL); Track 2: Guten Abend, meine…auch Wein geben. (ATMO, BEIFALL)
Genre/Inhalt:
Literatur
Präsentation:
Rede
Historischer Kontext:

Eröffnung der Ausstellung "Menschheitsdämmerung - Eine Annäherung an die Literatur des expressionistischen Jahrzehnts" vom 10. Februar 2010 bis 10. Närz 2010 in der Stadtwaage Bremen

Aufnahme:

Aufnahmedatum:
10.02.2010
Aufnahmeort:
Bremen, Stadtwaage
Sprachen:
deutsch
Anmerkung Qualität:
Störung durch Mobiltelefon ab 00:00:59 bis 00:01:14. Die Originalaufnahmen sind sehr leise, daher wurde die Lautstärke der Kopie um 15dB erhöht.
Original:

Originallänge:
00:46:32
Analog/Digital:
born digital
Original-Tonträger:
File
Datenformat:
mp3
Kopie:

Länge der Kopie:
00:46:31
Tonträger:
CD
Datenformat Sichtung:
MPEG 1
Datenformat Archiv:
WAV
Herkunft:

Sender / Institution:
Radio Bremen (RB)
Sendereihe:
keine
Archivnummer:
keine
Produktionsnummer:
keine
Teilnehmende:

Person:
Reinartz, Florian (Vorredner(in))
Person:
Rooney, Martin (Vorredner(in))

Zitieren

Zitierform:

Menschheitsdämmerung - Eine Annäherung an die Literatur des expressionistischen Jahrzehnts. Bremen, Stadtwaage .

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