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DB-Nummer: 1479

Deutsche Schriftsteller des 20. Jahrhunderts im Portrait (bengali)

Lindner, Christian

Nach dem Tod Heinrich Bölls ist Grass der einzig lebende deutsche Autor von Weltruhm; berühmt wurde er duch "Die Blechtrommel". Günter Grass wurde in Danzig geboren; nach seiner Ausbildung in Düsseldorf und Berlin lebte er ein Jahr in Frankreich. 1959 wurde "Die Blechtrommel" veröffentlicht. Unter allen deutschen Nachkriegsromanen ist "Die Blechtrommel" der international bekannteste Roman. Sein Protagonist Oskar Matzerath stellt im Alter von drei Jahren das Wachstum ein. Für seine Umwelt bleibt er ein Kind, hat aber außergewöhnliche Eigentschaften. So kann er beispielsweise Glas zersingen oder das Unterbewusstsein lesen. Mit seiner Trommel äußert er seine Protest gegen die ihn umgebende Welt. Er endet in der Zelle einer Heil- und Pflegeanstalt, von dort aus beginnt er, seine Geschichte zu erzählen. "Die Blechtrommel" wurde ein sehr erfolgreiches Buch, es gilt als repräsentativ für die deutsche Literatur und erregte das Interesse an der deutschen Nachkriegsliteratur. "Die Blechtrommel" erschien in einer Zeit, die aus historisch-politischer und aus kultureller Sicht wichtig war. Die deutsche Literatur wurde geprägt von einem moralisierenden Stil einerseits, andererseits von einem realistischen Stil, der mit einer journalistischen Schreibweise verglichen werden kann. "Die Blechtrommel" konnte diesen Trend brechen. Sie ist kein Bericht und hat nicht die Intention, moralische Werte zu predigen. Sie unterschied sich dadurch vollständig von anderen zeitgenössischen Romanen. Zu Beginn war die Rezeption des Romans nicht durchweg positiv, sondern sehr gemischt. In einer Buchbesprechung wurde Oskar Matzerath als 'verwöhnter, arroganter Wicht' beschrieben. Es hieß weiter, Grass habe sich in Abnormalität und Abscheulichkeiten verloren. Einige Kritiken bezeichneten den Roman auch als schlecht geschrieben. Wegen der harschen, negativen Kritiken erregte der Roman viel Aufmerksamkeit und wurde zum Bestseller. "Die Blechtrommel" wurde in zwanzig verschiedene Sprachen übersetzt. Bis zum heutigen Tag wurden über 3 mio. Exempare des Romans verkauft. "Die Blechtrommel" ist einer der wichtigsten Romane dieses Jahrhunderts. Sein Image als talentierter, vitaler Schriftsteller wurde etwas überschafftet dadurch, dass Grass sich an Wahlkampfkamapgnen für Willy Brandt und die SPD beteiligte und sich somit als engagierter Bürger zeigte. Er versuchte, durch eine Reihe von Wahlkampfreden die SPD zu unterstützen. Dabei sprach er viele unterschiedliche Probleme an, von Renten bis zur Bundeswehr. Um die Probleme der Zeit zu verstehen, verbrachte er eine Zeit in China und Kalkutta. Später veröffentlicht er das viel diskutierte Buch "Zunge zeigen" über seine Erlebnisse in Kalkutta. Nach Heinrich Böll konnte bisher kein deutscher Autor so viel Aufmerksamkeit gewinnen wie Günter Grass. Seine Persönlichkeit, seiene Stimme und sein Charakter hinterließen positive Eindrücke bei den Menschen. Durch sein politisches Engagement wurde dies noch verstärkt. Einmal sagte Günter Grass in einem Interview, er interessiere sich für alles und würde sich gern mit allem möglichen beschäftigen. Seine Bücher und seinen politisches Handeln untermauern diese Bekundung. Er richtet sein Augenmerk gern auf die sichtbaren, materiellen Dinge und wendet sich gegen intellektuelle Scheinheiligkeit. Grass benennt Alfred Döblin als seinen Lehrer. In seinem Roman "Berlin Alexanderplatz" porträtiert Döblin das unruhige Berlin des zwanzigsten Jahrhunderts. Grass beschränkt sich hingegen nicht auf seine Gegenwart, seine Romane betrachten auch führere Zeiten. Oskar Matzerath stellt mit drei Jahren sein Wachstum ein . Er repräsentiert einen Träumer, ein Kind. Seine Trommel ist eine Metapher dafür, Aufmerksamkeit zu erregen. Dies gelingt ihm, sein Protest ist nicht vergeblich. Der Roman ist ein Beispiel für Grass' Versuch, das Chaos in einem einzigartigen Stil zu beschreiben. Es ist ein historisches Chaos und zeigt Grass' Abneigung gegenüber Autoritäten. Seine eigene Vorstellungswelt setzt er durch den Protagonisten seines Romans Oskar Matzerath frei. Um Grass als Schriftsteller zu charakterisieren, wird oft Heinrich Vormweg zitiert, der eine Biographie über Grass geschrieben hat: Grass sei ein Autor von Weltruhm, er sei ein Schaffender, der sich als demokratischer Bürger versuche. Er spreche über Rationalismus und lasse sich nicht einem politischen Flügel zuordnen. Er sei altmodisch und hochkreativ und habe einen großen weltweiten Einfluss.



Urtitel:
Deutsche Schriftsteller des 20. Jahrhunderts im Portrait. Günter Grass
Anfang/Ende:
(Trailer) Noble-joyi Heinrich Böll ... tobe aswastikor-o.(Trailer)
Genre/Inhalt:
Literatur
Präsentation:
Feature
Schlagworte:

Person:
Böll Heinrich; Döblin Alfred; Vormweg Heinrich; Brandt Willy
Werke:
Die Blechtrommel
Sach:
Roman; Nachkriegsliteratur; Kritik; Rezeption; SPD
Geo:
Danzig; Düsseldorf; Berlin; Frankreich
Zeit:
Nachkriegszeit
Aufnahme:

Aufnahmedatum:
11.02.1992
Datum Erstsendung:
31.03.1992
Aufnahmeort:
unbekannt
Sprachen:
bengali
Betriebsarten:
Mono
Original:

Originallänge:
00:08:45
Analog/Digital:
reformatted digital
Original-Tonträger:
Band
Datenformat:
nicht zutreffend
Kopie:

Länge der Kopie:
00:08:45
Tonträger:
CD
Datenformat Sichtung:
mp3
Datenformat Archiv:
WAV
Herkunft:

Sender / Institution:
Westdeutscher Rundfunk (WDR)
Sendereihe:
Kultur
Archivnummer:
3404775000 Tontr..-Verweisung: 1718358000
Produktionsnummer:
9219110292220
Teilnehmende:

Person:
Lindner, Christian (Autor(in))
Person:
Al Farooq, Mala (Übersetzer(in))
Person:
Al Farooq, Abdallah (Vorredner(in))
Person:
Nesa, Nazmun (Vorredner(in))

Zitieren

Zitierform:

Lindner, Christian: Deutsche Schriftsteller des 20. Jahrhunderts im Portrait. Günter Grass. unbekannt .

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