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Medienarchiv

DB-Nummer: 1528

Geist und Macht : Der Schriftsteller und die Politik

Scheller, Rolf

Feature zum Verhältnis von Schriftstellern zur Politik O-Ton Stefan Heym am 4. November 1989 auf dem Berliner Alexanderplatz bei einer Demonstration für Presse- und Meinungsfreiheit Schriftsteller als "Verkünder einer neuen Zeit" und als Repräsentant; ungewohnte und seltene Rolle für Schriftsteller in Deutschland; öffentliche Bedeutung vs. Fehlende "Besoldung" der Schriftsteller für diese Aufgabe; bedeutsame Stimmen der Dichter; in anderen Ländern Normalität, dass Schriftsteller auch öffentliche Ämter inne haben, vor allem in den romanischen Ländern; Hans Werner Richter hat darauf verwiesen, dass Günter Grass unter Willy Brandt ein öffentliches Amt angestrebt hat; wachsende Distanz zwischen Politik und Literatur, seit Grass keinen Wahlkampf mehr für die SPD betreibt; Ausnahme für die Differenz zwischen Geist und Macht bildet das Umbruchjahr 1989; Beispiel Heiner Müller: "dialektisches Kunststück" von eigenem Versagen und als Opfer anonymer Mächte; O-Ton Heiner Müller: in der DDR Trennung von Künstlern und Bevölkerung durch Privilegien; Forderung nach Solidarität statt Privilegien; Beispiel Goethe, der vielseitig politisch tätig war und Privilegien genoß und sogar Spitzeldienste für Fürsten ausübte; bei Schiller hingegen kritischer Blick auf Obrigkeit ("Dem bösen Geist gehört die Erde, nicht dem guten"); im Polizei- und Obrigkeitsstaat Abkehr der Dichter von Politik, aber Vorstellung von neuer und gerechterer Gesellschaft; Devise über das Revoltejahr 1968 hinaus: Phantasie an die Macht; nach Zusammenbruch der kommunistischen Systeme auch Zusammenbruch der Utopien und Voraussagen; nach Fall der Mauer ist dieser innere Zwiespalt am deutlichsten von Günter Grass formuliert worden, der die Gefahren eines neuen Großdeutschland anmahnt und sich gegen das kapitalistische System ausspricht; O-Ton Grass: Schwierigkeiten der Opposition gegen die SED, nun neue Bevormundung durch Westdeutschland; Wiedervereinigung sei erschwindelt und ein leeres Versprechen; die wichtige Diskussion in der DDR werde damit zerstreut; Ablenkung von Thema und Behinderung der Opposition; von der einen Abhängigkeit in die nächste; der Schriftsteller als politischer Rezeptor (Beispiel Paul Bellow); in Frankreich nach dem Krieg Auseinandersetzung zwischen Sartre und Ponti über politisches Engagement des Schriftstellers; Bruch zwischen Sartre und Camus; in Deutschland keine Austragung dieses Konflikts.



Urtitel:
Geist und Macht. Die Schriftsteller und die Politik
Anfang/Ende:
(Trailer) Deutsche Welle am…hatte Gabriela Schaaf. (Abmoderation)
Genre/Inhalt:
Politik
Präsentation:
Feature
Schlagworte:

Person:
Richter Hans-Werner; Brandt Willy; Müller Heiner; Goethe Johann Wolfgang; Schiller Friedrich; Camus Albert; Sartre Jean-Paul; Benn Gottfried; Jünger Ernst
Sach:
SPD; Macht; Geist
Geo:
Berlin; Mexiko; Frankreich; Spanien; Chile; Tschechische Republik; Ungarn; Bonn; Alexanderplatz
Zeit:
1989
Aufnahme:

Aufnahmedatum:
10.04.1995
Datum Erstsendung:
06.05.1995
Sprachen:
deutsch
Betriebsarten:
Mono
Original:

Originallänge:
00:27:29
Analog/Digital:
reformatted digital
Original-Tonträger:
Band
Datenformat:
nicht zutreffend
Kopie:

Länge der Kopie:
00:27:29
Tonträger:
CD
Datenformat Sichtung:
mp3
Datenformat Archiv:
WAV
Herkunft:

Sender / Institution:
Westdeutscher Rundfunk (WDR)
Sendereihe:
Kulturpanorama - Geist und Macht
Archivnummer:
3404766000 Tontr.-Verweisung:1724092000
Produktionsnummer:
9014100495259
Teilnehmende:

Person:
Heym, Stefan (Beitragende(r))
Person:
Scheller, Rolf (Autor(in))
Person:
Müller, Heiner (Beitragende(r))
Person:
Grass, Günter (Beitragende(r))
Person:
Böll, Heinrich (Beitragende(r))
Person:
Walser, Martin (Beitragende(r))
Person:
Konrad, György (Beitragende(r))
Person:
Dürrenmatt, Friedrich (Beitragende(r))
Person:
Scheller, Rolf (Vorredner(in))
Person:
Kaiser, Stephan (Vorredner(in))
Person:
Schaaf, Gabriela (Redaktion)

Zitieren

Zitierform:

Scheller, Rolf: Geist und Macht. Die Schriftsteller und die Politik.

Rechte

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Alle Rechte vorbehalten

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