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„Gestern wird sein, was morgen gewesen ist. Unsere Geschichten von heute müssen sich nicht jetzt zugetragen haben.“
Günter Grass, Das Treffen in Telgte (1979)
DB-Nummer: 1551

Schreiben bedeutet Gedächtnis zu bewahren : Zum 70. Geburtstag von Christa Wolf

Bartlick, Silke GND

- Neues Buch von Christa Wolf: "Hierzulande Andernorts" - Günter Grass ist als "ferner" Freund im geteilten Deutschland schon früh auf Christa Wolf aufmerksam geworden - O-Ton Grass: beginnend bei "Der geteilte Himmel" und auch im Bezug zu Uwe Johnson sei Christa Wolf aus der gesamtdeutschen Literatur nicht wegzudenken; dies mache ihre Bedeutung aus und betreffe nicht nur die Literatur, die Christa Wolf zu DDR-Zeiten geschreiben habe - Sowohl Grass als auch Wolf haben drei Epochen deutscher Geschichte erlebt: Nationalsozialismus, deutsche Teilung und Wiedervereinigung; beide haben Vergangenheit und Erinnerung immer wieder zum Thema ihrer Werke gemacht - O-Ton Christopf Hein: die Generation Grass/Wolf sei sehr von Krieg und Nachkriegszeit geprägt; - Biographische Daten zu Christa Wolf - O-Ton Grass: Wolf gehöre zu den wichtigen und "gewichtigen" Autoren in der deutschen Nachkriegsliteratur; die Zeit des Nationalsozialismus schlage sich nach wie vor in dieser Literatur nieder; um so überraschender sei die Rede von Martin Walser, der sich "ermüdet abwenden will"; die Generation von Wolf, Walser und Grass habe die Aufgabe, die jüngeren Generationen mit Wissen zu bereichern; dies geschehe in literarischer Form und nicht mit erhobenen Zeigefinger - Erinnerungsarbeit und Selbsterfahrung bzw. -befragung im Werk von Christa Wolf - O-Ton Christoph Hein zu "Kindheitsmuster" und der Wirkung des Buches - zum Inhalt von "Kindheitsmuster" - Zitat von Christa Wolf (kein O-Ton) zur Unmöglichkeit, den Faschismus zu "bewältigen" - Zu Christa Wolfs Auseinandersetzung mit der DDR, u.a. in ihrer Rede beim 11. Plenum des ZK der SED; O-Ton aus der Rede - Ausschnitt aus "Hierzulande Andernorts" - Verweis auf die Dokumentation "Akteneinsicht Christa Wolf. Zerrspiegel und Dialog.", die nach den heftigen Angriffen auf Christa Wolf jedoch kaum Beachtung fand; Christa Wolf sieht sich vor allem dem Vorwurf ausgesetzt, sich nicht deutlicher gegen das DDR-Regime gewendet zu haben - O-Ton Günter Grass: in dieser vermeintlichen Schwäche liege auch eine Stärke; Christa Wolf habe Mut bewiesen als offiziell bekannt sei; empörend sei die westdeutsche Haltung ihr gegenüber; nur Walter Jens und er, Günter Grass, hätten dagegen protestiert; bei der "Hexenjagd" gegen Christa Wolf habe neben der "Zeit" und der "FAZ" sogar die "taz" mitgemacht; dies sei ein "schmähliches Kapitel" in der deutschen Literaturgeschichte; bei der Zusammenführung der beiden deutschen PEN-Zirkel nach der für Grass missglückten Deutschen Einheit seien die "Schlammschlachten" weitergeführt worden; - O-Ton Christoph Hein: es sei nicht so sehr um Christa Wolf gegangen, sondern vielmehr eine "letzte Schlacht des Kalten Krieges" gewesen; - Zitat von Heinrich Böll über Christa Wolf; - Christoph Hein zu den Verletzungen, die Christa Wolf in der Debatte erlitten habe; - Auszug aus Christa Wolfs "Begegnungen Third Street"; - Erklärung in der "Zeit" im Juni 1993 von 174 nordamerikanischen Professoren, die sich gegen die Verunglimpfung von Christa Wolf aussprachen; - 1995: Christa Wolf veröffentlicht Teile ihres Briefwechsels mit Franz Fühmann; Zitat von Christa Wolf über diese Veröffentlichung; - O-Ton Grass zu Bedeutung des Briefwechsels Wolf-Fühmann: jeder, der Christa Wolf damals angegriffen habe, solle diesen Briefwechsel lesen, um die Oppositionsrolle von Christa Wolf im eigenen Lager zu begreifen; - O-Ton Christa Wolf: ist froh, die Oppositionsrolle nicht mehr übernehmen zu müssen; - O-Ton Grass: Wolf habe mit "Kassandra" und "Medea" in beiden Teilen Deutschlands Erfolg bei den Lesern gehabt; - Christa Wolf ist bei ihrem Anliegen geblieben, Machtstrukturen in der Gesellschaft freizulegen und die Rolle des Einzelnen in der Gesellschaft darzustellen; - Zitat aus "Hierzulande Andernorts"; - Geburtstagsglückwünsche von Christoph Hein.


