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„Gestern wird sein, was morgen gewesen ist. Unsere Geschichten von heute müssen sich nicht jetzt zugetragen haben.“
Günter Grass, Das Treffen in Telgte (1979)
DB-Nummer: 1116
10.20379/dbaud-1116

Radioskop: Ich bedauere die Auseinandersetzung mit Günter Grass

Mario Vargas Llosa (peruanischer Schriftsteller, geboren 1936) ist auf Einladung der Adenauer-Stiftung in Deutschland; Llosa befindet sich in Auseinandersetzung mit Grass; Gabriel Garcia Marquez hat er als "Hofschranze Castros" bezeichnet hat; Llosa über das Verhältnis zwischen Schriftstellern und Staatsmacht (spanisch mit Übersetzung): Verpflichtung des Schriftstellers ist es, Kritik zu üben und sich an der öffentlichen Debatte zu beteiligen, vor allem in Ländern mit sozialen, politischen und ökonomischen Problemen (z.B. Lateinamerika); Schriftsteller muss Ideen entwickeln; Unterschiede zu Günter Grass? Grund der Polemik ist ein Missverständnis; in Lateinamerika zirkulierten einige Günter Grass zugeschriebene Erklärungen, in denen er die Länder Lateinamerikas auffordert, dem Beispiel Kubas zu folgen; Llosa schrieb daraufhin einen Artikel, der diese Position angriff; erst später erfuhr Llosa, dass Grass diese Erklärungen fälschlicherweise von einer Zeitschrift zugeschrieben worden waren; Llosa schrieb daraufhin einen zweiten, grundsätzlicheren Artikel; bei einem Zusammentreffen in New York im Januar 1986 gab es eine Meinungsverschiedenheit zwischen Llosa und Grass über die politische Orientierung der lateinamerikanischen Schriftsteller; Llosa bedauert die Auseinandersetzung und die Polemik, er schätze Grass als Schriftsteller und achte seine politischen Ansichten; Ist die europäische Demokratie als Modell für Lateinamerika übertragbar? Llosa glaubt dies schon und nennt als Beispiel Spanien; Lateinamerika sei auf dem besten Wege zur Demokratie. Zur Demokratisierungsbewegung in Lateinamerika: populäre Bewegung; Tendenzen im Wahlverhalten wiederholen sich in allen Ländern: Extreme Parteien bekommen kleine oder unbedeutende Wählerstimmen; Demokratisierung nicht nur bei Intellektuellen, sondern auch beim Volk. Ist Llosas Buch "Maytas Geschichte" eine Absage an die Utopie? An die politische ja, aber nicht an die literarische.


Urtitel:
"Ich bedauere die Auseinandersetzung mit Günter Grass. Sie beruht auf einen Irrtum"
Anfang/Ende:
Herr Vargas Llosa, Sie… kann und muss (se puede cambiar).
Genre/Inhalt:
Politik
Historischer Kontext:

Besuch des Schrifstellers Mario Vargas Llosa in Deutschland

Schlagworte:

Person:
Vargas Llosa; Mario, GND; Castro, FidelGND; Garcia Marquez, Gabriel
Werke:
Maytas Geschichte
Sach:
Demokratie; Medien; Terrorismus; Konrad-Adenauer-Stiftung; Medienkritik
Geo:
Kuba; Lateinamerika; Spanien; Südamerika; Malta
Aufnahme:

Aufnahmedatum:
10.07.1986
Datum Erstsendung:
10.07.1986
Aufnahmeort:
Frankfurt?
Sprachen:
deutsch / spanisch
Betriebsarten:
Stereo
Original:

Analog/Digital:
born digital
Kopie:

Datenformat Sichtung:
mp3
Herkunft:

Sender / Institution:
Hessischer Rundfunk (HR)
Sendereihe:
Das Radioskop - Kultur am Nachmittag
Archivnummer:
b001537965/4174998
Produktionsnummer:
2130-001240.100-000
Teilnehmende:

Person:
Sarkowicz, HansGND (Interviewpartner)
Person:
Sarkowicz, HansGND (Redaktion)
Person:
Vargas Llosa; Mario, GND (Sprecher(in))
Anmerkung:
Orignalton spanisch mit deutschem Overvoice.

Zitieren

Zitierform:

"Ich bedauere die Auseinandersetzung mit Günter Grass. Sie beruht auf einen Irrtum". Frankfurt? .

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