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DB-Nummer: 1715

Der Engel, die Ehe, das Ende : Fünftes Kapitel aus Grimms Wörter auf dem 6. Lübecker Literaturtreffen

Grass, Günter

Lesung des Anfangs des 5. Kapitels "Der Engel, die Ehe, das Ende" aus "Grimms Wörter" von "Der Engel, die Ehe…" (S. 171) bis "…nicht fehlen werde" (S. 175) Ab 11:20 Gespräch zwischen Jörg-Dieter Kogel und Günter Grass Frage: Warum hat Grass es unterstützt, dass ein neuer Literaturpreis "Von Autoren für Autoren" in Lübeck vergeben wird? Grass: man sei beim Literaturtreffen im letzten Jahr auf diese Idee gekommen; es sei darum gegangen, an vergessene Autoren zu erinnern; das Feuilleton sei sehr schnelllebig, ehemals bekannte Autoren hätten inzwischen keinen Verleger mehr; bei der Überlegung zu einem Namen für den Literaturpreis sei man auf Wolf-Dietrich Schnurre gekommen; von diesem sei man jedoch abgekommen; Brüche im literarischen Gedächtnis müsse man vermeiden; durch den Nationalsozialsimus und die Emigration habe man eine Unterbrechung in der literarischen Tradition erleben müssen, viele Autoren seien in Vergessenheit geraten, nur wenige (z.B. Thomas Mann) seien wieder ins Gedächtnis zurückgekommen; Grass' "Lehrmeister" Alfred Döblin sei bis heute nicht wieder in Deutschland angekommen.



Urtitel:
Günter Grass Lesung beim 6. Lübecker Literaturtreffen
Anfang/Ende:
Meine Damen und Herren…herzlich dazu eingeladen.
Genre/Inhalt:
Roman
Präsentation:
Lesung
Historischer Kontext:

