Logo der Günter Grass Stiftung Bremen

Webdatenbank

Medienarchiv

„Gestern wird sein, was morgen gewesen ist. Unsere Geschichten von heute müssen sich nicht jetzt zugetragen haben.“
Günter Grass, Das Treffen in Telgte (1979)
DB-Nummer: 589
10.20379/dbaud-0589

Fundsachen für Grass-Leser

Konrad, György GND; Trautwein, Wolfgang GND; Härtling, Peter GND; Haufs, Rolf GND; Schlöndorff, Volker GND; Wagenbach, Klaus GND; Wirth, Andrzej GND; Wolf, Christa GND; Rühmkorf, Peter GND

Fundsachen für Grass-Leser. Zum 75. Geburtstag von Günter Grass Eine Ausstellung der Akademie der Künste, Berlin »Schreib keinen Brief. Brief kommt ins Archiv. Wer den Brief schreibt, unterschreibt, was von ihm übrigbleibt«. (»Hundejahre«, 1963) Mit dieser Ausstellung zum 75. Geburtstag des Nobelpreisträgers Günter Grass präsentiert die Akademie der Künste ausgewählte Materialien aus dem Gesamtwerk des Schriftstellers von 1950 bis zur Gegenwart. Damit wird das 1990 erworbene Günter-Grass-Archiv erstmals in größerem Rahmen öffentlich vorgestellt und die Entwicklung einer kritischen, politisch-literarischen Öffentlichkeit in der Bundesrepublik Deutschland belegt. Das umfangreiche schriftstellerische Werk wird dabei ergänzt durch das bildnerische, durch frühe, weitgehend unbekannte Zeichnungen, durch Entwürfe zu Buchumschlägen und die Aquarelle der späteren Jahre. Aus dem Bestand des Archivs der Akademie wird anhand von Manuskripten, Büchern, Dokumenten, Korrespondenzen, Fotografien, Arbeitsplänen und Tagebüchern ein grandioses Lebenswerk zur Anschauung gebracht: Gedichte und Romane (von der »Blechtrommel« bis zu »Ein weites Feld«), Novellen und Erzählungen (von »Katz und Maus« bis zu »Im Krebsgang«), Theaterstücke und politische Schriften – eine Literatur- und Zeitgeschichte der letzten fünfzig Jahre. Katalog: »Fundsachen für Grass-Leser«, Hrsg. von Wolfgang Trautwein und Karin Kiwus. Mit einem Text von Volker Neuhaus, Box, Steidl Verlag, Euro 35.- Unveröffentlichte frühe Gedichte von Günter Grass und andere "Fundsachen für Grass-Leser" sind seit vorigen Samstag in der Berliner Akademie der Künste anläßlich des 75. Geburtstages des am 16. Oktober in Danzig geborenen Schriftstellers und Literaturnobelpreisträgers zu sehen. In der umfassenden Werkausstellung sind Zeichnungen, Aquarelle, Romananfänge und politische Korrespondenz zu besichtigen. "Knapp die Hälfte seiner Korrespondenz ist zugänglich", sagte der Direktor der Stiftung Archiv der Akademie der Künste, Wolfgang Trautwein. Aus insgesamt 70.000 Manuskriptblättern, etwa 100.000 Briefseiten und anderen Beständen wählte die Sekretärin der Abteilung Literatur der Akademie, Kuratorin Karin Kiwus, in Zusammenarbeit mit der Archivarin Elisabeth Unger etwa 400 Exponate aus, darunter die Nobelpreisrede. Das Archivmaterial umfaßt unter anderem auch den Komplex "Politik und Wahlkampf 1961-1969", als Grass für die SPD stritt. Zu besichtigen ist ein Brief des Schriftstellers an Willy Brandt, in dem Grass dem Politiker rät, seine Redeauftritte zu perfektionieren. Als private Leihgabe des Schriftstellers sind 101 Aquarelle zum Zyklus "Mein Jahrhundert" zu sehen, die das Grass-Haus in Lübeck nach Angaben der Akademie für Künste in Berlin ankaufen will. Zur Ausstellung erscheint kein Katalog, sondern eine Archivschachtel (Steidl Verlag). Sie enthält Umschlagentwürfe, frühe Gedichte mit Zeichnungen, Wortrecherchen, Romananfänge und Arbeitspläne. Am 29. Oktober will Grass im Studio der Akademie der Künste aus seiner Novelle "Im Krebsgang" lesen. Die Ausstellung ist bis zum 20. November geöffnet.


