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DB-Nummer: 1812

Künstlerbiographie Günter Grass : Umfassendes Porträt von 2011

Dokumentation über Leben und Werk von Günter Grass in der Reihe "Deutschland, Deine Künstler" - Ausschnitte von der Buchprämiere zu "Grimms Wörter" in Göttingen - Grass zu "Grimms Wörter": kein Roman, aber auch keine echte Autobiographie - Eindrücke aus Behlendorf, wo Grass wohnt und arbeitet - Grass: nach einer langen Schreibperiode mit "Beim Häuten der Zwiebel", "Die Box" und "Grimms Wörter", die über sieben bis acht Jahre reichte, sei er nun "leergeschrieben" und habe das Bedürfnis, das Handwerkszeug zu wechseln - Arbeit an Radierungen zum Roman "Hunderjahre" - Grass zu einer der Radierungen: Rückgriff auf eine Episode aus "Hundejahre", in der Eddi Amsel in einer Kneipe, in der sich an der Decke Fußabdrücke befinden - Ausschnitt aus einer Lesung (in Lübeck?) aus "Grimms Wörter" - Grass zur Literaturkritik: die Kritik sei oft verletzend, man brauche einige Zeit, um dies zur Seite zu schieben, am besten durch Arbeit - Ausschnitte aus dem Film "Die Blechtrommel" - Katharina Thalbach: hat Grass schon vor der geplanten Verfilmung gekannt, hat dann aber erst den Roman "Die Blechtrommel" gelesen - Amos Oz (israelischer Schriftsteller, der mit Grass befreundet ist): er habe die Deutschen gehasst, sei aber dann von der "Blechtrommel" begeistert gewesen, als diese 1975 auf hebräisch erschienen war; danach habe er die Deutschen nicht mehr hassen können - Grass: zeigt die handschriftliche Fassung von "Grimms Wörter" und seine Schreibmaschine; der Computer sei ihm zu behäbig; der Schreibprozess ziehe sich über Jahre hin und sei ständig fließend - Grass und seine Sekretärin Hilke Ohsoling im Sekretariat in der Lübecker Glockengießerstraße - Grass über Lübeck: Die Stadt erinnere ihn sehr stark an Danzig; dies habe auch eine Rolle gespielt bei der Wahl seines Wohnsitzes; das Hinterland von Lübeck erinnere ihn zudem an die Kaschubei - Ausschnitt von einer Dichterlesung in der Petri-Kirche in Ratzeburg - Eindrücke von Danzig; historische Aufnahmen von Grass in Danzig; biographische Daten zu Grass; Bedeutung von Grass' Mutter; historische Familienfotos - Grass: hat als Kind einen Koffer gefunden, in dem Zeugnisse der drei Brüder seiner Mutter aufbewahrt worden seien; seine Motivation sei gewesen, das nicht gelebte Leben dieser drei Onkel auszuführen - Eindrücke aus dem Danziger Stadtteil Langfuhr; Besuch des Geburtshauses - Grass: erinnert sich an den polnischen Cousin seiner Mutter, der bei der polnischen Post gearbeitet habe, und der nach der polnischen Kapitulation erschossen worden sei - Grass über seine Jugend im Dritten Reich - Waltraud (Grass' Schwester) und Grass erinnern sich an das Widersehen nach dem Krieg in Bergheim bei Köln - Studium der Bildhauerei und Grafik in Düsseldorf (historisches Foto) - Erste Probedrucke der jüngsten Radierungen im Atelier von Fritz Margull in Berlin-Neukölln; mit Margull arbeitet Grass schon über 30 Jahre zusammen - Grass: es sei für ihn eine Obsession gewesen, das verlorene Danzig mit literarischen Mitteln wieder entstehen zu lassen - erste Gedichte von Grass, dann dritter Preis beim Lyrikwettbewerb des SDR, nachdem Anna Schwarz Grass dort seine Gedichte eingesandt hatte; nach der Heirat mit Anna Schwarz ziehen Grass und sie nach Paris; Entstehung der "Blechtrommel" in Paris - Grass: er sei alle paar