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DB-Nummer: 1693

Schriftsteller und Menschenfreund : Porträt SiegfrIed Lenz zum 85. Geburtstag

Lenz, Siegfried; Stangl, Adrian

Der Menschenfreund Siegfried Lenz zum 85. Geburtstag Er gehört zu den bedeutendsten Autoren der deutschsprachigen Nachkriegs- und Gegenwartsliteratur: Siegfried Lenz. Eines seiner bevorzugten Themen ist die Auseinandersetzung mit totalitärer Herrschaft. Romane wie "Deutschstunde" erreichten auch international eine breite Leserschaft. Nun wird er 85 Jahre alt. Dänemark ist für Siegfried Lenz eine zweite Heimat: Seit Jahrzehnten verbringt er hier mehrere Monate im Jahr. Seine zweite Frau Ulla ist Dänin. An einem abgeschiedenen Ort auf der Insel Fünen findet der Autor die Ruhe zum Schreiben. "Wenn ich das richtig definiere, scheint das ein Aschenbecher zu sein", sagt Lenz. "Und wenn die Gesellschaft zustimmt, heißt das, ich bin nicht fern von einer Pfeife. Kann das sein?" Auf seine Pfeife will Siegfried Lenz nicht verzichten - genauso wenig auf langjährige Freunde wie Helmut Schmidt: "Er ist ein freundlicher Mensch", so der Altbundeskanzler über Lenz, "ein sehr behutsamer und außerdem ein einfühlsamer Mensch - insgesamt ein wunderbarer Kerl." Auch in Hamburg, wo der gebürtige Ostpreuße Lenz seit 1946 lebt, hat er noch eine Wohnung. Der Ehrenbürger liebt die Stadt nicht zuletzt wegen ihres Hafens. Hier spielt auch "Der Mann im Strom" aus dem Jahr 1957. Darin erzählt Lenz die Geschichte eines Tauchers, der wegen seines Alters arbeitslos wird. Der Roman behandelt den Kampf der einfachen Menschen gegen die Ungerechtigkeiten der Gesellschaft. Sein Einsatz für die sozial Benachteiligten ist Lenz ein ganz persönliches Anliegen. Weltweiter Ruhm durch "Deutschstunde" Weltweit bekannt wird Siegfried Lenz 1968 mit seinem Roman "Deutschstunde". Das Buch erzählt vom Konflikt zwischen einem fanatischen Polizisten und einem unangepassten Maler in Nordfriesland während und nach der Nazi-Zeit. Es ist ein Meisterwerk über falsch verstandene Pflichterfüllung. "Für mich ist die 'Deutschstunde' eines der wichtigsten Bücher der Weltliteratur des 20. Jahrhunderts", so der Schriftsteller. "Es ist ein genauso anspruchsvoller wie einfacher Roman. Man kann nicht anders als sich beim Lesen zu fragen: Wie hätte ich mich damals verhalten? Es ist eine schwierige, eine schmerzhafte Frage." Es ist die große Leistung von Siegfried Lenz, dass er uns dazu bringt, über diese Frage nachzudenken. "Deutschstunde" macht Lenz zum gefeierten Star des Literaturbetriebs. Unermüdlich präsentiert der Autor seinen Bestseller bei Lesungen, auf Literaturfestivals und Buchmessen. Von nun an werden fast alle seine Bücher große Erfolge: Lenz schreibt über seine Kriegserfahrung, die verlorene Heimat Ostpreußen und immer wieder über Menschen in Grenzsituationen. Seine Popularität im Ausland macht ihn zum Botschafter eines neuen, demokratischen Deutschlands. Lebenskrise nach Verlust der Ehefrau Jahr für Jahr trifft er sich bei ausgedehnten Lesereisen mit Politikern und Intellektuellen. Immer an seiner Seite: Ehefrau Liselotte. 2006 stirbt sie. Ihr Tod - nach 56 Jahren Ehe - nimmt den Autor mit, stürzt ihn in eine tiefe Lebens- und Schaffenskrise. Zum ersten Mal in seiner Laufbahn will das Schreiben nicht mehr funktionieren. Die Arbeit an einer neuen Novelle bleibt jahrelang stecken. "Ich sah es nicht mehr", sagt er. "Selbst als ich versuchte, meine Einbildungskraft zu mobilisieren, gelang es mir nicht mehr. Ich konnte die Personen nicht mehr sehen. Ich konnte sie nicht mehr sprechen hören und dachte: Gib' es auf." Doch Lenz gibt nicht auf. 2008 erscheint "Schweigeminute". Die Novelle ist eine Premiere für den Autor: Zum ersten Mal schreibt er eine Liebesgeschichte. Das Buch wird zur Sensation, auch viele junge Leser sind begeistert. Einmal mehr schafft Siegfried Lenz den schwierigen Spagat zwischen Anspruch und Erfolg. Die Kritik ist voll des Lobes, darunter auch Lenz’ langjähriger Freund Marcel Reich-Ranicki. "Er ist unter allen deutschen Geschichtenerzählern einer der besten und vorzüglichsten", so der Literaturkritiker. Und der Nobelpreisträger Günter Grass ergänzt: "Er ist ein wunderbarer Kollege, was unter Autoren nicht die Regel ist." Er schreibe, um die Welt zu verstehen, hat Siegfried Lenz einmal gesagt. Sein Interesse an den Menschen, seine Neugierde und seinen Fleiß hat er sich bis heute bewahrt. "Weitermachen ist das Prinzip", erklärt der Autor. "Voller Zufriedenheit darüber, dass du die Möglichkeit hast, weiter zu schreiben. Was ja auch nicht selbstverständlich ist. The fight goes on." Quelle: http://www.3sat.de/page/?source=/kulturzeit/themen/152825/index.html



Urtitel:
SiegfrIed Lenz - Schriftsteller und Menschenfreund
Anfang/Ende:
Ich wollte Fischer…
Genre/Inhalt:
Biographie
Präsentation:
Dokumentation
Historischer Kontext:

Der Schriftsteller Siegfried Lenz wird 85 Jahre alt

Schlagworte:

Geo:
Polen; Dänemark
Aufnahme:

Datum Erstsendung:
13.03.2011
Datumszusatz:
Der Film wurde 2010 produziert.
Aufnahmeort:
Diverse
Sprachen:
deutsch
Betriebsarten:
Stereo
Original:

Originallänge:
00:43:28
Analog/Digital:
born digital
Original-Tonträger:
DVD
Datenformat:
VOB
Kopie:

Tonträger:
DVD
Datenformat Sichtung:
nicht zutreffend
Datenformat Archiv:
nicht zutreffend
Teilnehmende:

Person:
Lenz, Siegfried (Vorredner(in))
Person:
Lenz, Siegfried (Autor(in))
Person:
Fedder, Jan (Beitragende(r))
Person:
Reich-Ranicki, Marcel (Beitragende(r))
Person:
Oz, Amos (Beitragende(r))
Person:
Stangl, Adrian (Autor(in))
Person:
Birnbaum, Andreas (Vorredner(in))
Person:
Schäfer, Monika (Redaktion)
Person:
Grevsen, Niels (Redaktion)
Person:
Stangl, Adrian (Regie)
Person:
Grass, Günter (Beitragende(r))
Person:
Hylthoft, Ole (Beitragende(r))
Person:
Hahn, Ulla (Beitragende(r))
Person:
Berg, Günter (Beitragende(r))

Zitieren

Zitierform:

Lenz, Siegfried / Stangl, Adrian: SiegfrIed Lenz - Schriftsteller und Menschenfreund. Diverse .

Rechte

Nutzung und Vervielfältigung:
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