Logo der Günter Grass Stiftung Bremen

Webdatenbank

Medienarchiv

„Gestern wird sein, was morgen gewesen ist. Unsere Geschichten von heute müssen sich nicht jetzt zugetragen haben.“
Günter Grass, Das Treffen in Telgte (1979)
DB-Nummer: 1846

Kommentar zu den Reaktionen auf das israelkritische Gedicht von Günter Grass

Nehls, Thomas GND

Kommentar von Thomas Nehls zu den Reaktionen auf das israelkritische Gedicht "Was gesagt werden muss" von Günter Grass Empörend und beängstigend seien nicht die Aussagen von Günter Grass, sondern die Reaktionen aus Berlin; dass Grass auch Kontrolle für die iranischen Atomanlagen fordere, werde kaum beachtet; die Verkennung von Ursache und Wirkung, die der CDU-Außenpolitiker Ruprecht Polenz sehe, könne man nicht sprechen; Grass betreibe keine aggressive Agitation bei seiner Warnung, dass Deutschland keine U-Boote an Israel liefern solle; ebenso nehme Grass nicht einseitig Partei, wenn er in ausdrücklicher Verbundenheit mit Israel vor dessen Erstschlag warne; die Grass-Gegner würden erzürnt reagieren und so, wie es Reinhold Robbe Grass nachsage: unwissend über die politischen Verhältnisse im Nahen Osten; die internationale Gemeinschaft hatte für den Nahen Osten schon in den 1990er Jahren eine nuklearwaffenfreie Zone gefordert - allerdings zu spät, da Israel zu diesem Zeitpunkt schon nuklear bewaffnet gewesen sei und den Nicht-Weiterverbreitungs-Vertrag für Atomwaffen nicht unterzeichnet habe; es sei legitim darüber nachzusinne, ob es ohne israelische Atomwaffen überhaupt zu einem Nuklearprogramm im Iran gekommen wäre; Hendryk M. Broder und Ralf Giordano seien nicht bereit, sich inhaltlich mit dem Gedicht auseinanderzusetzen; für deren Antisemitismus-Vorwürfe an Grass sei "Kopfschütteln zu kurz gegriffen"; "meinungspolizeiliche Maßnahmen" seien gerade in Deutschland zu vermeiden; über den Missbrauch der gelieferten U-Boote sei in der Weltpolitik viel zu lange geschwiegen worden; die bereits gelieferten drei U-Boote seien vermutlich längst mit atomaren Sprengköpfen ausgerüstet worden; man müsse das Grass-Gedicht richtig lesen und nicht als Vorlage für Unterstellungen missbrauchen; für Grass müsse man den Friedensnobelpreis in Erwägung ziehen; in Deutschland dürfe man diesen Vorschlag gegenwärtig jedoch wohl nicht äußern.


Urtitel:
Grass und Israel
Anfang/Ende:
Empörend, ja beängstigend…für möglich halten.
Genre/Inhalt:
Literaturkritik
Historischer Kontext:

Veröffentlichung des Gedichts "Was gesagt werden muss" und anschließende Debatte um die Israel-Kritik von Günter Grass

Schlagworte:

Person:
Robbe, ReinholdGND; Broder, Hendryk M.GND; Giordano, RalphGND; Polenz, RuprechtGND
Werke:
Was gesagt werden muss
Sach:
Antisemitismus; Gedicht; Atomprogramm; U-Boot
Geo:
Naher Osten; Israel; Iran
Zeit:
1990er Jahre
Aufnahme:

Datum Erstsendung:
04.04.2012
Aufnahmeort:
unbekannt
Sprachen:
deutsch
Betriebsarten:
Mono
Original:

Analog/Digital:
born digital
Datenformat:
mp3
Kopie:

Datenformat Sichtung:
nicht zutreffend
Datenformat Archiv:
nicht zutreffend
Herkunft:

Sender / Institution:
ARD
Sender / Institution:
Westdeutscher Rundfunk (WDR)
Sendereihe:
Tagesschau: Kommentar
Teilnehmende:

Person:
Nehls, ThomasGND (Autor(in))
Person:
Nehls, ThomasGND (Sprecher(in))
Anmerkung:
Kommentar wurde ursprünglich beim WDR für die Tagesschau produziert. Am 4.4 2012 auch bei Radio Bremen Nordwestradio gesendet, sowie beim WDR 5 am 5.04.2012 im Morgenecho.

Zitieren

Zitierform:

Nehls, Thomas: Grass und Israel. unbekannt .

Rechte

Nutzung und Vervielfältigung:
Alle Rechte vorbehalten

Export