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„Gestern wird sein, was morgen gewesen ist. Unsere Geschichten von heute müssen sich nicht jetzt zugetragen haben.“
Günter Grass, Das Treffen in Telgte (1979)
DB-Nummer: 1604

Über den Stand der Deutschen Einheit : Telefoninterview mit Friedrich Schorlemmer

Nach 12 Jahren Einheit immer noch eine Mauer in den Köpfen der Deutschen; schwierigere Arbeitsmarksituation in Ostdeutschland; Zusammengehörigkeitsgefühl durch Flutkatastrophe im Sommer 2002; die zentralen Feiern zum Tag der Deutschen Einheit finden in diesem Jahr in Berlin statt. Telefoninterview mit dem führeren Pfarrer und DDR-Bürgerrechtler Friedrich Schorlemmer: zur Wirkung der Flutkatastrophe auf das Klima zwischen Ost und West; gemeinsames Engagement und gegenseitige Hilfe; Schorlemmer hat das Gefühl, dass dieses Zusammengehörigkeitsgefühl die Flutkatastrophe überdauern wird; es dürfe jedoch nicht vergessen werden, dass das vereinigte Deutschland von zwei Vergangenheiten geprägt ist; dies beeinflusse die gegenwärtige Situation, und die Asymmetrien und Ungleichheiten zwischen Ost und West auszugleichen, bedürfe es noch ein weiteres Dutzend Jahre; die Defizite bei der Zusammengehörigkeit der ehemls getrennten deutschen Staaten sieht Schorlemmer u.a. darin, dass sich die Ostdeuschen für ihre Vergangenheit immer wieder rechtfertigen müssten; die Ostdeutschen würden von westlicher Seite als antiamerikanisch, innovationsarm, ausländerfeindlich, obrigkeitsgläubig oder risikoscheu gesehen; seriöse Institute kämen aber zu anderen Ergebnissen; für jüngere Generationen spiele der Ost-West-Gegensatz keine Rolle mehr; die letzten drei Bundespräsidenten würden die Deutsche Einheit sehr verkörpern und hinter ihr stehen, ebenso Sportler wie Franziska von Almsik oder Schriftsteller wie Günter de Bruyn oder Günter Grass; man solle das Trennende nicht betonen, aber auch nicht verschweigen; die SPD verdanke ihre Simmen der Abkehr von der PDS, die an der 5%-Hürde gescheitert war; Stoiber habe man offenbar nicht gewollt und die Wähler hätten gemerkt, dass sie ihre Stimmen dafür der SPD haben geben müssen; Schorlemmer fürchtet, dass die PDS aber "noch fehlen" werde; die Partei habe einen schwierigen Prozess der Selbstklärung vor sich; Schorlemmer würde es befürworten, wenn sich die Kommunisten in der PDS von der Partei abspalten würden.


Urtitel:
Wir sollten das Trennende nicht betonen, aber auch nicht verschweigen. Telefoninterview mit Friedrich Schorlemmer zum Stand der Deutschen Einheit
Anfang/Ende:
(Anmoderation) Der heutige dritte…Zuhause finden kann.
Genre/Inhalt:
Politik
Historischer Kontext:

3. Oktober 2002, Tag der Deutschen Einheit; Flutkatastrophe in Deutschland im Sommer 2002.

Schlagworte:

Person:
Herzog, RomanGND; Weizsäcker, Richard vonGND; Rau, JohannesGND; Stoiber, EdmundGND; de Bruyn, Günter
Sach:
SPD; Generation; PDS; Gegensatz; Flutkatastrophe; Ungleichheit; Vergangenheit; Einheit
Geo:
Berlin
Aufnahme:

Aufnahmedatum:
03.10.2002
Datum Erstsendung:
03.10.2002
Aufnahmeort:
Köln
Sprachen:
deutsch
Betriebsarten:
Stereo
Original:

Analog/Digital:
born digital
Datenformat:
WAV
Kopie:

Datenformat Sichtung:
mp3
Datenformat Archiv:
WAV
Herkunft:

Sender / Institution:
Deutsche Welle (DW)
Sendereihe:
Funkjournal
Archivnummer:
3520502000
Produktionsnummer:
43889905
Teilnehmende:

Person:
Schorlemmer, FriedrichGND (Sprecher(in))
Person:
Grunau, AndreasGND (Interviewpartner)
Person:
Grunau, AndreasGND (Sprecher(in))

Zitieren

Zitierform:

Wir sollten das Trennende nicht betonen, aber auch nicht verschweigen. Telefoninterview mit Friedrich Schorlemmer zum Stand der Deutschen Einheit. Köln .

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