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Medienarchiv

„Gestern wird sein, was morgen gewesen ist. Unsere Geschichten von heute müssen sich nicht jetzt zugetragen haben.“
Günter Grass, Das Treffen in Telgte (1979)
DB-Nummer: 1583

Hörbare Literaturgeschichte der Bundesrepublik Deutschlands : Über die Enstehung des Medienarchivs der Günter Grass Stiftung

Telefoninterview mit Harro Zimmermann, Geschäftsführer der Günter Grass Stiftung Frage: Die Stadt Bremen, Radio Bremen und der Steidl Verlag haben sich zur Gründung der Günter Grass Stiftung zusammengetan; was soll erreicht werden? Zimmermann: Konzentration auf das audiovisuelle Werk von Günter Grass; kein Autor habe so in der Öffentlichkeit gestanden wie Günter Grass; wer sich mit Grass, der Literatur und Kultur der Bundesrepublik in den letzten 45 Jahren beschäftige, müsse dies auch im Hinblick auf das gesprochene Wort tun; die Verbindung aus Öffentlichkeit, Literatur und Politik sei einmalig; die Dokumente, die Grass in Fernsehen und Hörfunk hinterlassen habe, stellten eine Art hörbare Literatur- und Kulturgeschichte Deutschlands dar; Frage: Die Deutsche Welle hat in ihrem Archiv nachgesehen und 86 Dokumente zu und von Günter Grass gefunden; Ausschnitt Grass 1997 zum CDU-Parteitag in Leipzig: "neue Asoziale" in den Chefetagen der großen deutschen Firmen; Zimmermann: Grass müsse nicht immer Recht haben und erwarte dies auch nicht; er erwarte jedoch, dass man sich mit seinen Aussagen auseinandersetze; Grass sei als rechthaberisch verschrien, was er jedoch nicht sei; auch sein Werk sei viel konjunktivischer und diskursiver als es allgemein dargestellt werde; dies sei unter anderem Anregung, sich mit dem Werk auseinanderzusetzen; das audiovisuelle Werk müsse daher wissenschaftlich und auf technisch hohem Niveau behandelt und tradiert werden; Frage: Wer wird Zugriff auf die Datenbank haben? Zimmermann: Die Datenbank werde in Kürze in Bremen vorgestellt; in dieser seien bereits 500 Dokumente erfasst und beschrieben; die Datenbank habe den Vorteil, dass man ortsunabhängig zu Günter Grass arbeiten könne; dies könne jeder machen, es seien jedoch einzelnen Rechte-Probleme noch zu klären; das Archiv solle nicht nur für Wissenschaftler und wissenschafliche Institute zugänglich sein, es solle auch eine lebendige Auseinandersetzung stattfinden mit der deutschen und der bremischen Lesekultur; der anregende Autor Grass solle jedem zugänglich werden, auch dem normalen Grass-Leser; Frage: Was hält Grass selbst davon? Zimmermann: Grass habe mitgeholfen und das Vorhaben unterstützt, z.B. bei der Abstimmung mit dem Deutschen Literaturarchiv Marbach, der Akademie der Künste und dem Günter Grass Zentrum in Lübeck; man habe eine Kooperation vereinbart, die dem Bremer Archiv die Dokumentation der audiovisuellen Dokumente zusichere; somit spiele man eine eigene Rolle bei den Dokumentationszentren.


Urtitel:
52. Internationale Buchmesse in Frankfurt
Anfang/Ende:
Auch Doktor Harro…Vielen Dank. Danke auch.
Genre/Inhalt:
Kultur
Historischer Kontext:

Gründung der Günter Grass Stiftung Bremen

Schlagworte:

Person:
Zimmermann, HarroGND
Sach:
Literaturgeschichte; Öffentlichkeit; Archiv; Stiftung; Akademie; Datenbank; Kulturgeschichte; Hörfunk; Radio; Fernsehen
Geo:
Bremen; Lübeck
Aufnahme:

Aufnahmedatum:
18.10.2000
Datum Erstsendung:
18.10.2000
Aufnahmeort:
Frankfurt am Main
Sprachen:
deutsch
Betriebsarten:
Stereo
Original:

Analog/Digital:
born digital
Datenformat:
WAV
Kopie:

Datenformat Sichtung:
mp3
Datenformat Archiv:
WAV
Herkunft:

Sender / Institution:
Deutsche Welle (DW)
Sendereihe:
Kulturreport
Archivnummer:
3505301000
Produktionsnummer:
293378
Teilnehmende:

Person:
Zimmermann, HarroGND (Sprecher(in))
Person:
Erdenberger, Ralf (Interviewpartner)

Zitieren

Zitierform:

52. Internationale Buchmesse in Frankfurt. Frankfurt am Main .

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