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DB-Nummer: 1642

Reaktionen aus Deutschland zum "Geständnis" von Günter Grass

Die schärfsten Urteile zum Waffen-SS-"Geständnis" kommen von Rolf Hochhut und Joachim Fest; laut Hochhut sei Grass moralisch diskreditiert, Grass' Aussagen über Helmut Kohl und Konrad Adenauer seien "ekelhaft und widerlich"; auch der Grass-Biograph Michael Jürgs zeigt sich persönlich enttäuscht; O-Ton Jürgs: hinsichtlich der Verdrängungsschuld der Deutschen denke er jetzt immer auch an Günter Grass; diesem würde nun ein Makel anhaften (siehe DB 1645); Hellmuth Karrasek vermutet Marketing-Strategien hinter dem "Geständnis"; O-Ton Karrasek: Grass hätte den Nobelpreis riskiert, wenn er seine Mitgliedschaft in der Waffen-SS früher aufgedeck hätte (siehe dazu DB 1646); vom Zeitpunkt und von den Motiven des Grass-"Geständnisses" sind viele Kritiker irritiert; Günter Kunert: Grass hat sehr spät, zu spät die Mitgliedschaft in der Waffen-SS aufgedeckt; es hätte ihm nicht geschadet, wenn Grass es früher gesagt hätte; das Zögern von Grass sei unverständlich; Schriftsteller älterer Generationen bringen aber Verständnis für Grass auf; Dieter Wellershof: das Fehlverhalten sei mehr taktischer Art und weniger moralsicher Art; Grass habe sein jugendliches Fehlverhalten verdrängt; Robert Menasse, Erich Loest und Walter Kempowski sind der Ansicht, dass Grass sich zwar früher hätte äußern müssen, halten es aber für ehrenhaft, dass er es nun getan habe; Volker Neuhaus: Grass habe nie verschwiegen, Nazi gewsen zu sein; er habe nur jene Leute angegriffen, die ihre Vergangenheit verdrängt hätten; seinen demokratischen Impetus habe Grass gerade daraus gezogen, dass er in seiner Jugend einer totalitären Ideolgie gefolgt sei; am stärksten nimmt Walter Jens Grass in Schutz, der 2003 selbst in die Schlagzeilen geraten war, dem vorgeworfen worden war, Mitglied der NSDAP gewesen zu sein; eine wissentliche Mitgliedschaft wird von Jens hingegen abgestritten Walter Jens: Grass' Geständnis sei redlich, es sei spät, aber nicht zu spät; der Zeitpunkt sei richtig gewählt.



Urtitel:
Reaktionen aus Deutschland zum Geständnis von Günter Grass, Mitglied der Waffen-SS gewesen zu sein
Anfang/Ende:
Am schärfsten fallen…eines großen Schriftstellers.
Genre/Inhalt:
Politik
Präsentation:
Statement
Historischer Kontext:

Debatte um die Zugehörigkeit von Günter Grass zur Waffen-SS

Schlagworte:

Person:
Menasse Robert; Loest Erich; Kempowski Walter; Kohl Helmut; Adenauer Konrad; Hochhuth Rolf
Sach:
Waffen-SS; Geständnis; Verdrängung; Marketing; Schweigen; Schriftsteller; Nationalsozialismus
Aufnahme:

Aufnahmedatum:
14.08.2006
Datum Erstsendung:
14.08.2006
Aufnahmeort:
Bonn
Sprachen:
deutsch
Betriebsarten:
Stereo
Original:

Originallänge:
00:03:32
Analog/Digital:
born digital
Original-Tonträger:
File
Datenformat:
nicht zutreffend
Kopie:

Länge der Kopie:
00:03:32
Tonträger:
CD
Datenformat Sichtung:
mp3
Datenformat Archiv:
WAV
Herkunft:

Sender / Institution:
Deutsche Welle (DW)
Sendereihe:
Kultur Aktuell
Archivnummer:
3583185000
Produktionsnummer:
70583906
Teilnehmende:

Person:
Jürgs, Michael (Beitragende(r))
Person:
Karasek, Hellmuth (Beitragende(r))
Person:
Kunert, Günter (Beitragende(r))
Person:
Wellershoff, Dieter (Beitragende(r))
Person:
Neuhaus, Volker (Beitragende(r))
Person:
Jens, Walter (Beitragende(r))
Person:
Kürten, Joachim (Vorredner(in))

Zitieren

Zitierform:

Reaktionen aus Deutschland zum Geständnis von Günter Grass, Mitglied der Waffen-SS gewesen zu sein. Bonn .

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