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„Gestern wird sein, was morgen gewesen ist. Unsere Geschichten von heute müssen sich nicht jetzt zugetragen haben.“
Günter Grass, Das Treffen in Telgte (1979)
DB-Nummer: 2287

Zur Geschichte der Waffen-SS : Zeitzeugen berichten über Hitlers "Schutzstaffel" aus dem zweiten Weltkrieg

Müller, Jörg; Frey, Christian

Zahlreiche Zeitzeugen, darunter ehemalige Soldaten aus Deutschland, Russland, England und Frankreich schildern Ihre Erfahrungen mit der sogennanten Eliteeinheit. Eingangs ist im O-Ton Günter Grass' Statement in Beug auf die Waffen-SS zu hören.


Urtitel:
Die Waffen-SS
Anfang/Ende:
Mai 1940. Der…nachwachsender Scham veschweigen.
Genre/Inhalt:
Geschichte
Historischer Kontext:

Das öffentliche Bekenntnis kam spät: Nach 60 Jahren hat Nobelpreisträger Günter Grass seine Mitgliedschaft in der Waffen-SS zum Thema gemacht. Seither reißt die Debatte nicht ab. "Den Tod geben und den Tod nehmen" - unter dieser Losung erlangte die Waffen-SS an den Fronten des Zweiten Weltkrieges zweifelhaften Ruhm. Eine Organisation zwischen Verwegenheit und Verbrechen, propagiertem Heldentum und Massenmord. Was bewog junge Männer, zur Waffen-SS zu gehen? Welcher "Geist" herrschte in der Truppe? Die Waffen-SS ist bis heute ein Phänomen voller Widersprüche, umrankt von sorgsam gepflegten Mythen. Zu Kriegsbeginn bestand die Truppe aus Freiwilligen - handverlesenen "Militärathleten". Hitlers "politische Soldaten" sollten sie sein, Inkarnation des nationalsozialistischen Rasseideals und Träger der antisemitischen, antichristlichen Ideologie, gedrillt auf unbedingten Gehorsam. Während des Krieges hinterließ die Waffen-SS eine blutige Spur. Der Ruf, rücksichtslos gegenüber Gefangenen und der Zivilbevölkerung zu sein, begleitete sie von Anfang an. Orte wie Oradour in Frankreich, dessen Bevölkerung von einer Einheit der Waffen-SS-Division "Das Reich" im Jahr 1944 fast vollständig ausgelöscht wurde, sind dafür bedrückendes Zeugnis. Die andere Seite: Wegen ihrer Schlagkraft und Einsatzbereitschaft wurde die Waffen-SS immer dort eingesetzt, wo die Front zu wanken begann - ab 1941 in der Sowjetunion genauso wie 1944 in Frankreich. So wurde die so genannte "Elite" regelrecht verheizt. Und weil die Verluste immer größer wurden, kamen Freiwillige aus Nord- und Osteuropa hinzu, aber auch weniger Freiwillige aus Konzentrationslagern und Gefängnissen. Der Film zeigt die tiefe Verstrickung der Waffen-SS in den Vernichtungskrieg. Seit dem Spätsommer 1944, wenige Monate vor Kriegsende, gehörte auch Günter Grass der Waffen-SS an. Die 10. Panzerdivision Frundsberg war erst 1943 zum Einsatz gekommen. Sie zählte anfangs 19.300 Mann. 1945 wurde sie in aussichtsloser Defensive aufgerieben. Berichte über Kriegsverbrechen liegen nicht vor. Umso lauter wird die Frage gestellt, warum Grass so lange geschwiegen hat. Viele meinen, Grass hätte seine Verstrickung spätestens 1985 öffentlich machen müssen. Damals hatte er Helmut Kohl und Ronald Reagan scharf für ihren Besuch des Soldatenfriedhofs Bitburg kritisiert, auf dem auch Soldaten der Waffen-SS begraben sind. Quelle: http://programm.ard.de/TV/phoenix/die-ss/eid_287259018017203

Schlagworte:

Person:
Reagan, RonaldGND; Kohl, HelmutGND; Himmler, HeinrichGND; Hitler, AdolfGND; Dietrich, Sepp; Stalin, JosephGND; Scharkow, …; Hamler, Heinz; von Treuenfeld, Karl; Fenet, Henri
Aufnahme:

Aufnahmeort:
Diverse
Sprachen:
deutsch
Original:

Analog/Digital:
born digital
Datenformat:
VOB
Kopie:

Datenformat Sichtung:
MPEG 1
Datenformat Archiv:
AVI
Teilnehmende:

Person:
Müller, Jörg (Autor(in))
Person:
Frey, Christian (Autor(in))
Person:
Ostrop, Heinrich (Mitwirkende(r))
Person:
Evens, Albert (Mitwirkende(r))
Person:
Traupel, Gernot (Mitwirkende(r))
Person:
Neitzel, Sönke (Mitwirkende(r))
Person:
Knopp, Guido (Mitwirkende(r))
Person:
Goldmann, Gereon (Mitwirkende(r))
Person:
Tombs, Alfred (Mitwirkende(r))
Person:
Sametreiber, Kurt (Mitwirkende(r))
Person:
Freytag von Loringhoven, Bernd (Mitwirkende(r))
Person:
Wachnarow, Andrej (Mitwirkende(r))
Person:
Lindow, Hans-Joachim (Mitwirkende(r))
Person:
Osten-Sacken, Peter von der (Mitwirkende(r))
Person:
Jahnke, Eduard (Mitwirkende(r))
Person:
Stiller, Eduard (Sprecher(in))
Person:
Heisig, Bernhard (Mitwirkende(r))
Person:
Hermel, Heinz (Mitwirkende(r))
Person:
von Treuenfeld, Karl (Mitwirkende(r))
Person:
Darthout, Marcel (Mitwirkende(r))
Person:
Hebras, Robert (Mitwirkende(r))
Person:
Fenet, Henri (Mitwirkende(r))
Person:
Winkelmann, HelmutGND (Sprecher(in))
Person:
Bison, OlafGND (Sprecher(in))
Person:
Branburger, Stefan (Redaktion)
Person:
von Boeselager, Philipp (Mitwirkende(r))
Person:
Schliephack, Fritz (Mitwirkende(r))
Person:
Dementjev, Wassilij (Mitwirkende(r))
Person:
Filor, Wolfgang (Mitwirkende(r))
Person:
Bastian, Albert (Mitwirkende(r))
Person:
Walther, Herbert (Mitwirkende(r))
Anmerkung:
TV-Mitschnitt. Enthält umfangreiches Zuspielmaterial. Renzension der "Zeit" vom 22. November 1968
Anmerkung von NutzerInnen:
Mehr Informationen zur SS-Zeitung " Das schwarze Korps" s. Rezension in: http://www.zeit.de/1968/47/politisches-buch-das-schwarze-korps/komplettansicht

Zitieren

Zitierform:

Müller, Jörg / Frey, Christian: Die Waffen-SS. Diverse .

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