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„Gestern wird sein, was morgen gewesen ist. Unsere Geschichten von heute müssen sich nicht jetzt zugetragen haben.“
Günter Grass, Das Treffen in Telgte (1979)
DB-Nummer: 1233
10.20379/dbvid-1233

Almanach der Woche: Schriftsteller beim DGB : Erste Kontakte des Verbandes

Gespräch mit Dieter Lattmann (Vorsitzender der Verbandes deutscher Schriftsteller), Heinz Vetter und Günter Grass Lattmann: Sieht eine gesellschaftliche Situation, in der sich der Schriftsteller neu begreift; der Schriftsteller arbeite für die Kulturindustrie, für die Massen und die Medien und stehe in der Mitte zwischen Arbeitnehmer und Unternehmer; Vorbild des Schriftstellerverbandes sei eine Gewerkschaft; dies sei Hintergrund der Gespräche mit dem DGB; unsicher sei, ob eine wirkliche Mitgliedschaft im DGB in Frage komme; Frage: Rolle des Verbandes bzw. einer Gewerkschaft für das Verhältnis zwischen Autor und Verleger? Lattmann: Der VS könne keine Rechte vermitteln, aber die Grundlage für die Zusammenarbeit regeln in Form von Tarifmustern für Verlagsverträge; die Siutation zwischen Autor und Verleger dürfe nicht pauschalisiert werden; kleine "patriarchalisch" geführte Verlage seien ein Auslaufmodell; die Verlage Bertelsmann und Holtzbrinck hätten zusammen einen Umsatz von mehr als einer Milliarde DM; derartige Konzerne seien Arbeitgeber des Schriftstellers; Frage an Grass: Altersversorgung für Schriftsteller bei Bertelsmann? Grass: Richtiger Gedanke, der aber die Initative der Schriftsteller nicht aufhebe; Mitbestimmung müsse in erster Linie von den Arbeitnehmervertretern ausgehen; der Dialog könne beginnen, wenn von Arbeitgeberseite Entgegenkommen bemerkbar sei; die Abneigung gegenüber Modellvorschläge werde dadurch weitgehend gebannt; Frage an Vetter: Art der Hilfestellung des DGB für den VS? Vetter: Das Geben und Nehmen halte sich die Waage; die Schriftsteller könnten helfen, die gesellschaftspolitischen Vorstellungen des DGB stärker zu profilieren und in der Gesellschaft zu verbreiten; der DGB andererseits sei mit Sozialpolitik stärker vertraut als der Schriftsteller und sehe sofort die Notwendigkeit von Änderungen und könnte Hilfe im Sozialpolitischen zur Verfügung stellen; Frage an Lattmann: Ist es bei einer lockeren Verbindung wie einem Verband möglich, zu mehr als formalen Festlegungen zu kommen? Lattmann: Fordert produktive Kontroversen im VS; auf eine politisch gleiche Meinung könne man die Schriftsteller nicht festlegen.


Urtitel:
Hierzulande - Heutzutage: Schriftsteller beim DGB - Erste Kontakte des Verbandes Deutscher Schriftsteller mit dem DGB
Anfang/Ende:
Herr Lattmann, wieso… …kann die gleiche sein.
Genre/Inhalt:
Kultur
Historischer Kontext:

Gespräche zwischen dem Verband Deutscher Schriftsteller und dem Deutschen Gewerkschaftsbund

Schlagworte:

Sach:
DGB; Schriftstellerverband; Gewerkschaft
Aufnahme:

Datum Erstsendung:
04.02.1970
Aufnahmeort:
unbekannt
Sprachen:
deutsch
Betriebsarten:
Mono
Original:

Analog/Digital:
reformatted digital
Datenformat:
VOB
Kopie:

Datenformat Sichtung:
MPEG 1
Datenformat Archiv:
AVI
Herkunft:

Sender / Institution:
Westdeutscher Rundfunk (Fernsehen)
Sendereihe:
Almanach der Woche : Hierzulande - Heutzutage
Archivnummer:
60-4131
Produktionsnummer:
897140
Teilnehmende:

Person:
Grass, GünterGND (Sprecher(in))
Person:
Lattmann, DieterGND (Sprecher(in))
Person:
Vetter, HeinzGND (Sprecher(in))
Anmerkung:
Kamera: Schäfer, Peter; Schmitz, Hubert

Zitieren

Zitierform:

Hierzulande - Heutzutage: Schriftsteller beim DGB - Erste Kontakte des Verbandes Deutscher Schriftsteller mit dem DGB. unbekannt .

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