Urtitel:
Anfang/Ende:
Unverkennbar nicht György Konrad…immer noch er. (BEIFALL, ATMO)
Genre/Inhalt:
Kultur
Historischer Kontext:

Zur Eröffnung der Ausstellung "Fundsachen für Grass-Leser" (14.10.-20.11.2002) in der Akademie der Künste Berlin. György Konrad nicht anwesend, seine Rede wird von Karin Kiwus verlesen Artikel: Ausstellung in der Akademie der Künste, Berlin Wolfgang Trautwein Mit einer Ausstellung unter dem Titel "Fundsachen für Grass-Leser" würdigt die Akademie der Künste den Nobelpreisträger Günter Grass anlässlich seines 75. Geburtstags. Seit 1963 ist Grass Mitglied der Akademie und war 1983-86 auch ihr Präsident. Vom 13. Oktober bis 20. November 2002 stellt sie damit das im Jahr 1990 erworbene Günter Grass-Archiv auf 500 Quadratmetern erstmals in größerem Rahmen vor. Innerhalb der Bestände der Stiftung Archiv der Akademie der Künste steht Grass gemeinsam mit den Archiven von Peter Weiss, Hans Werner Richter, das auch die Unterlagen zur Gruppe 47 enthält, und Walter Jens exemplarisch für die kritische literarische Öffentlichkeit in der Bundesrepublik Deutschland; im gesamtdeutschen Kontext der Archivstiftung korrespondieren damit die Archive von Bertolt Brecht, Heiner Müller, Christa Wolf u. a. für das literarische Leben in der DDR. © Foto: Stiftung Archiv der Akademie der Künste, Berlin © Foto: Stiftung Archiv der Akademie der Künste, Berlin Günter Grass im Atelier Karlsbader Straße 16 links mit Schirmmütze, rechts bei der Arbeit an "Der Knirscher", später "Hundejahre", beide um 1962 Stiftung Archiv der Akademie der Künste, Berlin. Günter-Grass-Archiv/Slg. Maria Rama Die Ausstellungsmacher - der Sekretär der Abteilung Literatur Karin Kiwus, die Grass-Archivarin Elisabeth Unger, der Architekt Lorenz Dombois und der unterzeichnende Direktor der Archivstiftung - haben, im Wortsinn, die Qual der Wahl. Etwa 60.000 Blatt Werkmanuskripte und Arbeitstagebücher sowie ca. 73.500 Blatt Korrespondenz umfasst das vorläufig bis 1989 reichende Grass-Archiv. Hiervon ist der gesamte Werkkomplex in 2300 Datensätzen erfasst, die Korrespondenz insgesamt geordnet und bis zum Buchstaben G in weiteren 4200 Datensätzen verzeichnet. Hinzu kommen ein kompletter Satz von Grass' Druckgrafik und eine Auswahl seiner Zeichnungen, vornehmlich der fünfziger Jahre. Außerdem besitzt die Archivstiftung die "Sammlung Maria Rama", ein Konvolut von 6000 Fotos der 1997 verstorbenen Fotografin, die seit Mitte der fünfziger Jahre Günter Grass' Leben, Schreiben und bildnerisches Arbeiten dokumentiert hat. Nicht nur der literarischen Rang des Werks und sein Umfang, sondern auch die archivalischen Qualitäten des Bestands sind herausragend. Mit Ausnahme der "Blechtrommel", von der 31 Kapitelentwürfe und einzelne Kapitel aus dem ersten bis dritten Buch in einer frühen handschriftlichen Fassung erhalten sind, liegen von allen anderen großen Werken jeweils mehrere Fassungen vor. Detaillierte Arbeitspläne für einzelne Titel sowie Werktagebücher geben Einblick in den Schreibprozess, und im bildnerischen Bereich überraschen immer