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DB-Nummer: 2024

Nach dem Tod von Marcel Reich-Ranicki



Urtitel:
Schirrmacher würdigt verstorbenen Literaturpapst Reich-Ranicki
Anfang/Ende:
Betroffenheit und Trauer…als auch bewundert.
Genre/Inhalt:
Literaturkritik
Präsentation:
Feature
Historischer Kontext:

Betroffenheit und Trauer bei der "FAZ". Der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki ist tot. Der langjährige Literaturchef der Zeitung starb im Alter von 93 Jahren, wie der "FAZ"-Mitherausgeber Frank Schirrmacher am Mittwoch mitteilte. O-Ton Schirrmacher ("Also, das ist schon sehr ungewöhnlich. Ich war um 14.00 Uhr da und besuchte ihn im Pflegeheim und er schlief und ich sprach ihn an und sagte, Herr Reich Ranicki, der Grass, wir brauchen Sie, der Grass hat wieder was angestellt. Und in dem Augenblick war er total präsent und öffnete die Augen und wollte sich sogar aufrichten, was die Pflegerinnen verhinderten. Und es war sehr, sehr bewegend und ich wollte morgen auch wieder hin. Und als ich in die Redaktion zurückkam kam die Nachricht, er sei gestorben.") Reich-Ranickis Auseinandersetzungen mit Günter Grass und Martin Walser waren legendär. Als Literatur-Chef bei der FAZ sei er ebenso streng wie witzig gewesen, sagt Schirrmacher. O-Ton ("Also, er konnte einen total auseinandernehmen und auch die Texte, aber danach machte er irgendeinen Witz und alles war wieder gut. Einer seiner Lieblingssätze, wenn er ein Manuskript redigierte das er nicht verstand, zum Beispiel Fremdwörter waren verboten, war immer der Satz:"Mein Lieber, Sie hören die Glocken klingen, aber sie wissen nicht wo sie hängen.") Fremdwörter waren aber nicht das einzige Tabu für den Literaturpapst. O-Ton ("Marcel Reich-Ranicki hat ja immer gesagt, das Schlimmste an einem Roman sei, wenn er langweilt. Und er selber, und das war das große Glück mit ihm, war der unlangweiligste Mensch, den man sich vorstellen kann. Er hatte einen unfassbaren Witz, ein Humor, eine Schlagfertigkeit, die ich nie wieder erlebt habe. Ein unglaubliches Gedächtnis, was auch sehr bedeutend ist. Und er war jemand, der hatte eine Energie, die sich auf alle, die mit ihm zusammenarbeiteten, übertrug.") Der Kritiker hat laut Schirrmacher die Kultur in Deutschland maßgeblich beeinflusst. O-Ton ("Marcel Reich-Ranicki hat jedem Deutschen und jetzt zitiere ich ihn, vom Tankwart bis zum Banker oder Bankerin gezeigt, dass Literatur ein absolut lebenswichtiger Bestandteil des Lebens ist.") Marcel Reich-Ranicki wurde am 2. Juni 1920 in Polen geboren. Er überlebte das Warschauer Ghetto und kehrte Ende der 50er Jahre nach Deutschland zurück. Für seine provokativen Kritiken wurde er sowohl gefürchtet, als auch bewundert. ORT: FRANKFURT, ARCHIV Quelle:http://de.nachrichten.yahoo.com/video/schirrmacher-w-rdigt-verstorbenen-literaturpapst-192516988.html

Aufnahme:

Datumszusatz:
Sendedatum vermultich am 19.9.2013
Aufnahmeort:
Frankfurt/Main
Sprachen:
deutsch
Original:

Originallänge:
00:02:22
Analog/Digital:
born digital
Original-Tonträger:
File
Datenformat:
nicht zutreffend
Kopie:

Länge der Kopie:
00:02:22
Tonträger:
DVD
Datenformat Sichtung:
MPEG 1
Datenformat Archiv:
AVI
Teilnehmende:

Person:
Schirrmacher, Frank (Vorredner(in))

Zitieren

Zitierform:

Schirrmacher würdigt verstorbenen Literaturpapst Reich-Ranicki. Frankfurt/Main .

Rechte

Nutzung und Vervielfältigung:
Alle Rechte vorbehalten

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