Logo der Günter Grass Stiftung Bremen

Webdatenbank

Medienarchiv

DB-Nummer: 1564

Nobelpreis für Literatur an den deutschen Schriftsteller (arabisch)

Grees, Samir

"Lesung des Gedichts ""Kleine Aufforderung zum großen Mundaufmachen - oder der Wasserspeier spricht"" (WA 1 (2007), S. 112) Günter Grass hat seine literarische Karriere nicht mit Romanen begonnen, mit denen er berühmt geworden ist, sondern mit Gedichten. Anfang der 1960er Jahre ist er einer der prominentesten deutschen Schriftsteller, nun hat er den Literaturnobelpreis gewonnen. Grass ist mit vielen Talenten ausgestattet, er ist Maler, Bildhauer und Schriftsteller und hat auch politische Essays geschrieben. Er ist reich an Imagination und Phantasie, er verwendet eine bildreiche, provozierende Sprache. Grass hat viele Romane geschrieben, mit 32 Jahren wurde er durch sein Hauptwerk, ""Die Blechtrommel"", berühmt. Auf diesen Roman bezieht man sich immer wieder, wenn man von und über Grass spricht. Ähnlich verhält es sich mit arabischen Autoren wie Najeeb Mahfooz und dem Roman ""Tholatheya"", Yihya Hakee und ""Mindeel Umo Hashem"" oder Tayeb Al Saleh und ""Mawsem Al Hijra illa al Shamal"". Im Gedicht von Günter Grass wird eine neue Art von Lyrik offenbar. Er verarbeitet reale Erfahrungen anstatt abstrakter Ideen. Grass hat eine Skepsis gegenüber allem, das er nicht sehen, riechen oder berühren kann und das nur aus Gedanken besteht. Dies drückt sich beispielsweise in dem Gedicht ""Diana - oder die Gegenstände"" und dessen Gedichtzeilen ""Immer lehnte ich ab, / von einer schattenlosen Idee / meinen schattenwerfenden Körper verletzen zu lassen."" Grass ist ein Autoditakt, der nie einen wirklichen Schulabschluss gemacht hat, und dass sein erster Entwurf zur ""Blechtrommel"" voll von Rechtschreibfehlern war, beschämt ihn nicht. Grass wurde am 16. Oktober 1927 in Danzig geboren. Sein Vater war Pole, die Mutter Deutsche, in seinem Elternhaus sprach man Deutsch. 1954, mit 27 Jahren, begann er seine literarische Karriere. Er gewann damals [1955] den dritten Preis bei einem Lyrikwettbewerb und fiel durch seinen besonderen Umgang mit Sprache auf. Kurz darauf bekam er eine Einladung der Gruppe 47 zu einem ihrer jährlichen Treffen. Dort stellte Grass weitere Gedichte vor, die das Interesse von Verlegern erregten, die ihm Veröffentlichungen anboten. Zwei Jahre später, 1958, veröffentlichte Grass seinen ersten Gedichtband ""Die Vorzüge der Windhühner"". Aus diesem stammt das Gedicht ""Geöffneter Schrank"" Lesung des Gedichts ""Geöffneter Schrank"" (arabische Übersetzung) Im Gedicht ""Geöffneter Schrank"" werden Charakteristika von Grass' frühen Werken deutlich. Grass beschreibt Gegenstände, füllt sie mit Leben und gibt ihnen einen Charakter. Für Grass stehen die beschriebenen Gegenstände für ihren Besitzer, für seine Ängste und Hoffnungen. 1959 erschien ""Die Blechtrommel"". Viele vermutete, dass Grass weiter im Stile dieses Romans schreiben würde, der ihm weltweiten Ruhm einbrachte. Grass lehnte diese Einschränkung aber ab, ein Jahr nach der ""Blechtrommel"" wandte er sich wieder der Lyrik zu, die für ihn das beste Mittel ist, seine Gefühle auszudrücken. 1960 veröffentlichte Grass den Gedichtband ""Gleisdreieck"". Eine Besonderheit der Lyrik von Grass ist, dass sie mit Zeichnungen in wechselseitiger Beziehung steht. Seine Lyrik wiederum beeinflusst auch seine Romane und seine Theaterstücke. So hatte der Band ""Gleisdreieck"" auch Einfluss auf seinen späteren Roman ""Hundejahre"". 1967 erscheint Grass' drittter Gedichtband ""Ausgefragt"", der auch Zeichnungen enthält. Neben der hohen literarischen Qualität zeichnen sich die Gedichte durch politische Inhalte aus. Im Titelgedicht liest man ein Gespräch zwischen einem Menschen der Moral und einem clownhaften Poeten. 1977 erscheint der berühmte Roman ""Der Butt"", der zahlreiche Gedichte enthält. Aus diesen formt Grass Anfang der 80er Jahre einen weiteren Gedichtband, der bis heute sein letzter ist. Grass ist bekannt dafür, dass er sich auch für Politik und Zeitgeschehen interssiert, so etwa für Flüchtlinge in Deutschland oder für die Länder der Dritten Welt. Er hat auch eine Stiftung zugunsten der Zigeuner in Europa gegründet, der er einen Teil des Geldes schenkt, das er durch den Nobelpreis erhalten hat. Abschließend das Gedicht ""Übers Wetter geredet"" (arabische Übersetzung)."



Urtitel:
Günter Grass
Anfang/Ende:
(Musik) Sharooun, wa muusika…w Lina Hoffmann. (Musik)
Genre/Inhalt:
Literatur
Präsentation:
Feature
Historischer Kontext:

Grass erhält den Nobelpreis für Literatur 1999

Schlagworte:

Person:
Mahfuz Nagib
Werke:
Die Blechtrommel; Die Vorzüge der Windhühner; Gleisdreieck; Ausgefragt; Hundejahre; Der Butt
Sach:
Nobelpreis für Literatur; Roman; Gedicht; Lyrik; Phantasie; Sprache; Gegenständlichkeit; Gruppe 47; Zeichnen; Zeichnung
Geo:
Danzig
Aufnahme:

Aufnahmedatum:
10.10.1999
Datum Erstsendung:
10.10.1999
Aufnahmeort:
Köln
Sprachen:
arabisch
Betriebsarten:
Stereo
Original:

Originallänge:
00:15:16
Analog/Digital:
born digital
Original-Tonträger:
File
Datenformat:
WAV
Kopie:

Länge der Kopie:
00:15:16
Tonträger:
CD
Datenformat Sichtung:
mp3
Datenformat Archiv:
WAV
Herkunft:

Sender / Institution:
Radio Erft
Sendereihe:
Dichtung und Musik
Archivnummer:
3502342000
Produktionsnummer:
221885
Teilnehmende:

Person:
Grees, Samir (Autor(in))
Person:
Hoffmann, Lina (Vorredner(in))
Person:
Abdel Hamid, Shokry (Vorredner(in))

Zitieren

Zitierform:

Grees, Samir: Günter Grass. Köln .

Rechte

Nutzung und Vervielfältigung:
Alle Rechte vorbehalten

Export