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„Gestern wird sein, was morgen gewesen ist. Unsere Geschichten von heute müssen sich nicht jetzt zugetragen haben.“
Günter Grass, Das Treffen in Telgte (1979)
DB-Nummer: 1610

Ein lebenslustiger Pessimist

Garde, Barbara GND

Heinrich Böll soll zur Vergabe des Literaturnobelpreises 1972 an ihn gesagt haben: "Nur ich? Nicht auch Grass?"; Grass' Reaktion nach der Zuerkennung des Literaturnobelpreises 1999: "Böll wäre einverstanden gewesen."; Bundespräsident Johannes Rau würdigt Grass zu dessen 75. Geburtstag als "Bürger im besten republikanischen Sinne", Bundeskanzler Gerhard Schröder als "einen der größsten Schriftsteller unserer Zeit"; biographische Daten zu Günter Grass aus einer Selbstbeschreibung von Grass Anfang der 1960er Jahre; weitere (werk-)biographische Fakten; Grass als literarisches Vorbild für García Márquez, Gordimer oder Irving; Weltruhm durch "Die Blechtrommel"; Auszug aus einer Lesung (O-Ton Grass) aus der "Blechtrommel" (Anfang, von "Zugegeben, ich bin…" bis "…nicht durchschauen kann"; "Die Blechtrommel" und ihre autobiographischen Züge; nach dem Erfolg der "Danziger Trilogie" Essays, Reden, Prosa, Gedichte und Theaterstücke nah am politischen Geschehen; Engagement für Willy Brandt und Gerhard Schröder, politische Gegenerschaft und Konfrontation mit Franz Joseph Strauß und Edmund Stoiber; Eintreten für die Versöhnung mit Polen und gegen die Atom-Lobby; Einsatz für Länder der Dritten Welt und gegen Umweltzerstörung; Übersetzung von Grass' Werken in über 50 Sprachen; Liteaturnobelpreis 1999: in seiner Dankesrede zeichnet Grass das Bild des Schriftstellers nach, den er bereits in "Aus dem Tagebuch einer Schnecke" beschrieben hatte; O-Ton Grass: "Ein Schriftsteller, Kinder, ist jemand, der gegen die verstreichende Zeit schreibt."; Dichter als engagierter Zeitgenosse; ein wiederkehrendes Hauptthema von Grass: Zeit des Nationalsozialismus und Auswirkungen bis in die Gegenwart; Rückkehr zu diesem Thema im jüngsten Werk "Im Krebsgang"; Auszug aus einer Lesung (O-Ton Grass) aus "Im Krebsgang" von "Das nagt an…" bis "…Versäumnis sei bodenlos" (Anfang 5. Kapitel); Grass' Novelle über den Untergang der Wilhelm Gustloff und die neuen Formen von Rechtsradikalismus im Internet haben erneut Anstoß zu einer politischen Debatte gegeben; Grass nennt sich selbst einen "lebenslustigen Pessimisten".


Urtitel:
Kulturreport (16.10.2002)
Anfang/Ende:
(Anmoderation) Als Heinrich Böll…so einfach vorbei.
Genre/Inhalt:
Biographie
Historischer Kontext:

75. Geburstag von Günter Grass; Erscheinen von "Im Krebgsgang"; Debatte um deutsche Kriegsopfer, die durch "Im Krebsgang" angeregt wurde.

Schlagworte:

Person:
Böll, HeinrichGND; Garcia Marquez, GabrielGND; Gordimer, NadineGND; Irving, JohnGND
Werke:
Die Blechtrommel; Hundejahre; Katz und Maus; Im Krebsgang; Aus dem Tagebuch einer Schnecke
Sach:
Literaturnobelpreis; Engagement; Weltruhm; Internet; Nationalsozialismus; Rechtsradikalismus; Nobelpreis
Geo:
Polen
Zeit:
1972; 1960er Jahre; 1960er Jahre
Aufnahme:

Aufnahmedatum:
16.10.2002
Datum Erstsendung:
16.10.2002
Aufnahmeort:
Köln
Sprachen:
deutsch
Betriebsarten:
Stereo
Original:

Analog/Digital:
born digital
Datenformat:
WAV
Kopie:

Datenformat Sichtung:
mp3
Datenformat Archiv:
WAV
Herkunft:

Sender / Institution:
Deutsche Welle (DW)
Sendereihe:
Kulturreport
Archivnummer:
3521678000
Produktionsnummer:
439945
Teilnehmende:

Person:
Garde, BarbaraGND (Autor(in))
Person:
Rieger-Grossmann, Rotraut (Sprecher(in))
Person:
Hüster, PaulGND (Sprecher(in))
Person:
Grass, GünterGND (Sprecher(in))
Person:
Schmitz, GerdGND (Sprecher(in))

Zitieren

Zitierform:

Garde, Barbara: Kulturreport (16.10.2002). Köln .

Rechte

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