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DB-Nummer: 1741

Stellungnahmen zu Carl von Ossietzky und der Medaillen-Verleihung : Günter Grass und Kai Herrmann sprechen über den Preis

Frage: Wie begegnet Grass dem Preis? Grass: Carl von Ossietzky als Teil deutscher Geschichte; Grass sieht die Ehrung nicht feierlich und kritiklos. Frage: In der Begründung heißt es, die Medaille werde für den pragmatisch denkenden Politiker Grass verliehen; Grass: ist unsicher hinsichtlich der Parallele zu Carl von Ossietzky; kein lebender Zeitgenosse könne das leisten, was Carl von Ossietzky geleistet habe in seinem "Ausharren" gegen die Nazis. Frage: Grass hat in seiner Dankesrede ["Über das Ja und das Nein"] in eigener Sache, d.h. für sich und für die Bundesrepublik, gesprochen und sich zum "kritischen Ja" bekannt; Grass: hat Beispiele geliefert: "nein" zur Kanzlerschaft von Kurt Georg Kiesinger aufgrund seiner nationalsozialistischen Vergangenheit, gleichzeitig ein "ja" zur parlamentarischen Demokratie; er sei gegen Polarisierung und habe sogar das Wort "Jein" verteidigt; das zweifelnde "ja, aber…" gehöre zur parlamentarischen Demokratie. Weitere Fragen an den Journalisten und Publizisten Kai Herrmann, der einer der jüngsten Preisträger ist und dem es wie Grass schwerfällt, Distanz zu Carl von Ossietzky aufzubauen.



Urtitel:
Verleihung der Karl Ossietzky Medaille
Anfang/Ende:
(Anmoderation) Im Festsaal der…sinnlosen Anarchismus gebraucht.
Genre/Inhalt:
Politik
Präsentation:
Interview
Historischer Kontext:

Verleihung der Carl-von-Ossietzky-Medaillen 1967 und 1968 im Festsaal der jüdischen Gemeinde Berlin, veranstaltet von der Internationalen Liga für Menschenrechte, dem Landesjugendring, dem Bund politisch-rassisch-religiös Verfolgter und dem Bund der Verfolgten des Nazi-Regimes. Preisträger waren Günter Grass (1967) und Kai Hermmann (1968) Die Carl-von-Ossietzky-Medaille ist eine Auszeichnung, die von der Internationalen Liga für Menschenrechte vergeben wird. Mit Ihr werden Personen und Initiativen ausgezeichnet, die sich nach Auffassung der Liga in besonderer Art und Weise für die Verwirklichung der Menschenrechte eingesetzt haben. Der Namensgeber der Medaille ist der Publizist, Pazifist, Menschenrechtsaktivist und Friedensnobelpreisträger Carl von Ossietzky, der 1938 an den Folgen der Haft im nationalsozialistischen Konzentrationslager starb.

Schlagworte:

Person:
Kiesinger Kurt-Georg; Ossietzky Carl von
Werke:
Über das Ja und das Nein
Sach:
Engagement; Rede; Demokratie; Carl-von-Ossietzky-Medaille
Geo:
Berlin
Zeit:
1967; 1968
Aufnahme:

Aufnahmedatum:
09.12.1968
Datum Erstsendung:
10.12.1968
Aufnahmeort:
Berlin, Festsaal der jüdischen Gemeide
Sprachen:
deutsch
Betriebsarten:
Mono
Original:

Originallänge:
00:05:57
Analog/Digital:
reformatted digital
Original-Tonträger:
Band
Datenformat:
nicht zutreffend
Kopie:

Länge der Kopie:
00:05:49
Tonträger:
CD
Datenformat Sichtung:
mp3
Datenformat Archiv:
WAV
Herkunft:

Sender / Institution:
Deutsche Welle (DW)
Sendereihe:
Rundschau am Morgen
Archivnummer:
Z107494002 alte Archivnr: 348-007/LVII/1
Produktionsnummer:
DZ107494002
Teilnehmende:

Person:
Wichert, Lothar (Interviewpartner)
Person:
Grass, Günter (Vorredner(in))
Person:
Herrmann, Kai (Vorredner(in))

Zitieren

Zitierform:

Verleihung der Karl Ossietzky Medaille. Berlin, Festsaal der jüdischen Gemeide .

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