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„Gestern wird sein, was morgen gewesen ist. Unsere Geschichten von heute müssen sich nicht jetzt zugetragen haben.“
Günter Grass, Das Treffen in Telgte (1979)
DB-Nummer: 1572

Gratulationstour durch Stockholm : Nobelpreisträger Günter Grass im Goethe-Institut Stockholm

Im Mittelpunkt der Nobelpreisverleihung in Stockholm: Günter Grass; Grass erhält als erster Deutscher nach Heinrich Böll (nach dem Krieg) den Nobelpreis für Literatur, der mit 1,8 mio. Mark dotiert ist; Grass will das Preisgeld zur Förderung junger Schriftsteller und Grafiker in Polen und für die Sinti und Roma spenden; Gratulationstour durch Stockholm (u.a. beim Goethe-Institut und bei der Deutschen Botschaft); Signierstunde im Goethe Institut Klaus Helmut Ackermann (Deutscher Botschafter in Schweden): drückt seine Freude über die Ehrung von Grass aus; die Nobelstiftung habe einen würdigen Preisträger gefunden; Grass: zeigt sich gerührt; von 1961 an sei er freiberuflicher Mitarbeiter des Goethe-Instituts gewesen; dies sei die erste Veranstaltung in Anwesenheit des deutschen Botschafters; bei anderen Besuchen sei der Botschafter demonstrativ fern geblieben; eine Einladung des Botschafters zum Abendessen hat Grass abgelehnt; Grass: bei einem Besuch in Brüssel in den 80er Jahren mit Stefan Heym und einem Gespräch mit Heym über eine mögliche deutsche Einheit habe ein Botschafter im Publikum fleißig mitgeschriebenen; dieses Dossier sei ans Auswärtige Amt und auf den Schreibtisch von Joseph Strauß gekommen; darauf habe es Rückfragen gegeben, wie man den "Nestbeschmutzer" Grass weiter im Dienste des Goethe-Instituts beschäftigen könne; dies sei nun vorbei; die deutschen Gäste zeigen sich peinlich berührt, die Schweden amüsiert; Grass zeigt sich darauf noch einmal als im Ausland geschätzter politischer Schriftsteller und äußert sich zur Debatte über schwedische Neonazis; Grass: warnt davor, den Holocaust ausschließlich auf die jüdischen Opfer zu beziehen; dies führe zu einer Selektierung der Opfer und setze die Praxis des Selektierens fort; mit seinem Preisgeld will Grass seine drei Stiftungen unterstützen (deutscher Autorennachwuchs, junge polnische Künstler und Sinti/Roma); Grass wird zu seinen Beziehungen zu jungen Autoren gefragt; Grass: dem jungen Autoren fehlten Erfahrungen, die er in der Gruppe 47 gehabt habe; dort habe man Freunde und Feinde gefunden und es habe einen handfesten Streitpunkt, das Manuskript, gegeben; die jungen Autoren seien heutzutage vereinsamt und würden teilweise eingeschüchtert durch das Feuilleton und der Forderung nach Unterhaltung; Ute Grass zu den zahleichen Veranstaltungen rund um den Nobelpreis: "schön und anstrengend".


Urtitel:
Kulturreport (10.12.1999) - Ackermann, Helmut Klaus; Grass, Ute
Anfang/Ende:
(Anmoderation) Nobeltag in Stockholm…schön und anstrengend.
Genre/Inhalt:
Politik
Historischer Kontext:

Grass erhält den Nobelpreis für Literatur 1999

Schlagworte:

Person:
Heym, StefanGND; Böll, HeinrichGND
Sach:
Literaturnobelpreis; Gruppe 47; Ausland; Botschafter; Botschaft; Nobelpreis
Geo:
Polen; Schweden; Stockholm
Aufnahme:

Aufnahmedatum:
10.12.1999
Datum Erstsendung:
10.12.1999
Aufnahmeort:
Köln; Schweden, Stockholm (Goethe-Institut)
Sprachen:
deutsch
Betriebsarten:
Mono
Original:

Analog/Digital:
reformatted digital
Datenformat:
nicht zutreffend
Kopie:

Datenformat Sichtung:
mp3
Datenformat Archiv:
WAV
Herkunft:

Sender / Institution:
Deutsche Welle (DW)
Sendereihe:
Kulturreport
Archivnummer:
3404824000
Produktionsnummer:
225687
Teilnehmende:

Person:
Ackermann, Klaus (Mitwirkende(r))
Person:
Grass, GünterGND (Mitwirkende(r))
Person:
Grass, Ute (Mitwirkende(r))
Person:
Wegmeyer, Bernd (Sprecher(in))

Zitieren

Zitierform:

Kulturreport (10.12.1999) - Ackermann, Helmut Klaus; Grass, Ute. Köln; Schweden, Stockholm (Goethe-Institut) .

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