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DB-Nummer: 1781

Die Akademie soll sich den Problemen der Gegenwart stellen

Günter Grass stellt als neuer Präsident der Akadmie der Künste die Schwerpunkte der Akademie und seiner Arbeit vor. Live-Schaltung in die Akademie zu Berichterstatter Lothar Wichert: Verstärkung der Wahrnehmungs- und Aufklärungsfunktion der Akademie durch mehr Öffentlichkeitsarbeit Frage: Was wird die Arbeit der Akademie künftig ausmachen? Was hat Grass sich vorgenommen? Grass: hat in den vier Monaten seiner Präsidentschaft bislang nur einige Ziele skizzieren können; Grass erwartet von der Akademie, sich den Problemen der Gegenwart zu stellen (Beispiel: Waldsterben, auch im kulturellen Kontext); ein weiteres Projekt solle sich gegen zunehmende Fremdenfeindlichkeit in Berlin richten; die Gesetzgebung in Berlin und auch in der ganzen Bundesrepublik sei ausländerfeindlich; dabei hätten allein beispielsweise die Türken einen großen Kulturbeitrag für Berlin geleistet; daher liege es nahe, eine Ausstellung unter dem Titel "Die Türken in Berlin" zu zeigen; desweitere berate man in der Akademie der Kulturauftrag des Landes Berlin und öffentlich zu diskutieren; eine wichtige Frage sei u.a. die Nutzung des Gropius-Baus und des zugehörigen Geländes; man dürfe dort nicht "aus vordergründigen Motiven heraus" ein deutsches Geschichtsmuseum installieren, man müsse auch bei der Konzeption von Ausstellungen im Gropius-Bau stets beachten, das in der unmittelbaren Umgebung dieses Gebäudes "Schreckliches geschah". Lothar Wichert verweist abschließend auf das dritte Treffen Berliner Schriftsteller zum Thema Frieden und auf die Reaktionen der Akademie auf die Angriffe auf Heinrich Böll.



Urtitel:
Günter Grass über Projekte und Aufgaben der Akademie der Künste in Berlin
Anfang/Ende:
(Anmoderation) Günter Grass, Schriftsteller…zurück zum Funkhaus. (Abmoderation)
Genre/Inhalt:
Literatur
Präsentation:
Interview
Historischer Kontext:

Günter Grass wird am 4. Juni 1983 mit knapper Mehrheit zum Präsidenten der Akademie der Künste Berlin gewählt; er ist somit Nachfolger des verstorbenen Werner Düttmann. Zur Tätigkeit von Grass als Akademie-Präsident vgl. auch Zimmermann: Günter Grass unter den Deutschen, S. 417ff. Zur Bedeutung des Gropius-Baus, den Grass im Dokument erwähnt: Der Martin-Gropius-Bau war das ehemalige Reichssicherheitshauptamt im Dritten Reich. Hier arbeiteten eine Unzahl treuer Beamter höherer und niedrigerer Laufbahngrade, z.B. Kriminalbeamte, die alle nur ihre Pflicht taten, hier wirkte Adolf Eichmann, hier war Heinrich Himmler der Chef der gesamten SS. Von diesem Ort aus wurde der Tod von Millionen Menschenleben stabsmäßig geplant, typisch deutsch organisiert und ebenso 'effizient' umgesetzt: Das Management aller Konzentrationslager lief an dieser Stelle zentral zusammen.

Schlagworte:

Person:
Böll Heinrich; Hassemer Volker; Düttmann Werner
Sach:
Akademie der Künste Berlin; Waldsterben; Fremdenfeindlichkeit; Ausländer; Gropius-Bau
Geo:
Berlin
Aufnahme:

Datum Erstsendung:
24.10.1983
Datumszusatz:
AD unbekannt
Aufnahmeort:
Berlin-West, Akademie der Künste; RIAS Berlin
Sprachen:
deutsch
Betriebsarten:
Stereo
Original:

Originallänge:
00:04:18
Analog/Digital:
reformatted digital
Original-Tonträger:
Band
Datenformat:
nicht zutreffend
Kopie:

Länge der Kopie:
00:04:20
Tonträger:
CD
Datenformat Sichtung:
mp3
Datenformat Archiv:
WAV
Herkunft:

Sender / Institution:
Deutsche Welle (DW)
Sendereihe:
RIAS Aktuell - Die Spätausgabe
Archivnummer:
Z261261000, alte Archivnr.: 608-363
Produktionsnummer:
DZ261261000
Teilnehmende:

Person:
Wichert, Lothar (Interviewpartner)
Person:
Grass, Günter (Vorredner(in))

Zitieren

Zitierform:

Günter Grass über Projekte und Aufgaben der Akademie der Künste in Berlin. Berlin-West, Akademie der Künste; RIAS Berlin .

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