wieder die Wechselbezüge zwischen dem zeichnerischen und dem literarischen Werk. Neben den Vögeln, Nonnen und Köchen und der Spinne des "Gleisdreiecks" beginnen sie mit zwei großformatigen Zeichnungen, die Motive aus der ersten publizierten Erzählung von Grass "Meine grüne Wiese" (1955) ausarbeiten. Dort taucht auch das u. a. im "Tagebuch einer Schnecke" wiederkehrende Schneckentier erstmals auf. Vor allem in den fünfziger Jahren erstaunt die Fülle des unpublizierten Materials; bei den Gedichten stehen beispielsweise 381 publizierte Titel 654 unveröffentlichten gegenüber. Die überaus umfangreiche Korrespondenz hat hohen zeitgeschichtlichen Wert, zumal sich auch - derzeit gesperrt - wichtige politische Briefwechsel darin finden. © Foto: Stiftung Archiv der Akademie der Künste, Berlin Günter Grass, Meine grüne Wiese, 1955 Stiftung Archiv der Akademie der Künste, Berlin Kunstsammlung Archive zu Lebzeiten wachsen in der Werkstatt des Autors weiter. Noch in diesem Jahr wird die Stiftung Archiv der Akademie der Künste die ab 1990 entstandenen literarischen Manuskripte bis einschließlich "Ein weites Feld" sowie durchgängig die Briefe, Tagebücher und Redemanuskripte übernehmen. Mit den nach "Ein weites Feld" entstandenen Werkmanuskripten, werkbezogenen Aquarellfolgen und dem umfassenden graphischen Archiv von Grass wird im Herbst dieses Jahres in seiner neuen hanseatischen Wahlheimat Lübeck ein Grass-Haus mit Ausstellungsräumen und einer Forschungsstelle eröffnet. Das von der Akademie übernommene Archivierungssystem für die Lübecker Manuskripte (die im Zuge eines Kopientausches auch nach Berlin gelangen) und die kollegiale Kooperation zwischen Berlin und Lübeck werden die Nachteile eines geteilten Archivs ausgleichen. Auch mit dem in Bremen entstandenen audiovisuellen Grass-Archiv sind Kooperationen geplant. Die Berliner Ausstellung zeigt Manuskripte, Arbeitspläne, Korrespondenzen und Fotos zu den Schwerpunkten Lyrik, Danziger Trilogie - "Blechtrommel", "Katz und Maus" und "Hundejahre" - "Der Butt", "Das Treffen in Telgte", "Die Rättin" und "Ein weites Feld" sowie den politischen Autor Grass und seine Wahlkämpfe. Den biographischen Zusammenhang verdeutlicht eine Auswahl aus der Fotosammlung Maria Rama. Die bildkünstlerische Arbeit ist mit Zeichnungen der fünfziger Jahre, von Grass gezeichneten Porträts anderer Autoren, Selbstporträts in der Druckgrafik, der Aquarellfolge zu "Mein Jahrhundert" und von Grass selbst gefertigten Umschlagentwürfen vertreten, wobei sich ein Fokus auf das Wechselspiel zwischen bildnerischen und literarischen Motiven richtet. © Foto: Stiftung Archiv der Akademie der Künste, Berlin Günter Grass, Theater. Manuskript mit Federzeichnung aus "Gleisdreieck" Stiftung Archiv der Akademie der Künste, Berlin. Günter-Grass-Archiv invisible.gif (85 Byte) Als begleitende Publikation entsteht in Kooperation mit dem Steidl-Verlag eine "Archivbox" mit in Mappen zusammengefassten Blattfolgen aus dem Archiv. Dr. Wolfgang Trautwein ist Direktor der Stiftung Archiv der Akademie der Künste, Berlin

