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„Gestern wird sein, was morgen gewesen ist. Unsere Geschichten von heute müssen sich nicht jetzt zugetragen haben.“
Günter Grass, Das Treffen in Telgte (1979)
DB-Nummer: 1241
10.20379/dbvid-1241

Almanach der Woche: Der Aufruf "Hilfe für Israel"

Rohe, Bernhard GND

Düsseldorfer Flughafen Lohausen; Grass seht sich zurück nach Berlin, nach dem er 8 Tage lang im Rheinland "politisch missioniert" hat; Selbstverständlichkeit der politischen Aktivität neben Schriftstellerberuf für Grass; in dieser Woche besonders Engagement für Israel Interview mit Grass Frage: Nur politische oder auch literarische Gründe für Grass' Reise an den Rhein? Grass: Gemischtes Programm; der SPD Bundestagabgeordnete Adolf Arndt hat einen Aufruf "Hilfe für Israel" geschrieben; Grass ist mit diesem Aufruf nach Bonn gefahren; nach Bonn habe er ohnehin gemusst, um beim Presseclub Bonn eine Rede zu halten; den Hilferuf habe er der Deutsch-Israelischen Gesellschaft gegeben, die Arndts Aufruf unterstützen werde; der Aufruf sei der Presse übergeben worden, aber es sei nur zu kurzen Meldungen gekommen; die Kontonummer sei nicht genannt worden; Grass ist zu seinem Verleger gefahren, der sich bereiterklärt habe, 30 000 Exemplare des Aufrufs als Flugblatt zu drucken; dann ist Grass weiter nach Frankfurt gefahren, um "mit schöngeistigen Verlegern" dort zu sprechen; Grass sei dort der einzige Autor gewesen; die Verleger seien bereit gewesen, den Aufruf zu unterstützen; Frage: Was sieht der Aufruf vor? Grass: Geht von einer lebensgefährlichen Bedrohung für Israel aus; von Syrien und Ägypten her werde zur "Vernichtung des israelischen Volkes" aufgerufen; dies gehe Deutschland und insbesondere die Jugend in Deutschland sehr an; man könne sich nicht neutral verhalten; man müsse sich dagegen verwehren, dass die DDR sich auf Seite der arabischen Staaten stelle und damit die Bevölkerung übergehe; in der Bundesrepublik sollte man seine Sympathien klar bekunden; in dem Aufruf werde die gesamte Bevölkerung zu direkter Hilfe aufgerufen; die militärische Abwehr sei für Israel eine große finanzielle Belastung, hinzu käme die Sperrung des Golfes; man müsse mit Geld helfen; die Deutsch-Israelische Gesellschaft hat ein Konto eröffnet für Spenden; man hoffe auf eine Hilfe, die nicht bloß symbolischen Charakter habe; Frage: Was wird mit dem Geld angefangen? Grass: Möchte nicht vorgreifen; man müsse die Verwendung des Geldes Israel überlassen; Frage: Woran arbeitet Grass derzeit literarisch? Grass: Erscheinen des Gedichtbandes "Ausgefragt"; lyrische Verarbeitung der politischen Erfahrung; Vorbereitungen zu größerer Prosa-Arbeit, "die auch mit Dialogen konkurriert", aber darüber ließe sich noch nichts genaues sagen.


Urtitel:
Interview Günter Grass zur Israelhilfe
Anfang/Ende:
Es nebelte stark…nichts Genaues sagen.
Genre/Inhalt:
Politik
Schlagworte:

Person:
Arndt, Adolf
Werke:
Ausgefragt
Sach:
Spende; Flugblatt; Aufruf
Geo:
Rheinland; Israel; Rhein; Düsseldorf; Ägypten; Syrien; Bonn; Frankfurt; DDR; Rheinland
Aufnahme:

Datum Erstsendung:
05.06.1967
Aufnahmeort:
Düsseldorf-Lohausen, Flughafen
Sprachen:
deutsch
Betriebsarten:
Mono
Original:

Analog/Digital:
reformatted digital
Datenformat:
VOB
Kopie:

Datenformat Sichtung:
MPEG 1
Datenformat Archiv:
AVI
Herkunft:

Sender / Institution:
Westdeutscher Rundfunk (Fernsehen)
Sendereihe:
Almanach der Woche: Hierzulande - Heutzutage
Archivnummer:
60-3156
Produktionsnummer:
Nicht genannt
Teilnehmende:

Person:
Grass, GünterGND (Mitwirkende(r))
Person:
Rohe, BernhardGND (Autor(in))
Anmerkung:
Kamera: Naumann, Rudolf

Zitieren

Zitierform:

Rohe, Bernhard: Interview Günter Grass zur Israelhilfe. Düsseldorf-Lohausen, Flughafen .

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