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„Gestern wird sein, was morgen gewesen ist. Unsere Geschichten von heute müssen sich nicht jetzt zugetragen haben.“
Günter Grass, Das Treffen in Telgte (1979)
DB-Nummer: 2437

Studie zur Geschichte des Luchterhandverlages in der NS-Zeit erschienen

Fiedler, Maja

In den 1970er Jahren war der Luchterhand Verlag eines der führenden Verlagshäuser in Deutschland; der Verlag hat allerdings eine NS-Vergangenheit, die er nun in einer selbst in Auftrag gegebenen Studie aufbereiten ließ; wie weit der Verlag in den Nationalsozialismus verstrickt war, konnte diese Studie allerdings nicht aufdecken; die Studie wurde geleitet von Professor Dr. Siegfried Lokatis von der Uni Leipzig - Lokatis (O-Ton) über den vermutlich zu geringen Kaufpreis des Verlags 1939; - 2012 Vorwürfe in den Medien, der Verlag habe sich in der NS-Zeit unrechtmäßig bereichert; - in der Studie wurde ein 15 Jahre währender Gerichtsprozess aufgearbeitet; - Ergebnis der Studie ist, dass die Geschichte des Luchterhand Verlags umgeschrieben werden muss; - Lokatis: als Loseblatt-Verlag in Berlin gegründet, ist Luchterhand 1949 nach Neuwied gezogen; dies sei jedoch nicht geschehen, um der russischen Blockade auszuweichen; der Verleger Eduard Reifferscheid sei vielmehr selber Mitglied in der SED gewesen; Reifferscheid sei vor den unabsehbaren Folgen eines Gerichtsprozesses geflohen.


Urtitel:
Die Rolle des Luchterhandverlages in der NS-Zeit
Anfang/Ende:
(Jingle) NDR Kultur kompakt…mit unabsehbaren Folgen.
Genre/Inhalt:
Geschichte
Historischer Kontext:

In den 1970er Jahren war der Luchterhand Verlag eines der führenden Verlagshäuser in Deutschland; der Verlag hat allerdings eine NS-Vergangenheit, die er nun in einer selbst in Auftrag gegebenen Studie aufbereiten ließ; wie weit der Verlag in den Nationalsozialismus verstrickt war, konnte diese Studie allerdings nicht aufdecken; die Studie wurde geleitet von Professor Dr. Siegfried Lokatis von der Uni Leipzig. Zur Verlagsgeschichte vgl. auch: https://www.randomhouse.de/Luchterhand-Der-Literaturverlag-/Verlagsgeschichte/aid55930_11792. Der Luchterhand Verlag wurde 1941 enteignet. Das Buch "Luchterhand im Dritten Reich" des Buchwissenschaftlers Dr. Siegfied Lokatis erschien im Juni 2018. Günter Grass lies seine Werke 30 Jahre vom Luchterhand Verlag verlegen. Er trennte sich vom Verlag, als er erfuhr, dass der Verlag ohne Rücksprache mit den Autoren an einen anderen Verlag (zunächst 1987 an einen niederländischen Verlag, dann an Random House/Bertelsmann) verkauft wurde. Die Rechte an den Grass-Werken wurden 1993 an den Steidl Verlag verkauft. s.a. http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13683234.html

Schlagworte:

Person:
Luchterhand, Hermann; Reifferscheid, EduardGND; Solschenizyn, AleksandrGND; Seghers, AnnaGND
Aufnahme:

Datum Erstsendung:
27.06.2018
Aufnahmeort:
unbekannt
Sprachen:
deutsch
Original:

Analog/Digital:
born digital
Datenformat:
mp3
Kopie:

Datenformat Sichtung:
mp3
Datenformat Archiv:
WAV
Herkunft:

Sender / Institution:
Mitteldeutscher Rundfunk (MDR)
Sendereihe:
MDR Kultur Kontakt
Teilnehmende:

Person:
Fiedler, Maja (Autor(in))
Person:
Fiedler, Maja (Sprecher(in))
Person:
Lokatis, Siegfried (Mitwirkende(r))
Anmerkung:
Zur Verlagsgeschichte vgl. auch: https://www.randomhouse.de/Luchterhand-Der-Literaturverlag-/Verlagsgeschichte/aid55930_11792.rhd

Zitieren

Zitierform:

Fiedler, Maja: Die Rolle des Luchterhandverlages in der NS-Zeit. unbekannt .

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