Urtitel:
Schreiben bedeutet, Gedächtnis bewahren - Zum 70. Geburtstag der Schriftstellerin Christa Wolf
Anfang/Ende:
(Trailer, Anmoderation) Deutsche Welle. Kulturreport…hatte Gabriela Schaaf. (Abmoderation)
Genre/Inhalt:
Literatur
Historischer Kontext:

Christa Wolf wird 70 Jahre alt Debatte um Martin Walsers Paulskirchenrede 1998

Schlagworte:

Person:
Wolf, ChristaGND; Walser, MartinGND; Böll, HeinrichGND; Führmann, FranzGND; Johnson, UweGND
Werke:
Medea; Der geteilte Himmel; Kindheitsmuster; Kassandra; Hierzulande Andernorts; Moskauer Novelle; Kein Ort nirgends; Was bleibt; Begegnungen Third Street
Sach:
Generation; Nachkriegsliteratur; Opposition; Debatte
Geo:
DDR
Zeit:
Nachkriegszeit
Aufnahme:

Aufnahmedatum:
11.03.1999
Datum Erstsendung:
13.03.1999
Aufnahmeort:
unbekannt
Sprachen:
deutsch
Betriebsarten:
Stereo
Original:

Analog/Digital:
reformatted digital
Datenformat:
nicht zutreffend
Kopie:

Datenformat Sichtung:
mp3
Datenformat Archiv:
WAV
Herkunft:

Sender / Institution:
Deutsche Welle (DW)
Sendereihe:
3403859000 Tontr.-Verweisung: 1731778000
Archivnummer:
3403859000
Produktionsnummer:
168498
Teilnehmende:

Person:
Herzog, WernerGND (Interviewpartner)
Person:
Schaaf, GabrielaGND (Redaktion)
Person:
Hein, ChristophGND (Mitwirkende(r))
Person:
Bartlick, SilkeGND (Autor(in))
Person:
Grass, GünterGND (Mitwirkende(r))
Person:
Wolf, ChristaGND (Mitwirkende(r))
Person:
Fürstenau, Marcel (Sprecher(in))
Person:
Herzog, WernerGND (Sprecher(in))
Person:
Bartlick, SilkeGND (Sprecher(in))
Person:
Welke, DunjaGND (Sprecher(in))
Person:
Schaaf, GabrielaGND (Redaktion)
Anmerkung:
Dokument enthält Musik.

Zitieren

Zitierform:

Bartlick, Silke: Schreiben bedeutet, Gedächtnis bewahren - Zum 70. Geburtstag der Schriftstellerin Christa Wolf. unbekannt .

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