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DB-Nummer: 2063

Peter Bichsel liest aus "Kebab" und die "Putzmacherin" und Ludvik Vaculik aus "Junigerüche" und "der Alte" : Treffen der Gruppe 47 auf Schloß Dobris in Prag (Tl. 21von 24)

Bichsel, Peter; Vaculik, Ludvik

Peter Bichsel liest Erzählungen, die "eigentlich Parallelgeschichten" sind und darum zusammengehören: - "Keba (?)" - "Die Putzmacherin" (bis 8:25 min.) Ab 8:50 min. Diskussion über das Gelesene Günter Grass lobt dabei die "wunderbare Geschichte" Ab 10:08 min plötzlicher Schnitt, danach liest Ludvik Vaculik "Junigerüche" (deutsche Übersetzung) (bis 24:35 min.) Ab ca. 25:00 min. liest Ludvik Vaculik "Das alte Bett" (tschechisch)



Urtitel:
Tagung der Gruppe 47 auf Schloß Dobris in Prag am 25. und 26. Mai 1990
Anfang/Ende:
…die zusammengehören, eigentlich…(tschechisch)
Genre/Inhalt:
Erzählung
Präsentation:
Lesung
Historischer Kontext:

Peter Bichsel (* 24. März 1935 in Luzern) ist ein Schweizer Schriftsteller, bekannt insbesondere für seine Kurzgeschichten und Kolumnen. Peter Bichsel wuchs als Sohn eines Handwerkers zunächst in Luzern, ab 1941 in Olten auf. Am Lehrerseminar in Solothurn ließ er sich zum Primarlehrer ausbilden. 1956 heiratete er die Schauspielerin Therese Spörri († 2005); er ist Vater einer Tochter und eines Sohnes. Im Jahre 1957 trat er der Sozialdemokratischen Partei der Schweiz (SPS) bei, aus der er 1995 wieder austrat. Er bezeichnet sich selber als Sozialist. Bis 1968 (und ein letztes Mal 1973) arbeitete er als Primarlehrer. Zwischen 1974 und 1981 war er als persönlicher Berater für Bundesrat Willi Ritschard tätig, mit dem er befreundet war. Mit dem Schriftsteller Max Frisch war er bis zu dessen Tod 1991 eng befreundet. Bichsel lebt in Bellach bei Solothurn. Nach kleineren Veröffentlichungen – vor allem Lyrik – in Zeitungen, erschien 1960 ein erster Prosaversuch als Privatdruck. Im Winter 1963/64 nahm er an einem Prosa-Schreibkurs in Berlin teil, geleitet von Walter Höllerer. Von diesem Kurs zeugen ein Dokumentationsband, Prosaschreiben (1964), und ein Gemeinschaftsroman der Teilnehmer (unter anderen: Hubert Fichte und Klaus Stiller), Das Gästehaus (1965), zu dem Bichsel das erste Kapitel beisteuerte. 1964 wurde er mit seinen Kürzestgeschichten in Eigentlich möchte Frau Blum den Milchmann kennenlernen auf einen Schlag bekannt; die Gruppe 47 nahm ihn begeistert auf und verlieh ihm 1965 ihren Literaturpreis. 1968 wurden in der Weltwoche seine ersten Kolumnen veröffentlicht, die seither (aktuell in der Schweizer Illustrierten) sozusagen sein Hauptwerk bilden. Er äusserte sich in diesen Kolumnen öfters zu politischen Fragen. 1970 trat er zusammen mit 21 weiteren bekannten Autoren aus dem Schweizerischen Schriftstellerverband aus und beteiligte sich an der Gründung der Gruppe Olten. Peter Bichsel ist Mitglied der Akademie der Künste in Berlin und korrespondierendes Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt. Sein Vorlass befindet sich im Schweizerischen Literaturarchiv in Bern. ___________ Ludvík Vaculík (* 23. Juli 1926 in Brumov) ist ein tschechischer Schriftsteller. Vaculík wurde von 1942-43 bei Baťa in Zlin zum Schuster ausgebildet, wo er dann bis 1946 auch weiterarbeite. Von 1946 bis 1951 studierte er an der Prager Hochschule für Politik und Sozialwissenschaften. Er arbeitete als Erzieher in Lehrlingsheimen, dann als Redakteur am Tschechoslowakischen Rundfunk. Schließlich fing er 1965 bei der Zeitschrift Literární noviny an. Der literarische Durchbruch gelang ihm mit der Novelle Das Beil (1966), die neben Kunderas "Der Scherz" zu den meist diskutierten tschechischen Publikationen der zweiten Hälfte der 1960er Jahre gehörte. Wegen seiner gesellschaftlich-kritischen Äußerungen auf dem IV. Kongress des tschechischen Schriftstellerverbandes im Juni 1967 [1] wurde er aus der Kommunistische Partei der Tschechoslowakei (KPČ) ausgeschlossen. Im Prager Frühling trat er durch das Manifest der 2000 Worte hervor, einer sich an breite Öffentlichkeit wendenden Analyse der totalitärer Machtausübung. Später war er einer der Mitbegründer der im Anschluss an die Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) gebildeten tschechischen Menschenrechtsgruppierung "Charta 77". Vaculík wurde als Dissident bis zur Wende dauerhaft seitens der staatlichen Sicherheitsbehörden beschattet. In den 70er Jahren gründete er den Samizdat-Verlag Edice Petlice (Verlag hinter Schloss und Riegel), in dem er in Eigenregie Werke verbotener Autoren vertrieb. Darin erschien auch Tagträume. Alle Tage eines Jahres (Petlice 1981, Toronto, 1983, Brno 1990), das zu seinen bedeutendsten Werken zählt. Vaculík verfasst nach der Wende hauptsächlich Feuilletons zu Tagesproblemen.

Schlagworte:

Sach:
Lesung; Gruppe 47
Aufnahme:

Aufnahmedatum:
25.05.1990
Aufnahmeort:
Tschechslowakei, Prag: Schloß Dobris
Sprachen:
deutsch/ tschechisch
Betriebsarten:
Mono
Original:

Originallänge:
00:46:57
Analog/Digital:
reformatted digital
Original-Tonträger:
Band
Datenformat:
nicht zutreffend
Kopie:

Länge der Kopie:
00:46:54
Tonträger:
CD
Datenformat Sichtung:
mp3
Datenformat Archiv:
WAV
Herkunft:

Sender / Institution:
Norddeutscher Rundfunk (NDR)
Archivnummer:
Tonträgerverweis: W217632
Produktionsnummer:
H6917458. OSTS: 2010012010320100071
Teilnehmende:

Person:
Bichsel, Peter (Vorredner(in))
Person:
Bichsel, Peter (Autor(in))
Person:
Grass, Günter (Vorredner(in))
Person:
Lohr, Stephan (Redaktion)
Person:
Vaculik, Ludvik (Vorredner(in))
Person:
Vaculik, Ludvik (Autor(in))
Person:
Richter, Hans-Werner (Vorredner(in))

Zitieren

Zitierform:

Bichsel, Peter / Vaculik, Ludvik: Tagung der Gruppe 47 auf Schloß Dobris in Prag am 25. und 26. Mai 1990. Tschechslowakei, Prag: Schloß Dobris .

Rechte

Nutzung und Vervielfältigung:
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