6. Lübecker Literaturtreffen 2011 und 1. Lübecker Literaturpreis "Von Autoren für Autoren" Diese Woche folgen acht AutorInnen: Sherko Fatah, Olga Flor, Eva Menasse, Norbert Niemann, Knud Romer, Fridolin Schley, Jens Sparschuh und Tilman Spengler einer Einladung von Günter Grass und treffen sich mit ihm zum kollegialen Austausch im Günter Grass Haus in Lübeck. Am 28. Januar kann die Öffentlichkeit die neun Schriftsteller im Museum Behnhaus Drägerhaus bei einer Lesung erleben. Zwei Tage später, am 30. Januar, wird in feierlichem Rahmen erstmals der von Autoren des Lübecker Literaturtreffens gestiftete Lübecker Literaturpreis verliehen. Das „Lübecker Literaturtreffen“ ist der von Günter Grass bestimmte Titel eines am 5. Dezember 2005 gegründeten deutschen Autorenzirkels. Die zunächst in Anlehnung an die Gruppe 47 „Lübeck 05“ titulierte Vereinigung setzt sich aus bekannten deutschsprachigen Schriftstellern zusammen. Ziel ist es laut Grass, das „Bedürfnis nach politischer Einmischung“ in der jüngeren Schriftstellergeneration wachzuhalten und ihrer regionalen „Verstreuung“ über das Land hinweg entgegenzuwirken. Nach dem Autorentreffen in der Glockengießerstraße werden sich die Autoren am Freitag, 28. Januar um 20 Uhr zu einer öffentlichen Lesung und Diskussion im Behnhaus zusammenfinden Den Abend wird Jörg-Dieter Kogel, Programmleitung Nordwestradio (Radio Bremen und NDR) moderieren. 1. Lübecker Literaturpreis "Von Autoren für Autoren" Günter Herburger, © Catherina Hess Zwei Tage später, am Sonntag, 30. Januar 2011 wird erstmals der Lübecker Literaturpreis "Von Autoren für Autoren" in Zusammenarbeit mit der Kulturstiftung Hansestadt Lübeck feierlich im Scharbausaal verliehen. Die Autoren des Lübecker Literaturtreffens werden anwesend sein. Der Preis ist mit 7500 Euro dotiert und wird alle zwei Jahre vergeben, im Wechsel mit dem Thomas Mann-Preis. Der diesjährige Preisträger ist Günter Herburger. Günter Herburger, geboren 1932 in Isny, studierte Theaterwissenschaften, Literatur, Philosophie und Sanskrit in München und Paris. Er arbeitete in früheren Lebensphasen in verschiedenen Berufen und verschiedenen Ländern und lebt heute als freier Schriftsteller in Berlin. Seit 1983 nimmt Herburger regelmäßig an Marathon- und Extremlangstreckenläufen teil. Sein umfangreiches Werk umfasst Romane, Reise-Novellen, Hörspiele, Drehbücher und Gedichte, zuletzt „Ein Loch in der Landschaft“, 2010. Günter Grass über die Entstehung der Idee zu diesem Preis: „Abseits unserer Lesungen sprachen wir über Autoren meiner Generation und der nachfolgenden - tote und noch lebende, die in schnelllebiger Zeit in Vergessenheit zu geraten drohen. Und so kam uns der Gedanke, gegen diese nivellierende Tendenz etwas nach unseren Möglichkeiten zu tun und einen Preis „Von Autoren für Autoren“ zu stiften. Die Preissumme ergibt sich aus unseren Mitteln und der Preisträger nach unserer Wahl.“ Kurzinformationen zu den Autoren des Literaturtreffens 2011: Günter Grass, 1927 in Danzig geboren, studierte an der Kunstakademie Düsseldorf und an der Berliner Hochschule für Bildende Künste. Er gehörte ab 1955 zur Gruppe 47 und schätzt den Austausch mit anderen Künstlern. Seit 1986 lebt Grass in der Nähe von Lübeck, im Herbst 1995 verlegte er mit seinem Sekretariat auch seinen Arbeitsmittelpunkt von Berlin Friedenau in die Lübecker Glockengießerstraße. 1999 wird er Nobelpreistrager für Literatur. Sherko Fatah, geboren 1964 in Ost-Berlin, studierte Philosophie und Kunstgeschichte in West-Berlin. 2001 erschien Fatahs viel gelobtes Romandebüt „Im Grenzland“, das im gleichen Jahr mit dem „aspekte-Literaturpreis“ ausgezeichnet wurde. 2008 erschien sein jüngstes Werk „Das dunkle Schiff“. Er war Stipendiat des Literarischen Colloquiums Berlin und erhielt 2003 das Alfred-Döblin-Stipendium der Berliner Akademie der Künste. Olga Flor, geboren 1968 in Wien, studierte Physik und Kunstgeschichte in Graz. Ihr erster Roman „Erlkönig“ erschien 2002, der Monolog „Fleischgerichte“ wurde 2004 im Schauspielhaus Graz uraufgeführt. Flor war Preisträgerin des Reinhard-Priessnitz-Preises (2003) und des Otto-Stoessl-Preises (2004). Ihr jüngstes Werk „Kollateralschaden“ war 2008 für den Deutschen Buchpreis nominiert. Eleonora Hummel, wurde 1970 in Kasachstan geboren. 