Logo der Günter Grass Stiftung Bremen

Webdatenbank

Medienarchiv

„Gestern wird sein, was morgen gewesen ist. Unsere Geschichten von heute müssen sich nicht jetzt zugetragen haben.“
Günter Grass, Das Treffen in Telgte (1979)
DB-Nummer: 993
10.20379/dbvid-0993

Steinmetz und anderes : Der Künstler Günter Grass

Atelierbesuch bei Grass in Behlendorf, von Wilfried F. Schoeller Grass im Gespräch mit Wilfried F. Schoeller: Beginn der schriftstellerischen und bildkünstlerischen Tätigkeiten bei Grass schon mit 12 oder 13 Jahren; drei Onkel von Grass mit künstlerischen Ambitionen; zusammengehörige Talente, die Grass von mütterlicher Seite mitbekommen hat; Steinmetzlehre wegbereitend für Aufnahme an der Kunstakademie Düsseldorf; ab 1953 und Umzug nach Berlin häufigere schrifstellerische Arbeiten, vor allem erste Gedichte zur Veröffentlichung ("Die Vorzüge der Windhühner"); nicht abgeschlossene Schulausbildung als "Schutz" vor gewöhnlichem Beruf, beispielsweise als Rundfunkredakteur; schwierige finanzielle Verhältnisse in den 50er Jahren; dritter Preis beim Lyrikwettbewerb des SDR 1955 auf Initative von Grass' damaliger Frau Anna und seiner Schwester; danach Einladung zur Gruppe 47; positive Kritik nach Lesen von Gedichten bei Gruppe 47; durch Peter Frank kommt Grass zum Luchterhand Verlag; neue Gattung der "Aquadichte" in "Fundsachen für Nichtleser"; Arbeit am Epischen; Suche nach dem ersten Satz; Verbindung von Roman und Zeichnung; Manuskripte sind von Zeichnungen durchsetzt; Bedürfnis, bildhaft und sachlich zu schreiben, wird durch Zeichnungen unterstützt; Bedeutung von "Fundsachen", von Liegengebliebenem (Beispiel aus der "Blechtrommel": Patronenhülse, die Schugger Leo findet); aktuelles Beispiel aus den "Fundsachen": Kochgeschirr; Kolonialwarenladen als Sammelort für Exotisches und für Unzusammenhängendes; "Ungesagte Reste" in Literatur; offene Enden in Büchern (Beispiel "Ein weites Feld"); Grass wäre auf die Fortsetzung von "Ein weites Feld" durch einen anderen Autoren gespannt; Bedürfnis von Grass, mit Lyrik und Zeichnungen zu sich selbst zu kommen und seinen Standort zu überprüfen; Grass' Selbstverständis vom Bürger in der Demokratie; Kritik am Kapitalismus und am Einheitsprozess; Leser als "Erwecker" von Büchern; Grass' Antrieb zum Schreiben und zum Widerspruch; Kontroverse zwischen Sartre und Camus; Grass hat sich für Camus und dessen Deutung des Sisyphos-Mythos entschieden; Antrieb zu fortwährendem Engagement; weiterer Antrieb: Scheitern der Weimarer Republik durch fehlendes Bürger-Engagement; Verpflichung gegenüber Nachkommen; nur sehr wenige aufgegebene Schreibprojekte; gelegentlich aufgeschobene Stoffe.


Urtitel:
Steinmetz und anderes: Der Künstler Günter Grass - ein Atelierbesuch
Anfang/Ende:
Das ist das…Gegend geht. Vielen Dank.
Genre/Inhalt:
Kultur
Historischer Kontext:

Grass wird 70 Jahre alt

Schlagworte:

Person:
Grass, AnnaGND; Benn, GottfriedGND; Sartre, Jean-PaulGND; Camus, AlbertGND; Fontane, TheodorGND; Frank, PeterGND; Reifferscheid, EduardGND; Bronski, Jan
Werke:
Die Blechtrommel; Hundejahre; Katz und Maus; Unkenrufe; Ein weites Feld; Die Rättin; Die Vorzüge der Windhühner; Fundsachen für Nichtleser
Sach:
Rundfunk; Bürger; Kapitalismus; Liegengebliebenes; Aquadichte; Wettbewerb; Talent; Kunstakademie; Zeichnung; Aquarell; Lyrik; Einheit; Steinmetz
Geo:
Berlin; Behlendorf; Düsseldorf; Paris
Zeit:
Weimarer Republik
Aufnahme:

Datum Erstsendung:
15.10.1997
Aufnahmeort:
Behlendorf
Sprachen:
deutsch
Original:

Analog/Digital:
reformatted digital
Kopie:

Datenformat Sichtung:
MPEG 1
Datenformat Archiv:
AVI
Herkunft:

Sender / Institution:
Hessischer Rundfunk Fernsehen (HR)
Archivnummer:
0000465290.000
Produktionsnummer:
2318-0115
Teilnehmende:

Person:
Schoeller, Wilfried F.GND (Interviewpartner)
Person:
Grass, GünterGND (Sprecher(in))

Zitieren

Zitierform:

Steinmetz und anderes: Der Künstler Günter Grass - ein Atelierbesuch. Behlendorf .

Rechte

Nutzung und Vervielfältigung:
Alle Rechte vorbehalten

Export