Aufnahme:

Aufnahmedatum:
13.10.2002
Aufnahmeort:
Akademie der Künste, Berlin
Sprachen:
deutsch
Original:

Analog/Digital:
born digital
Kopie:

Datenformat Sichtung:
MPEG 2
Teilnehmende:

Person:
Konrad, GyörgyGND (Autor(in))
Person:
Trautwein, WolfgangGND (Autor(in))
Person:
Härtling, PeterGND (Autor(in))
Person:
Haufs, RolfGND (Autor(in))
Person:
Schlöndorff, VolkerGND (Autor(in))
Person:
Wagenbach, KlausGND (Autor(in))
Person:
Wirth, AndrzejGND (Autor(in))
Person:
Wolf, ChristaGND (Autor(in))
Person:
Rühmkorf, PeterGND (Autor(in))
Person:
Kiwus, KarinGND (Sprecher(in))
Person:
Trautwein, WolfgangGND (Mitwirkende(r))
Person:
Härtling, PeterGND (Mitwirkende(r))
Person:
Haufs, RolfGND (Mitwirkende(r))
Person:
Schlöndorff, VolkerGND (Mitwirkende(r))
Person:
Wagenbach, KlausGND (Mitwirkende(r))
Person:
Wirth, AndrzejGND (Mitwirkende(r))
Person:
Wolf, ChristaGND (Mitwirkende(r))
Person:
Rühmkorf, PeterGND (Mitwirkende(r))
Anmerkung:
Austellung "Fundsachen für Grass-Leser" Mit einer Ausstellung unter dem Titel "Fundsachen für Grass-Leser" würdigt die Akademie der Künste den Nobelpreisträger Günter Grass anläßlich seines 75. Geburtstags. Seit 1963 ist Grass Mitglied der Akademie und war 1983 - 86 auch ihr Präsident. Vom 13. Oktober bis 20. November 2002 stellt sie damit auf 500 Quadratmetern erstmals das Günter Grass- Archiv in größerem Rahmen vor. Dieses 1990 eingerichtete Archiv zu Lebzeiten ist erst kürzlich um Bestände, die bis ins Jahr 2001 reichen, erweitert worden. Aus ca. 70000 Manuskript- und ca. 100 000 Briefblättern, die das Grass-Archiv derzeit umfaßt, und aus den anderen Beständen der Stiftung Archiv der Akademie der Künste, insbesondere dem Hans Werner Richter-Archiv, hat die Kuratorin der Ausstellung und Sekretär der Abteilung Literatur, Karin Kiwus, in Zusammenarbeit mit der Archivarin Elisabeth Unger ca. 400 Fundsachen ausgewählt. Sie zeigen die Entwicklung von Grass' literarischer Arbeit sowie - punktuell und exemplarisch - Zusammenhänge der Entstehung und Wirkung seiner Werke und sein politisches Engagement Das Archivmaterial ist in folgende Komplexe gegliedert: - Kunstakademie Düsseldorf und unveröffentlichte Gedichte - "Die Vorzüge der Windhühner" - "Gleisdreieck" - "Die Blechtrommel" - "Katz und Maus" - "Hundejahre" - Berlin - Politik und Wahlkampf 1961 - 1969 - "Aus dem Tagebuch einer Schnecke" - "Der Butt" - "Vatertag" - "Treffen in Telgte" - "Die Rättin", "Zunge zeigen", - "Unkenrufe" - "Ein weites Feld" - Nobelpreis Der Grass-Leser, an den sich die Ausstellung (in Abwandlung des Titels "Fundsachen für Nicht-Leser") richtet, entdeckt nicht nur unveröffentlichte Texte (insbesondere frühe Gedichte) und unbekannte Varianten, sondern auch die Wanderung und Metamorphose der Grass'schen Motivfelder, die auch sein zeichnerisches Werk umfassen. Insbesondere die Arbeitstagebücher geben Aufschluß darüber, wie früh bereits zentrale Motive angelegt sind, etwa der "Säulenheilige" oder die "polnische Fahne" im Arbeitstagebuch 1952 oder der "Vatertag" im Arbeitstagebuch von 1961, der dann das 8. Kapitel des "Butt" bilden wird. Umschlagentwürfe und Arbeitspläne zeigen Verwandlungen, etwa der Gedichtsammlung "Im Ei" in den Band "Gleisdreieck", wobei das graphische Titelmotiv bereits in einer Zeichnung aus dem Jahr 1954 auftritt. Aus der Komödie "Das Kartenhaus" wird ein Ballettvorhaben, dann das Hörspiel "Die polnische Post oder ein Kartenhaus" und schließlich das berühmte Blechtrommel-Kapitel, dessen handschriftliches Manuskript zeigt, dass die Überschrift "Das Kartenhaus" gestrichen und durch "Die polnische Post" ersetzt wurde. Aus dem Roman "Kartoffelschalen" werden die "Hundejahre", die vorher auf einem Umschlagentwurf auch einmal "Pluto" hießen. Das Motiv der Vogelscheuchen wandert von einem einzelnen Gedicht in die "Hundejahre", aus denen sich "Der Ritterkreuzträger" abspaltet, der zuletzt "Katz und Maus" heißen