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DB-Nummer: 1584

Erich Loest wird 75 Jahre alt

Einspielband Unzusammenhängende O-Töne Loest: hat mit Begeisterung für die "Leipziger Volkszeitung" geschrieben; in Leipzig sind seine drei Kinder geboren und er habe seine wichtigsten Bücher dort geschrieben; Leipzig sei seine Heimat; nach dem Krieg habe er gelernt, was er als Mitläufer bei den Nazis sich und anderen angetan habe; daraufhin habe er ein friedlicher Mensch sein wollen, was er damals mit einem Kommunisten gleichgesetzt habe; mit Grass (nicht namentlich erwähnt) sei er nicht immer einer Meinung, beispielsweise in Bezug auf den Status der Menschen in der DDR; die Meinungsverschiedenheiten würden aber das Verhältnis zu Grass "würzen"; der im Osten sogenannte Dimitrov-Prozess habe im Westen Reichstagsbrand-Prozess geheißen; Golo Mann, der einer der besten Historiker sei, verwende den namen Dimitrov nicht; ideologischer Kampf "braun" gegen "rot", in dem nicht auszumachen sei, wer von beiden "übeler gelogen" habe; sowohl 1945 als auch 1989 habe er erlebt, dass die Menschen versuchten, ihre Vergangenheit zu vergessen und zu verdrängen. _______________________________________________ Original-Abstract DW: 001- (O-Ton) Erich Loest: über seine Wurzeln in Leipzig, wo er sich daheim fühlt (0'11) // 002- (ab 0'13) (O-Ton) Erich Loest: er hat als Soldat am Ende des 2. Weltkriegs gelernt, "was die Nazis - also ich als ein Mitmachender auch - den anderen um uns herum und uns selber angetan haben. Ich wollte das Gegenteil sein, nämlich nur ein friedlicher Mensch sein, und ein friedlicher Mensch damals war ein guter Kommunist. Das wollte ich sein." (0'21) 003- (ab 0'36) (O-Ton) Erich Loest: spricht über seine Bekanntschaft mit Günter Grass: "…ich bin in manchem anderer politischer Ansicht als er. Wenn er meint, die DDR sei eine Kommune-Diktatur gewesen, in der man sich einrichten konnte, dann sage ich: Die tausend Leute, die an der Mauer verblutet sind, die konnten sich jedenfalls nicht einrichten. Also, wir sind da nicht immer einer Meinung, und das würzt unser Verhältnis." (0'23) 004- (ab 1'02) (O-Ton) Erich Loest: über die unterschiedliche Interpretation des Reichstagsbrand-Prozesses von 1933 im Westen und in der früheren DDR, als Thema seines letzten Roma "Reichsgericht" (0'41) // 005- (ab 1'46) (O-Ton) Erich Loest: "Ich hab's nur zweimal erlebt: 1945 und dann noch einmal 89/90. Es ist beide Male so gewesen, daß die Mehrheit der Leute es sicherlich, um zu überleben, um wieder Tritt fassen zu können, dann versuchen, einen Teil ihrer Vergangenheit zu vergessen, zu verdrängen." (0'24) //



Urtitel:
Erich Loest wird 75 Jahre alt - Stichtag 24. Februar (Einspielband - Loest, Erich)
Anfang/Ende:
Ich war ein…vergessen, zu verdrängen.
Genre/Inhalt:
Politik
Präsentation:
Interview
Historischer Kontext:

75. Geburtstag von Erich Loest

Schlagworte:

Person:
Mann Golo; Dimitrov Georgi
Sach:
Krieg; Nationalsozialismus; Kommunist; Kommunismus; Reichstagsbrand
Geo:
Leipzig; DDR
Zeit:
1933; 1945; 1989
Aufnahme:

Aufnahmedatum:
23.02.2001
Datumszusatz:
ESD unbekannt
Aufnahmeort:
unbekannt
Sprachen:
deutsch
Betriebsarten:
Mono
Original:

Originallänge:
00:02:10
Analog/Digital:
reformatted digital
Original-Tonträger:
Band
Datenformat:
nicht zutreffend
Kopie:

Länge der Kopie:
00:02:10
Tonträger:
CD
Datenformat Sichtung:
mp3
Datenformat Archiv:
WAV
Herkunft:

Sender / Institution:
Radio Bremen (RB)
Sendereihe:
Zeitfunk
Archivnummer:
3200717000
Produktionsnummer:
31848377
Teilnehmende:

Person:
Loest, Erich (Vorredner(in))

Zitieren

Zitierform:

Erich Loest wird 75 Jahre alt - Stichtag 24. Februar (Einspielband - Loest, Erich). unbekannt .

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