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DB-Nummer: 1601

Kein deutscher Militäreinsatz im Irak

Die USA wollen nötigenfalls auch ohne UN-Mandat den Irak angreifen; Bundeskanzler Schröder will Amerika bei einem möglichen Krieg nicht unterstützen; nicht nur die Bevölkerung, auch Prominente wie Günter Grass stehen hinter Schröders Entscheidung; Frage: Schröders ablehnende Haltung zu einer Teilnahme am Irakkrieg als Wahlkampftaktik? Grass: verneint; Schröder habe Solidarität zu den USA in der Bekämpfung des Terrorismus früh zugesichert, aber auch, dass man sich "auf keine Abenteuer einlasse"; es sei nicht zu verantworten, deutsche Soldaten nur aufgrund von Vermutungen in einen Krieg zu verwickeln; Frage: Kann Schröder dieser Linie auch nach einer möglichen Wiederwahl treu bleiben? Grass: ist davon überzeugt, anderfalls würde Schröder unglaubwürdig werden; Frage: Wie steht Grass zu einem deutschen Militäreinsatz im Irak? Grass: schließt einen Einsatz aus; es habe Einsätze der Bundeswehr in den letzten vier Jahren gegeben; den Einsätze in Mazedonien und in Afghanistan befürwortet Grass; der Grund für die Einsätze stehe hier mit dem Risiko in einem gesunden Verhältnis, was man von einem Einsatz im Irak nicht sagen könne.



Urtitel:
Telefoninterview mit Günter Grass zur Haltung der Bundesregierung im Konflikt zwischen den USA und Irak
Anfang/Ende:
(Anmoderation) Ob mit oder…absolut nicht zu.
Genre/Inhalt:
Roman
Präsentation:
Interview
Historischer Kontext:

Drohender Dritter Golfkrieg 2003 Der Dritte Golfkrieg 2003 (auch zweiter Irakkrieg) war eine Invasion des Iraks durch die Streitkräfte der Vereinigten Staaten, der Streitkräfte des Vereinigten Königreichs und verbündeter Staaten in der sogenannten Koalition der Willigen im Jahr 2003. Des Weiteren stellt er den Gipfel und auch das Ende des Irak-Konflikts sowie der langjährigen Spannungen zwischen einem Teil der Vereinten Nationen und dem Irak dar. Einige enge Verbündete der USA (wie etwa Deutschland und Frankreich, aber auch Belgien) und neutrale Staaten (wie Österreich) stellten sich einer militärischen Intervention entgegen, obwohl sie das irakische Regime sehr ähnlich beurteilten. Hauptbegründungen für diesen Schritt waren: fehlende völkerrechtliche Legitimation; fehlender Nachweis für Bedrohung durch den Irak; ein Militärschlag würde den islamischen Fundamentalismus und damit auch den Terrorismus schüren das Risiko von terroristischen Anschlägen würde nicht verringert, sondern erhöht; die Anstrengungen zur Unterstützung eines gewaltlosen und demokratischen Islam würden gefährdet; andere Missionen (wie in Afghanistan) würden gefährdet; in einigen Staaten (z. B. Syrien, Jordanien, Saudi-Arabien, Pakistan) könnte es zu fundamentalistischen Putschen kommen; die Grenzen der Nationalstaaten könnten erneut in Frage gestellt werden, was angesichts der häufigen Kriege zwischen den arabischen Nationen im 20. Jahrhundert zu akuten Problemlagen und/oder Konflikten führen könnte; andere Staaten (wie z. B. Nordkorea) könnten ihrerseits einen Irakkrieg als Rechtfertigung präventiver Militärschläge nutzen; hohe finanzielle Kosten der Stationierung von Soldaten im Irak; kaum Möglichkeiten, den Irak in der Nachkriegszeit durch westliche Staaten zu stabilisieren und zu demokratisieren; mangelnder Wille in der eigenen Bevölkerung, einen Krieg zu führen; in Deutschland speziell negative Grundhaltung der Bevölkerung infolge des Zweiten Weltkrieges, nochmals einen Krieg zu führen

Schlagworte:

Person:
Schröder Gerhard; Bush George W.
Sach:
Krieg; Militäreinsatz; Wahlkampf; Bundeswehr; Terrorismus
Geo:
Irak; Afghanistan; USA; Mazedonien
Aufnahme:

Aufnahmedatum:
13.09.2002
Datum Erstsendung:
13.09.2002
Aufnahmeort:
Köln
Sprachen:
deutsch
Betriebsarten:
Stereo
Original:

Originallänge:
00:02:05
Analog/Digital:
born digital
Original-Tonträger:
File
Datenformat:
WAV
Kopie:

Länge der Kopie:
00:02:05
Tonträger:
CD
Datenformat Sichtung:
mp3
Datenformat Archiv:
WAV
Herkunft:

Sender / Institution:
Norddeutscher Rundfunk (NDR)
Sendereihe:
Funkjournal
Archivnummer:
3519977000
Produktionsnummer:
42984309
Teilnehmende:

Person:
Grass, Günter (Vorredner(in))
Person:
Hoffmann, Max (Interviewpartner)
Person:
Main, Andreas (Vorredner(in))

Zitieren

Zitierform:

Telefoninterview mit Günter Grass zur Haltung der Bundesregierung im Konflikt zwischen den USA und Irak. Köln .

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Alle Rechte vorbehalten

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