Logo der Günter Grass Stiftung Bremen

Webdatenbank

Medienarchiv

„Gestern wird sein, was morgen gewesen ist. Unsere Geschichten von heute müssen sich nicht jetzt zugetragen haben.“
Günter Grass, Das Treffen in Telgte (1979)
DB-Nummer: 1380
10.20379/dbaud-1380

Was wurde aus den privaten Spendengeldern des Entschädigungsfonds? (Telefongespräch) : Probleme mit der Auszahlung an die Zwangsarbeiter

Entschädigung der Zwangsarbeiter im Nationalsozialismus zieht sich hin; ob die Industrie bereits die zugesagten 5 Milliarden Mark schon gezahlt worden sind, ist ungewiss; die Stiftung "Bürgerspende" zur Zwangsarbeiterentschädigung wurde von Carola Stern, Günter Grass und Hartmut von Hentig gegründet. Grass im Telefoninterview zur Sitftung für Zwangsarbeiter F: Wieviel Geld ist 8 Monate nach dem Aufruf zusammengekommen? Grass: 4 Mio. Mark, meistens durch Kleinspenden. F: Wo landet das Geld? Konto des Entschädigungsfonds? Grass: Konto wurde angegeben, weil dort auch der "Apparat" ist; als Privatstifter schwierig auszumachen, wer die Entschädigungen konkret erhalten soll; Abkommen sei "trickreich von der Industrie eingefädelt" worden, so dass die Gelder der Sitftung nicht ausgezahlt werden können; Gelder noch gesperrt. F: Was haben Grass und die anderen Stifter jetzt vor? Grass: Bundestag, der das Gesetz verabschiedet hat, müsse aufgrund der Dringlichkeit einen Auszahlungsmodus finden. F: Hat man sich schon diesbezüglich an den Bundestag gewandt? Grass: Briefe an den Bundestagspräsidenten Thierse; keine festen Zusagen als Reaktion; "aberwitzige Diskussion" über Nationalstolz; tägliches Sterben der ausgebeuteten Menschen; wenigstens für dringlichste Fälle müsse ein Modus gefunden werden, um die Gelder auszuzahlen, die ihnen zustünden. F: Entschädigung für die Jahre kaum möglich; Grass: "Wert" liegt in Anerkennung der Verantwortung; es gehe nicht alleine um Schuld; auch Betriebe, die nach dem Krieg enstanden sind, würden in den Fond einzahlen; Unternehmer fühlten sich verantwortlich, nicht schuldig; so ginge es auch vielen jungen Menschen, die eine Mitverantwortung fühlten. F: Was hält Grass von Bestrebungen einiger Kommunen und der Kirchen zur direkten Entschädigung? Grass: einige Kirchen hätten auf das Konto der Stiftung überwiesen. F: Städte müssen mitentscheiden, wer Entschädigungen bekommt, obwohl es nur wenige Nachweise gäbe; Grass: Verteilung gehört mit dazu; Ausbeutung geht sogar in die katholische Kirche hinein. F: Was haben Grass und seine Mitstreiter jetzt vor? Grass: Keine andere Möglichkeit, als den Bundestag weiter zur Auszahlung zu drängen.


Urtitel:
Was wurde aus den privaten Spendengeldern der Initiative von Günter Grass und Co. für die ehemaligen ZwangsarbeiterInnen in Deutschland?
Anfang/Ende:
Die Entschädigung der…Ihnen. Dankeschön. Wiederhören.
Genre/Inhalt:
Politik
Historischer Kontext:

Debatte um Entschädigung von ehemaligen Zwangsarbeitern

Schlagworte:

Person:
Stern, CarolaGND; Hentig, Hartmut vonGND; Thierse, WolfgangGND
Sach:
Unternehmen; Stiftung; Kirche; Auszahlung; Konto; Fonds; Krieg; Entschädigung; Spende; Zwangsarbeiter; Bundestag
Aufnahme:

Aufnahmedatum:
22.03.2001
Datum Erstsendung:
22.03.2001
Aufnahmeort:
unbekannt
Sprachen:
deutsch
Original:

Analog/Digital:
born digital
Datenformat:
CD-A
Kopie:

Datenformat Sichtung:
MPEG 1
Datenformat Archiv:
WAV
Herkunft:

Sender / Institution:
Westdeutscher Rundfunk (WDR)
Sendereihe:
WDR 5: Neugier genügt. Freifläche 2
Archivnummer:
5105976
Teilnehmende:

Person:
Lemmen, ChristineGND (Interviewpartner)
Person:
Grass, GünterGND (Mitwirkende(r))
Person:
Hauschild, ThomasGND (Redaktion)

Zitieren

Zitierform:

Was wurde aus den privaten Spendengeldern der Initiative von Günter Grass und Co. für die ehemaligen ZwangsarbeiterInnen in Deutschland?. unbekannt .

Rechte

Nutzung und Vervielfältigung:
Alle Rechte vorbehalten

Export