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„Gestern wird sein, was morgen gewesen ist. Unsere Geschichten von heute müssen sich nicht jetzt zugetragen haben.“
Günter Grass, Das Treffen in Telgte (1979)
DB-Nummer: 1638

Warum der PEN nicht unpolitisch ist : PEN-Kongress: Schreiben in friedloser Welt 2006

Frage: Distanz des PEN zur Tagespolitik vs. brennende weltpolitische Probleme? Strasser: eine Einmischung des PEN in die Weltpolitik sei zwar unvermeidlich, dabei müsse er sich aber von Parteipolitik fernhalten und tue dies auch; der Einsatz für die Freiheit des Wortes führe zu direkten Konflikten mit den Staaten und Gesellschaftsgruppen, die diese Freiheit nicht zuließen; daher könne der PEN gar nicht unpolitisch sein; Frage: Günter Grass hat bei der Eröffnung ein Plädoyer gegen die amerikanische Politik gehalten; bezieht der PEN explizit Stellung in dieser Frage? Strasser: hat beobachtet, dass nahezu alle PEN-Mitglieder hinter Grass stehen; anzustreben sei eine Weltordnung "unter der Herrschaft des Rechts"; dies werde von der US-Regierung, aber auch von der amerikanischen Bevölkerung völlig anders gesehen; Verständigung unter den Völkern könne so nicht hergestellt werden; eine breite Basis könne nur die UNO organisieren; Frage: regionale Konflike mit weltweiten Auswirkungen; widerstreitende regionale Interessen innerhalb des PEN? Strasser: der russische PEN sei in der Tschetschenienfrage auf "unserer Seite" und habe sich gegen Putins Politik und für kulturelle Autonomie ausgesprochen; in anderen Bereichen gebe es aber Konflikte; Zuhören sei in diesem Fall der einzige Weg, der zu Verständigung führen könne; Frage: Motto der Tagung "Schreiben in friedloser Welt"; persönliche Meinung von Strasser zur Frage, ob Autoren den Frieden in der Welt befördern können? Strasser: eine friedlose Welt habe es noch nie gegeben; es habe auch Autoren gegeben, die Kriegshetzer gewesen seien; andere Autoren hätten gegen den Krieg angeschrieben und seien damit wirkungslos geblieben; in der Menschheitsgeschichte habe sich aber noch nie etwas zum besseren gewendet, wenn man nicht über das Bestehende "hinausgeträumt" habe; die Visionen und Hoffnungen aufzugeben wäre "die größte Menschheitskatastrophe".


Urtitel:
Interview mit Johano Strasser, Präsident des deutschen PEN-Zentrums
Anfang/Ende:
Herr Strasser, zu…die größte Menschheitskatastophe.
Genre/Inhalt:
Politik
Historischer Kontext:

Grass hält zur Eröffnung des internationalen PEN-Kongresses am 23. Mai 2006 in Berlin die Rede "Schreiben in friedloser Welt" (WA 12 (2008), S. 719-729).

Schlagworte:

Person:
Putin, Vladimir Vladimirovič
Werke:
Schreiben in friedloser Welt
Sach:
UNO; Konflikt; Verständigung; Freiheit; Utopie; PEN; Kongress; Tagespolitik; Weltpolitik; Rede; Regierung
Geo:
USA; Russland; Tschetschenien
Aufnahme:

Aufnahmedatum:
26.05.2006
Datum Erstsendung:
26.05.2006
Aufnahmeort:
Berlin
Sprachen:
deutsch
Betriebsarten:
Stereo
Original:

Analog/Digital:
born digital
Datenformat:
WAV
Kopie:

Datenformat Sichtung:
mp3
Datenformat Archiv:
WAV
Herkunft:

Sender / Institution:
Deutsche Welle (DW)
Sendereihe:
Kultur Hintergrund
Archivnummer:
3577742000
Produktionsnummer:
699696
Teilnehmende:

Person:
Strasser, JohanoGND (Sprecher(in))
Person:
Bach, Aya (Interviewpartner)
Anmerkung:
Text in Ordner DB Texte: DB 1638

Zitieren

Zitierform:

Interview mit Johano Strasser, Präsident des deutschen PEN-Zentrums. Berlin .

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