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Medienarchiv

DB-Nummer: 1898

Verleihung des Thomas-Mann-Preises an Günter Grass

Hauke, Wilfried

Ausschnitte aus der Verleihung des Thomas-Mann-Preises 1996 an Günter Grass in der Bibliothek des Katharineums Lübeck und aus der Dankesrede von Günter Grass ("Die Fremde als andauernde Erfahrung", vgl. WA 12 (2007), S. 457-466) Ausschnitt aus einer Radiosendung (vermutlich "Deutsche Hörer!"): Thomas Mann zur Bombardierung Lübecks im Zweiten Weltkrieg; Thomas Mann, der Verständnis für die Bombardierung deutscher Städte aufbrachte, wurde 1955 mit nur einer Stimme Mehrheit zum Ehrenbürger Lübecks gewählt. Zum 100. Geburtstag von Thomas Mann geht der gleichnamige Preis an Günter Grass. Ausschnitt aus der Rede von Bürgermeister Michael Bouteiller Grass im Interview nach der Preisverleihung: spricht den Rechtsradikalismus in Deutschland an sowie die "Verstümmelung" des Asylparagraphen; die Abschiebepraxis der Bundesrepublik sei "unerträglich". Seit Anfang 1996 hat Günter Grass in der Lübecker Glockengießerstraße sein Büro; Grass' Spötter hatten dazu behauptet, Grass wolle sich im Ruhme von Thomas Mann und Willy Brandt sonnen; die Glocken der Lübecker Marienkriche stammen zudem aus Grass' Heimat Danzig. Grass im Interview nach der Preisverleihung: wohnt seit Jahren in der Nähe von Lübeck, in Behlendorf; sein Sekretariat in Berlin zu haben, sei ihm über die Jahre zu anstrengend geworden, darum habe er es nun nach Lübeck verlegt. Frage: Was schätzt Grass an Lübeck? Grass: Erinnerung an Danzig, hanseatische Atmosphäre (besonders den Gegensatz zwischen hanseatischer Offenheit und hanseatischer Enge). Weiterer Ausschnitt aus der Dankesrede von Günter Grass



Urtitel:
Schleswig-Holstein Magazin F: 2707. Günter Grass erhielt Thomas-Mann-Preis der Stadt Lübeck
Anfang/Ende:
(Vogelzwitschern) Lübeck, Lubici, die…Zauber Lübecks nicht.
Genre/Inhalt:
Biographie
Präsentation:
Feature
Historischer Kontext:

Thomas-Mann-Preis 1996 für Günter Grass am 5. Mai 1996 Grass' Dankesrede "Die Fremde als andauernde Erfahrung" (WA 12 (2007), S. 457-466) ist auch unter dem Titel "Joseph wird abgeschoben" leicht gekürzt erschienen in: Die Woche, 24.5.1996) Rund 300 geladene Gäste im dicht besetzten Scharbausaal der Lübecker Stadtbibliothek waren zugegen, als Günter Grass am Sonntag, 5. Mai, den Thomas-Mann-Preis der Hansestadt Lübeck erhielt. Nur wenige Meter entfernt vom Katharineum, der Schule Thomas Manns, überreichte Lübecks Bürgermeister Michael Bouteiller die Verleihungsurkunde an den "ganz großen und international bedeutenden Erzähler", wie er sagte. Bouteiller würdigte in seiner Rede das starke politische Engagement des gebürtigen Danzigers, der einen "unverbrüchlichen Kampf um einen Entwurf jenseits von Kapitalismus und Kommunismus" führe und wie Thomas Mann die Entfaltung von Stadt und Bürgern und ihrer beider Gefährdung zum Thema gemacht habe. Die Laudatio hielt der Zürcher Literaturwissenschaftler Prof. Dr. Adolf Muschg. Er drückte in seiner Rede die Hoffnung aus, daß Grass alsbald für sein Gesamtwerk den Nobelpreis für Literatur erhalten möge. Der mit 15 000 Mark dotierte Preis, der 1975 zum 100. Geburtstages von Thomas Mann gestiftet wurde, wird an Persönlichkeiten verliehen, "die sich durch ihr literarisches Wirken ausgezeichnet haben im Geiste der Humanität, die das Werk von Thomas Mann prägte". In der Begründung der Jury heißt es: Mit Günter Grass ehrt die Hansestadt Lübeck einen Schriftsteller, "der die deutsche Geschichte unseres Jahrhunderts wortgewaltig nachgeschrieben und auch ihre Schatten sichtbar gemacht hat. Er hat als kritischer und leidenschaftlicher Zeitgenosse und Erzähler die Öffentlichkeit unterhalten, belehrt und provoziert. Sein Werk ist in der deutschen Nachkriegsliteratur ohne Beispiel." Grass ist der achte Preisträger. Vor ihm erhielten Peter de Mendelssohn, Uwe Johnson, Joachim C. Fest, Siegfried Lenz, Marcel Reich-Ranicki, Günter de Bruyn, Hans Wysling den Lübecker Literaturpreis. (Quelle: http://www.luebeck.de/incl/pressedienstarchiv/may96/960262rk.html)

Schlagworte:

Person:
Eichendorff Joseph von; Andersen Hans Christian; Fontane Theodor; Mann Heinrich; Mann Thomas; Brandt Willy
Werke:
Die Fremde als dauerhafte Erfahrung
Sach:
Hansestadt; Rechtsradikalismus; Asylparagraph; Thomas-Mann-Preis; Bombardierung; Sekretariat
Geo:
Lübeck; Danzig
Aufnahme:

Aufnahmedatum:
05.05.1996
Datum Erstsendung:
06.05.1996
Aufnahmeort:
Lübeck
Sprachen:
deutsch
Original:

Originallänge:
00:08:42
Analog/Digital:
reformatted digital
Original-Tonträger:
VHS
Datenformat:
nicht zutreffend
Kopie:

Länge der Kopie:
00:08:03
Tonträger:
DVD
Datenformat Sichtung:
MPEG 1
Datenformat Archiv:
AVI
Herkunft:

Sender / Institution:
Rundfunk im amerikanischen Sektor (RIAS)
Sender / Institution:
Deutschlandradio (DLR)
Sendereihe:
Schleswig-Holstein Magazin
Archivnummer:
0002960506
Produktionsnummer:
007960506
Teilnehmende:

Person:
Grass, Günter (Beitragende(r))
Person:
Bouteiller, Michael (Beitragende(r))
Person:
Wohlsen, Kay (Vorredner(in))
Person:
unbekannt, (Regie)
Person:
Fertmann, Marlis (Redaktion)
Person:
Ligat, Volker (Redaktion)
Person:
Hauke, Wilfried (Autor(in))

Zitieren

Zitierform:

Hauke, Wilfried: Schleswig-Holstein Magazin F: 2707. Günter Grass erhielt Thomas-Mann-Preis der Stadt Lübeck. Lübeck .

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