wird. Wortrecherchen und Namenspläne geben Einblick in die Schreibwerkstatt, in der - exemplarisch bei den "Hundejahren" und beim "Butt" zu sehen - detaillierte Terminpläne überraschen, in denen sich Grass genaue Zeitvorgaben für die einzelnen Kapitel und damit das Buch insgesamt macht. Sein politisches Engagement schließlich wird anhand der Reaktion auf den Mauerbau im Brief an Anna Seghers und in seinem Engagement für den Wahlkampf der SPD 1961-69 deutlich, u. a. im Entwurf des SPD-Hahns oder einem Brief, in dem er Willy Brandt nahelegt, seine Rede-Auftritte zu perfektionieren. Den Komplex der Archivalien hat der Ausstellungsarchitekt Lorenz Dombois, ein zentrales Grass'sches Motiv (vgl. u. a. "Aus dem Tagebuch einer Schnecke") paraphrasierend, in schneckenartigen Windungen durch die Halle geführt. Den Zeichner Grass, der seine literarischen Motive oft vorab erprobt, macht an der (vom Eingang aus) vorderen Längswand - eine Folge früher Arbeiten aus der Kunstsammlung der Archivstiftung anschaulich. Dort finden sich, neben Vögeln und Nonnen, zwei Zeichnungen zur ersten publizierten Prosaarbeit von Grass: "Meine grüne Wiese", "der Käfer K" (das Manuskript hierzu ist ebenfalls ausgestellt), ein früher "Butt" aus dem Jahr 1954 oder eine zeitgleiche Zeichnung zur Blechtrommel aus dem Jahr 1958. Der Autoren-Kollege Grass wird nicht nur im Ausstellungskapitel über Berlin und im Zusammenhang mit Hans Werner Richter und der Gruppe 47, sondern auch durch den Zeichner Grass sichtbar. Eine Reihe seiner Kollegenporträts befindet sich ebenfalls an der rechten Zeichnungswand. Wie sich Grass selbst sieht, hierfür stehen - gleichfalls aus dem Fundus der Kunstsammlung der Archivstiftung - die Druckgrafik der Selbstporträts an der rechten Schmalwand der Halle. Aus dem Blickwinkel der Fotografin Maria Rama, deren 6000 Fotos umfassendeGrass- Sammlung die Archivstiftung 1997 erworben hat, erscheint er in ebenfalls von Karin Kiwus zusammengestellten Fotoserien auf der vorderen Schmalseite der Halle. Die einzige wesentliche Leihgabe der Ausstellung sind die 100 Aquarelle zum Zyklus "Mein Jahrhundert" aus dem Privatbesitz von Günter Grass, die demnächst das neu gegründete Grass-Haus in Lübeck erwerben wird. Diese Aquarelle, die in dreifacher Schichtung die gesamte hintere Längswand der Ausstellung füllen, bringen den zeitgeschichtlichen Hintergrund von Grass Leben und Werk, so wie ihn der Künstler selber sieht, in die Ausstellung ein. Zur Ausstellung erscheint, von Karin Kiwus und Wolfgang Trautwein herausgegeben, im Steidl-Verlag eine Archivschachtel "Fundsachen für Grass-Leser", die Archivmappen mit reproduzierten Beständen des Grass-Bestands der Stiftung Archiv der Akademie der Künste enthält: Umschlagentwürfe, frühe Gedichte mit Zeichnungen, Wortrecherchen, Romananfänge, Arbeitspläne, Zeichnungen. Sie kostet im Buchhandel € 35.-, an der Ausstellungskasse € 28,- Ausstellung vom 14. Oktober bis 20. November 2002 Montags 14-20 Uhr, dienstags bis sonntags 11-20 Uhr, erster Sonntag im Monat Eintritt frei Der Eintritt der Ausstellung beträgt Euro 4.- / erm. Euro 2,50 Zur Eröffnung der Ausstellung am 13. Oktober 2002, 20 Uhr sprechen und lesen zu Ehren von Günter Grass: Peter Härtling, Rolf Haufs, Volker Schlöndorff, Klaus Wagenbach, Andrzej Wirth und Christa Wolf. Begrüßung György Konrád, Präsident der Akademie der Künste, Einführung Wolfgang Trautwein, Direktor der Stiftung Archiv der Akademie der Künste. Die Ausstellung ist an diesem Tag bis 24 Uhr geöffnet. Günter Grass liest aus seiner Novelle "Im Krebsgang" am 29. Oktober 2002, 20 Uhr Eintritt Euro 6,- / erm. Euro 4,- Hanseatenweg 10, 10557 Berlin, Telefon 39076-0, U-Bhf. Hansaplatz, S-Bhf. Bellevue, Bus 123, 341

Zitieren

Zitierform:

Konrad, György / Trautwein, Wolfgang / Härtling, Peter / et al: Akademie der Künste, Berlin .

Rechte

Nutzung und Vervielfältigung:
Alle Rechte vorbehalten

Export