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DB-Nummer: 1618

Günter Grass in Bangladesch und Westbengalen (bengali)

Letzter von zehn Teilen über den Nobelpreisträger Günter Grass und seinen Aufenthalt in Kalkutta und Bagladesch. Auszug aus "Zunge zeigen" [Übersetzung aus Bengali ins Englische von Susruta Samanta]: During his stay, the city scared her. But he was not the same as before. He became livelier and she became more lifeless. This weather, the sufferings, the reluctance… “And I can not help”, she said. He kept on writing, and painting. He asked us, “Is this the time to return?” So she sent his trunk back to the country and bought the fourth suitcase. He said, “If we return someday to this place, we will take Fontane along”. Ute Grass liest während des Kalkutta-Aufenthalts Fontane. Auch im Kapitel "1987" in "Mein Jahrhundert" beschreibt Grass dies. Auszug aus "Mein Jahrhundert" (WA 9 (2007), S. 287) Auch Günter Grass selbst liest während des Aufenthalts in Indien Theodor Fontane, wie dem Buch "Zunge zeigen" zu entnehmen ist. Mit seiner Frau Ute ist er vom 19. August 1986 bis 18. Januar 1987 in Kalkutta; sie verbringen danach noch zwei Wochen in Neu Delhi (bis 31. Januar). "Zunge zeigen" ist eine Sammlung von Prosa, 56 Zeichnungen und einem langen, aus 12 Teilen bestehenden Gedicht; in Deutschland wird das Buch 1988 publiziert, es wird von der Kritik nicht gut aufgenommen; Beispiele aus der "Welt am Sonntag", der "Süddeutschen Zeitung", aus der "Zeit" und aus dem "Tagesspiegel"; auch die englische Übersetzung von "Zunge zeigen", die 1989 in Indien erscheint, ruft negative Reaktionen hervor; die bengalische Übersetzung von Debabrata Chakraborty erscheint 1990; irritiert ist man von der Inkonsistenz von Namen und Daten, einigen gefällt Grass' Sarkasmus nicht, andere glauben, dass Grass nicht an der Armut und an den sozialen Problemen der Menschen interessiert sei. Trifft der Eindruck zu, dass Grass Kalkutta nicht mag? Der Journalist Subharanjan Dasgupta, der mehrere Interviews mit Grass geführt hat, widerspricht dem. Subharanjan Dasgupta: Grass sei nicht der geeignetste, um über Kalkutta zu schreiben, wie bspw. James Joyce dies über Dublin getan hat; um über Kalkutta zu schreiben, müsse man hier groß geworden sein; es gebe viele Gedichte und Romane über Kalkutta, aber es gebe kein episches Werk, in dem Kalkutta die Hauptrolle spielen würde. Frage: Ist Grass' Bewertung über Kalkutta zu extrem? Subharanjan Dasgupta: stimmt zu; dafür sei Grass auch von Satyajit Ray kritisiert worden; man müsse dies jedoch differenzierter sehen; auch gegenüber seinem eigenen Land sei Grass harsch und unbarmherzig; dies sei Grass' Stil; als Grass angekommen sei, hatte sich vorher die verheerende Flut von Midnapore ereignet; zwei Wochen später fand das Durga Puja (ein bedeutendes Festival) in Kalkutta statt; auf der einen Seite habe es also Menschen ohne Nahrung gegeben, auf der anderen Seite Feierlichkeiten - dies habe Grass wütend gemacht; man dürfe aber auch nicht die positiven Äußerungen von Grass vergessen; als er die Slums besichtigt habe, habe er auch dort saubere Wohnungen mit Bildern von Göttern und Göttinen an den Wänden gesehen - dies habe Grass gefreut; Grass habe gesagt, die einfache Schönheit der Slum-Wohnungen sei größer als die "verglaste Arroganz" der Deutschen Bank-Zentrale in Frankfurt. Frage: Hat Grass auch liebenswerte Seiten von Kalkutta kennengelernt? Subharanjan Dasgupta: Grass sei in einem emotionalen Konflikt gewesen; er liebe Kalkutta und liebe es doch nicht; er sei viel herumgereist; nach einem Trip nach Shantiniketan habe er geäußert, dass er Rabindranath Tagore nicht für einen großen Künstler halte; dies sei eine überhastete Beurteilung; Grass habe aber auch Sympathien für die Stadt; als er gehört habe, dass einige seiner Aussagen einige Menschen verletzt hätten, habe Grass darum gebeten, dass man den Leuten sage, er habe dies nicht aus Hass geschrieben; er habe nur geschrieben, was er gefühlt habe, und darunter sei auch Liebe gewesen; er sei überrascht gewesen, dass Millionen von Menschen in Dritte Welt-Ländern so viel zu leiden hätten; das halte die Menschen aber nicht davon ab, zu singen, zu lachen, zu studieren oder ihrem täglichen Leben nachzugehen; diese Vitalität erfreut Grass.



Urtitel:
Günter Grass in Bangladesch und Westbengalen (Teil 10)
Anfang/Ende:
(Trailer) Suru hochche saptahik … paben agami Mongolbaar. (Trailer)
Genre/Inhalt:
Biographie
Präsentation:
Feature
Schlagworte:

Person:
Fontane Theodor; Rabindranath Tagore; Roy Annadashankar
Werke:
Zunge zeigen; Mein Jahrhundert
Sach:
Flut; Festival; Armut; Slums
Geo:
Indien; Bangladesh; Kalkutta; Frankfurt; Neu Delhi
Aufnahme:

Aufnahmedatum:
03.02.2003
Datum Erstsendung:
04.02.2003
Aufnahmeort:
Köln
Sprachen:
bengali
Betriebsarten:
Stereo
Original:

Originallänge:
00:11:38
Analog/Digital:
born digital
Original-Tonträger:
DVD
Datenformat:
WAV
Kopie:

Länge der Kopie:
00:11:37
Tonträger:
CD
Datenformat Sichtung:
mp3
Datenformat Archiv:
WAV
Herkunft:

Sender / Institution:
Deutsche Welle (DW)
Sendereihe:
Kultur
Archivnummer:
3526126000
Produktionsnummer:
477699
Teilnehmende:

Person:
Al Farooq, Abdallah (Vorredner(in))
Person:
unbekannt, (Vorredner(in))

Zitieren

Zitierform:

Günter Grass in Bangladesch und Westbengalen (Teil 10). Köln .

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