Logo der Günter Grass Stiftung Bremen

Webdatenbank

Medienarchiv

„Gestern wird sein, was morgen gewesen ist. Unsere Geschichten von heute müssen sich nicht jetzt zugetragen haben.“
Günter Grass, Das Treffen in Telgte (1979)
DB-Nummer: 2300

Kulturentwicklung im jungen Deutschland IV : Kultur und Kunstschaffende in Deutschland 1989-2014

Steinaecker, Thomas von

Mit umfangreichem Archivmaterial und Zeitzeugen wird im letzten Teil der Dokumentation das neu entwickelte Kulturbewusstsein in diversen Kultur-Genres beleuchtet.


Urtitel:
Bewegte Republik Deutschland - 70 Jahre Kultur zwischen Krieg, Konsum und Politik : Teil IV - Die Deutschland-Maschine 1989-2014
Anfang/Ende:
1990 liegen wir…Herz unserer Gesellschaft. (Musik)
Genre/Inhalt:
Geschichte
Historischer Kontext:

Bewegte Republik Deutschland 70 Jahre Kultur zwischen Krieg, Konsum und Politik Was hat die Menschen in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg bis heute bewegt? Welche Rolle spielte dabei die Kultur? Wie haben Schriftsteller, Regisseure, Bildende Künstler, Architekten, Designer und Musiker das aktuelle Zeitgeschehen reflektiert, kommentiert oder wiederum selbst beeinflusst? Diesen Fragen widmet sich die vierteilige Reihe „Bewegte Republik Deutschland“. Filmautor und Schriftsteller Thomas von Steinaecker hat für dieses Projekt eine Vielzahl prominenter Zeitzeugen vor der Kamera befragt. Die erste Jugendgeneration ohne Kriegserlebnisse wächst heran. Wohlgenährt und gut ausgebildet stellt sie die verkrusteten Institutionen in Deutschland in Frage. Die Spiegelaffäre 1962 fördert das neue kritische Bewusstsein der Bevölkerung zutage. Junge Regisseure wie Alexander Kluge und Schriftsteller wie Peter Handke rebellieren gegen „Opas Kino“ und die etablierte Literatur der "Gruppe 47". Der bislang nach angelsächsischem Vorbild kopierten Unterhaltungsmusik eines Peter Kraus stellt sich mit Bands wie „Can“ eine originär deutsche Popmusik gegenüber, die ihre Wurzeln in der elektronischen Avantgarde Karlheinz Stockhausens hat. Joseph Beuys stellt mit seinen Aktionen und Forderung nach Auflösung von Autorität die Verhältnisse in der Kunstwelt auf den Kopf. Deutschland ist wieder groß, Berlin ist die Hauptstadt, und die Möglichkeiten scheinen unendlich. Doch ganz so einfach fällt Staat und Menschen das neue Zusammenleben nicht. Die ganze Welt schaut zunächst fasziniert auf die neue Leichtigkeit der Deutschen. Techno und Musikfernsehen regieren die Jugendkultur, Schriftsteller wie Christian Kracht machen daraus Popliteratur. Selbst Politik und Erinnerungskultur stehen im Verdacht, im Sog des Infotainment an Ernsthaftigkeit einzubüßen. Aktionskünstler Christof Schlingensief wird nicht müde, diese Tendenz ins Licht der Aufmerksamkeit zu zerren. Die westliche Lebenswirklichkeit wirft im Osten Deutschlands bald dunkle Schatten: Leuchttürme der DDR-Kultur wie die DEFA geraten unter die Räder der Marktwirtschaft. Die Enttäuschung über die wirtschaftliche Folgen der Wiedervereinigung vertieft den Graben zwischen „Besserwessis“ und „Jammerossis“. Sie schlägt sich nicht nur in einer trotzigen Welle der Ostalgie nieder, sondern auch in Gewaltausbrüchen gegen Ausländer. 4. Die Deutschland-Maschine Doch Deutschland meistert am Ende nicht nur die innere Anstrengung der Wiedervereinigung, sondern geht auch aus den globalen Krisen des neuen Jahrtausends gestärkt hervor. Und immer mehr kulturelle Beispiele zeigen wie selbstverständlich eine neue gesamtdeutsche Realität. Durch Künstler wie die Choreografin Sasha Waltz gewinnt Berlin rasant an Anziehungskraft für Kreative aller Kunstsparten. Der innovative Spielfilm „Lola rennt“ findet weltweit Anerkennung, die ehemaligen Ostrocker von „Rammstein“ ebenso, und die jungen Maler der Leipziger Schule feiern Erfolge auf dem internationalen Kunstmarkt. Schriftsteller Daniel Kehlmann landet einen Welterfolg, Günter Grass und Herta Müller erhalten den Literaturnobelpreis. Die Deutschland-Maschine läuft wieder. Doch wohin die kulturelle Reise der BRD geht, oder ob die Bewegte Republik heute überhaupt eine Richtung hat, ist ungewiss. http://www.3sat.de/page/?source=/dokumentationen/179094/index.html vom 23.02.2017

Schlagworte:

Person:
Wolf, ChristaGND; Grönemeyer, Herbert; Kohl, HelmutGND; Waltz, SashaGND; Reich-Ranicki, MarcelGND; Kracht, Christian; Schmidt, Harald; Knopp, Guido; Schlingensief, ChristophGND; Schröder, GerhardGND; Rauch, Neo; Merkel, AngelaGND
Aufnahme:

Aufnahmeort:
Diverse
Sprachen:
Original:

Analog/Digital:
born digital
Datenformat:
m2ts
Kopie:

Datenformat Sichtung:
MPEG 1
Datenformat Archiv:
AVI
Teilnehmende:

Person:
Frevert, Ute (Mitwirkende(r))
Person:
Lange-Müller, KatjaGND (Mitwirkende(r))
Person:
Grönemeyer, Herbert (Mitwirkende(r))
Person:
Birr, Dieter (Mitwirkende(r))
Person:
Grass, GünterGND (Mitwirkende(r))
Person:
Braunfels, Stefan (Mitwirkende(r))
Person:
Lowtzow, Dirk von (Mitwirkende(r))
Person:
Willemsen, Roger (Mitwirkende(r))
Person:
Petzold, Frank (Mitwirkende(r))
Person:
Kehlmann, DanielGND (Mitwirkende(r))
Person:
Thierse, WolfgangGND (Mitwirkende(r))
Person:
Rink, Arno (Mitwirkende(r))
Person:
Zaimoglu, FeridunGND (Mitwirkende(r))
Person:
Steinaecker, Thomas von (Autor(in))
Person:
Steinaecker, Thomas von (Regie)
Person:
Müller, Stefan (Regie)
Person:
Wöhler, Hans HenrikGND (Sprecher(in))
Anmerkung:
Enthält umfangreiches Zuspielmaterial. Auf Youtube befindet sich eine Version der Dokumentation die ca. 20 min länger ist, deren Ende aber fehlt.

Zitieren

Zitierform:

Steinaecker, Thomas von: Bewegte Republik Deutschland - 70 Jahre Kultur zwischen Krieg, Konsum und Politik : Teil IV - Die Deutschland-Maschine 1989-2014. Diverse .

Rechte

Nutzung und Vervielfältigung:
Alle Rechte vorbehalten

Export