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„Gestern wird sein, was morgen gewesen ist. Unsere Geschichten von heute müssen sich nicht jetzt zugetragen haben.“
Günter Grass, Das Treffen in Telgte (1979)
DB-Nummer: 87
10.20379/dbaud-0087

Lerke von Saalfeld im Gespräch mit Günter Grass

Nach Zweitem Weltkrieg Bildhauerlehre; dann Graphikstudium an der Kunstakademie Düsseldorf; Meisterschüler des Bildhauers Karl Hartung in West-Berlin / Zieht mit seiner ersten Frau Anna 1956 nach Paris, "die Blechtrommel im Kopf"; über seine Freundschaft dort mit Paul Celan / Ist ab 1955 bei den Treffen der Gruppe 47 dabei; über Hans-Werner Richter als herausragende Figur der Schriftstellervereinigung / Detailliert zu seiner Schreibmethode und zu Stilexperimenten mit unterschiedlichen Prosaformen; versuchte im Roman "Ein weites Feld" (1997), entgegen der chronologischen Abfolge von Ereignissen und stattdessen analog zum assoziativem Erinnerungsprozeß zu erzählen; sieht sein Werk in der Tradition des Picaro-Romans / Zur Studentenbewegung: ihre berechtigte Kritik an überlebten Strukturen, jedoch auch die realitätsferne Forderung nach einer Revolution in der Bundesrepublik Deutschland Ende der 70er Jahre / Zu seinem politischen Engagement für die SPD (Wahlkampf Willy Brandt) / Versäumnisse der Politik im Wiedervereinigungsprozeß seit 1989 / Aufgrund seiner Biographie empfindet er einen endgültigen Verlust an Heimat, fühlt sich jedoch an vielen Orten "zu Hause"; verlegte sein Sekretariat nach Lübeck / Über seine Indienreise (Kalkutta) 1986 / Über die Wechselwirkung zwischen den Tätigkeiten Schreiben, Bildhauern und Zeichnen; empfindet den möglichen Verlust an Zukunft als eine radikale Veränderung der Schreibbedingungen für Autoren des 20. Jahrhunderts; seine Erzählhaltung: die Perspektive derer, "denen Geschichte widerfährt"; junge Autoren sollten nicht "von den Bänken der Sieger aus" schreiben / Zur hysterischen Reaktion der Literaturkritik, vor allem Marcel Reich-Ranickis ("Narr") und des SPIEGEL, auf sein Buch "Ein weites Feld"; will mit dem SPIEGEL in Zukunft nicht mehr zusammenarbeiten / Zur Aktualität des Dramas "Die Plebejer proben den Aufstand" (1966), in dem das Verhältnis der Intellektuellen zur Macht dargestellt wird (Bertolt Brecht und seine Rolle beim 17. Juni 1953); Grimmelshausens "Simplizissimus" als "leuchtendes Lehrstück" eines politischen Romans.


Urtitel:
Lerke von Saalfeld im Gespräch mit Günter Grass
Anfang/Ende:
Günter Grass, als Sie…ja oder nein.
Genre/Inhalt:
Literatur
Schlagworte:

Person:
Brecht, BertoltGND; Brandt, WillyGND; Celan, PaulGND; Hartung, Karl; Richter, Hans-WernerGND; Grimmelshausen, Hans Jakob Christoph von; Grass, AnnaGND
Werke:
Die Blechtrommel; Die Plebejer proben den Aufstand; Ein weites Feld; Zunge zeigen
Sach:
SPD; Gruppe 47; Literaturkritik; Schreiben; Biographie; Wahlkampf; Politische Anschauung; Studentenbewegung; Bildhauerlehre; Literatur; Graphikstudium; Intellektuelle; Kunstakademie; Picaro-Roman; Wiedervereinigung
Geo:
Düsseldorf; Kalkutta; Bundesrepublik Deutschland
Aufnahme:

Aufnahmedatum:
16.06.1996
Datum Erstsendung:
16.06.1996
Sprachen:
deutsch
Betriebsarten:
Mono
Original:

Analog/Digital:
born digital
Kopie:

Datenformat Sichtung:
MPEG 2
Herkunft:

Sender / Institution:
Südwestrundfunk (SWF)
Sendereihe:
Zeitgenossen
Archivnummer:
0181342-000
Teilnehmende:

Person:
von Saalfeld, LerkeGND (Interviewpartner)
Person:
Grass, GünterGND (Mitwirkende(r))
Anmerkung:
Bericht u. Statement (O-Töne Grass ab 02:21 - 02:46)

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Zitierform:

Lerke von Saalfeld im Gespräch mit Günter Grass.

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