Monate per Autostop nach Deutschland gereist, um dort bei Radiosendern mit seinen Gedichten Geld zu verdienen - Geburt der Zwillinge Franz und Raoul - Grass im alten Heizungskeller der Pariser Wohnung - Einladung zur Gruppe 47; historische Aufnahmen; Preis der Gruppe 47 für seine Lesung aus dem "Blechtrommel"-Manuskript - Grass: Das Preisgeld von 4000 DM sei für ihn damals das "erste große Geld" gewesen - Ausschnitt vom jährlichen Schriftstellertreffen in Lübeck mit Günter Herburger, der den Preis erhält - Günter Grass Haus Lübeck als Ausstellungs- und Forschungsstätte - historische Aufnahmen von der Buchprämiere der "Blechtrommel" - Klaus Wagenbach (Verleger und Freund von Grass): außergewöhnlicher Erfolg der "Blechtrommel", der mit der Gesellschaft zusammenhänge; der Roman habe die Gesellschaft gespalten; Empörung und Aufruhr gegen die "Blechtrommel" seien aber überwiegend von (Alt-)Nazis ausgegangen - Historische Aufnahmen von Demonstrationen gegen Grass in Darmstadt 1965 vor der Vergabe des Georg-Büchner-Preises - Grass: schlagartige Berühmtheit, die anfangs ihren Reiz gehabt habe, dann aber langweilig geworden sei; der Schreibprozess sei hingegen viel anregender - Eindrücke von der Lesereise zu "Grimms Wörter" - historische Aufnahme von Grass als Wahlkämpfer, hier in Uniform eines Postboten, der das "Spandauer Volksblatt" verteilt und signiert - Grass über Willy Brandt: er habe darauf gedrängt, ebenfalls der Einladung von Brandt folgen zu dürfen; Brandt habe die Schriftsteller um Hilfe gebeten; Grass habe sich dazu bereiterklärt, vermutlich zum Schrecken Brandts, denn er habe damals als "Bürgerschreck" gegolten - historische Aufnahmen von Brandt und Grass und von Grass im Wahlkampf - Wagenbach: erinnert sich an einen Streit mit Grass - Eindrücke von einer Leseveranstaltung gegen Atomstrom 2011 am AKW Krümmel - Katharina Thalbach: bewundert Grass für sein politisches Engagement; zu dem Schriftstsller Thomas Brasch, mit dem Thalbach liiert gewesen ist und mit dem sie von Ost- nach West-Berlin übergesiedelt ist, habe sich Grass freundschaftlich verbunden gefühlt, aber auch heftig mit diesem politisch diskutiert - Berlin-Friedenau als Heimat für die Großfamilie Grass in den 1960er Jahren - Grass: Der Nachwuchs sei nicht geplant gewesen, die Pille habe es damals noch nicht gegeben - historische Aufnahme von Grass, der zusammen mit seinen Kindern Essen zubereitet - Trennung von Anna Grass; Zitat aus "Der Butt"; - 1979 Heirat mit der Organistin Ute Grunert - Grass: er habe sich sofort in Ute Grundert "verguckt" und mit ihr getanzt; an seiner Schreibarbeit sei sie in sofern beteiligt, als dass Grass ihr die Manuskripte vorlese - Ausschnitt von der Verleihung des Literaturnobelpreises 1999 in Stockholm - Ausschnitt aus dem Programm "Der Knaben Wunderhorn" mit Grass' Tochter Helene - Helene Grass: erinnert sich, dass Günter Grass Märchen vorgelesen und gesungen hat - Ausschnitt aus der Geburtstagsfeier zum 80. Geburtstag in Göttingen - Debatte um die Zugehörigkeit von Grass in der Waffen-SS - Grass: hat mit den Reaktionen auf "Beim Häuten der Zwiebel" nicht gerechnet; diese hätten ihn mitgenommen, er habe mit Gedichten darauf reagiert - Eindrücke von Grass' Besuch in New York 2006 - Amos Oz: ist wütend gewesen über das lange Schweigen von Günter Grass - Schwierigkeit der Übersetzung von "Grimms Wörter" - Eindrücke vom Übersetzertreffen zu "Grimms Wörter" in Straelen