1980 zog sie mit ihrer Familie in den Nordkaukasus und siedelte zwei Jahre später nach Dresden über. Seit 1995 ist sie literarisch tätig, veröffentlichte Prosa und Artikel in zahlreichen Zeitschriften. Für ihren ersten Roman "Die Fische von Berlin" erhielt sie 2006 den Adelbert-von-Chamisso-Förderpreis. Für ihren 2009 erschienenen Roman „Die Venus im Fenster“ wurde Eleonora Hummel ein Literaturstipendium der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen zuerkannt. Eva Menasse, geboren 1970 in Wien, war als Journalistin und Redakteurin tätig. Sie begleitete den Prozess um den Holocaust-Leugner David Irving in London und arbeitete nach einem Aufenthalt in Prag als Kulturkorrespondentin in Wien. Seit 2003 lebt sie in Berlin. Mit „Vienna“ veröffentlichte sie 2005 einen viel beachteten Debütroman. 2009 erschien ihr neues Buch „Lässliche Todsünden“. Norbert Niemann, 1961 in Landau an der Isar geboren, studierte Literatur, Musikwissenschaft und Neuere Geschichte in Regensburg und München. 1997 erhielt er den Ingeborg-Bachmann-Preis. Er ist Mitherausgeber der Zeitschrift „Akzente“. 1998 brachte er mit „Wie man's nimmt" seinen ersten Roman heraus. 2008 erschien sein jüngstes Buch „Willkommen neue Träume“. Knud Romer, geboren 1960, studierte Literaturwissenschaften und ist einer der bekanntesten Werbefachleute Dänemarks. Er veröffentlichte kulturhistorische Bücher und trat als Schauspieler in Lars von Triers Film „Idioten" auf. 2007 sorgte der Däne mit seinem ersten Roman „Wer blinzelt, hat Angst vor dem Tod" für Aufsehen. Fridolin Schley, 1976 in München geboren, studierte an der Hochschule für Fernsehen und Film München sowie Germanistik, Politik und Geschichte an der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität. Zuletzt erschien sein Buch „Wildes Schönes Tier“ (2007), das mit dem Tukan-Preis München ausgezeichnet wurde. Jens Sparschuh, 1955 in Karl-Marx-Stadt geboren, studierte Philosophie und Logik in Leningrad. Er ist Verfasser von Romanen, häufig zu Themen aus der deutschen Geschichte und Literaturgeschichte, sowie von Essays, Gedichten und Hörspielen. 1988 erhielt er den Anna-Seghers-Preis, 1990 den Hörspielpreis der Kriegsblinden und den Ernst-Reuter-Hörspielpreis. 1996 wurde ihm der Bremer Literaturförderpreis zuerkannt. 2009 erschien „Putz – und Flickstunde. Zwei kalte Krieger erinnern sich“. Tilman Spengler, 1947 in Oberhausen geboren, studierte Sinologie und war mehrere Jahre an dem Max-Planck-Institut für Sozialwissenschaften in Starnberg beschäftigt. Neben seiner akademischen Tätigkeit publiziert er regelmäßig in der „Zeit“, „Geo“ und „Die Woche“. 1991 veröffentlichte er die Romanbiografie "Lenins Hirn", die in einundzwanzig Sprachen übersetzt wurde. Vergangenes Jahr erschien sein neues Buch „Sind Sie öfter hier? Von der Kunst, ein kluges Gespräch zu führen“. Quelle: http://www.unser-luebeck.de/content/view/2823/280/

Schlagworte:

Person:
Wisskirchen Hans; Mann Thomas; Döblin Alfred
Werke:
Grimms Wörter
Sach:
Literaturpreis
Geo:
Lübeck
Zeit:
1980er Jahre
Aufnahme:

Aufnahmedatum:
28.01.2011
Datumszusatz:
ESD unbekannt
Aufnahmeort:
Lübeck
Sprachen:
deutsch
Betriebsarten:
Stereo
Original:

Originallänge:
00:16:24
Analog/Digital:
born digital
Original-Tonträger:
CD
Datenformat:
nicht zutreffend
Kopie:

Länge der Kopie:
00:16:24
Tonträger:
CD
Datenformat Sichtung:
mp3
Datenformat Archiv:
WAV
Herkunft:

Sender / Institution:
Deutsche Welle (DW)
Sendereihe:
Nordwestradio
Teilnehmende:

Person:
Grass, Günter (Autor(in))
Person:
Grass, Günter (Vorredner(in))
Person:
Kogel, Jörg-Dieter (Vorredner(in))
Person:
Kogel, Jörg-Dieter (Interviewpartner)

Zitieren

Zitierform:

Grass, Günter: Günter Grass Lesung beim 6. Lübecker Literaturtreffen. Lübeck .

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