Urtitel:
Deutschland, Deine Künstler (Tl. 2) Günter Grass
Anfang/Ende:
Ich werde gelegentlich…anderen Themen gekommen. (MUSIK)
Genre/Inhalt:
Biographie
Präsentation:
Dokumentation
Historischer Kontext:

Bei ihm gibt es "aschgraue Ehejahre", einen "summenden Garten" oder blindgescheuertes Dielenholz". Grass, der große Wortmaler, ist seit seinem Roman-Debüt "Die Blechtrommel" einer der bekanntesten deutschen Schriftsteller. Das Buch hatte bei seiner Erscheinung für ein literarisches Erdbeben gesorgt. Es ist Sensation und Skandal zugleich, der Autor wird verteufelt und bejubelt. Es macht ihn und seine Figur, den trommelnden Oskar, über Nacht berühmt. "Ich bin Schriftsteller, Bildhauer, Grafiker", sagt Günter Grass, und dann habe ich noch einen Beruf: Nobelpreisträger - daran werde ich immer mal erinnert." Heute schleppen Literaturbegeisterte schwere Reisetaschen mit Büchern zu seinen Lesungen und legen ihm sein ganzes Lebenswerk zum Signieren vor: Den "Butt" und "Hundejahre" oder "Treffen in Telgte". Der 83-Jährige zeichnet für seine Leser geduldig sein kunstvoll erdachtes Autogramm in jedes Buch. Seit Jahrzehnten ist der deutsche Schriftsteller eine Instanz - obwohl er von der Kritik oft verrissen wurde. Und Grass ist keiner, der leicht einsteckt: "Nein, an vernichtende Kritiken gewöhnt man sich nie, das verletzt mich tief. Was soll ich machen, ich arbeite einfach viel oder schreibe Gedichte, das macht es leichter." Geschrieben und gezeichnet hat er schon in seiner Schulzeit - der junge Günter Grass wollte Künstler werden. Wenn er heute von seiner Danziger Kindheit erzählt, erinnert er sich an beengte Wohnverhältnisse und die Begeisterung der Erwachsenen für die Nazis, die Danzig heim ins Reich" führen wollten. Als er sich mit 15 Jahren freiwillig zur Marine meldet, ist das auch ein Versuch, sich aus dem "kleinbürgerlichen Mief" zu befreien. Dass er 1944, mit 17, als Soldat in der 10. SS-Panzer-Division "Frundsberg" in die Schlacht zieht, bleibt lange verborgen. Als er sich 2006 in seiner Autobiografie "Beim Häuten der Zwiebel" erstmals öffentlich dazu bekennt, als Jugendlicher bei der Waffen-SS gedient zu haben, löst das große Irritationen aus. Beschäftigt hat es ihn Jahrzehnte: Die eigene Verführbarkeit in der Nazizeit bleibt ein Trauma, das er wegarbeiten" musste. Für den jungen Bildhauer Grass war es in den 1950er Jahren wichtigster Antrieb zum Schreiben. Seitdem hat Günter Grass drei autobiografische Romane verfasst. Im Herbst 2010 kam "Grimms Wörter" heraus, das er selbst "eine Liebeserklärung an die Gebrüder Grimm und ihre Leistungen an der deutschen Sprache" nennt. Vielleicht sein letztes Buch, mutmaßt der Schriftsteller selbst - und tourt damit auf einer monatelangen Lesereise. In seinem Atelier in Behlendorf arbeitet er an Radierungen, ritzt Geschichten mit der Stahlnadel in Kupferplatten. Vor einem halben Jahrhundert hat er "Hundejahre" geschrieben, jetzt entdeckt er seinen Roman als Grafiker neu. 80 Radierungen sollen im nächsten Jahr fertig sein, ein ehrgeiziges Ziel. Filmautorin Dagmar Wittmers beobachtet Grass bei der Arbeit und begleitet ihn u. a. zu seinem Drucker Fritz Margull und zu seiner Schwester Waltraut. In Behlendorf und Lübeck erinnert er sich an sein turbulentes Künstlerleben: an seine Jahre in Paris und Berlin, an die Zeit an der Seite von Willy Brandt, dessen Reden er redigierte und für den er Wahlkampf machte. Freunde wie der israelische Schriftsteller Amos Oz, der Verleger Klaus Wagenbach, die Schauspielerin Katharina Thalbach sowie seine Tochter Helene erzählen, wie sie den Menschen und Künstler Günter Grass erleben … Quelle: http://programm.ard.de/Homepage?sendung=281066630813111

Schlagworte:

Person:
Ohsoling Hilke; Schwarz Anna; Margull Fritz; Brandt Willy; Brasch Thomas; Grunert Ute; Grass Ute; Grass Helene; Herburger Günter
Werke:
Grimms Wörter; Hundejahre; Die Blechtrommel; Die Box; Beim Häuten der Zwiebel; Der Butt
Sach:
Autobiographie; Radierung; Nobelpreis; Wahlkampf; Waffen-SS; Gruppe 47; Literaturkritik
Geo:
Göttingen; Behlendorf; Lübeck; Darmstadt; Danzig; Paris; Berlin; Bergheim; Ratzeburg
Zeit:
1965; 1960er Jahre
Aufnahme:

Datum Erstsendung:
03.08.2011
Aufnahmeort:
Diverse
Sprachen:
deutsch
Original:

Originallänge:
00:45:00
Analog/Digital:
born digital
Original-Tonträger:
DVD
Datenformat:
VOB
Kopie:

Länge der Kopie:
00:45:29
Tonträger:
DVD
Datenformat Sichtung:
MPEG 1
Datenformat Archiv:
AVI
Herkunft:

Sender / Institution:
Deutsche Welle (DW)
Sendereihe:
Deutschland, Deine Künstler
Teilnehmende:

Person:
Wittmers, Renate (Regie)
Person:
Vogt, Tom (Vorredner(in))
Person:
Denz, Barbara (Redaktion)
Person:
Gerberding, Chrsitine (Redaktion)
Person:
Grass, Günter (Vorredner(in))
Person:
Thalbach, Katharina (Vorredner(in))
Person:
Wagenbach, Klaus (Vorredner(in))
Person:
Oz, Amos (Vorredner(in))

Zitieren

Zitierform:

Deutschland, Deine Künstler (Tl. 2) Günter Grass. Diverse .

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