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„Gestern wird sein, was morgen gewesen ist. Unsere Geschichten von heute müssen sich nicht jetzt zugetragen haben.“
Günter Grass, Das Treffen in Telgte (1979)
DB-Nummer: 1855

O-Ton Collage und Telefoninterview mit dem ARD-Chefredakteur zum israelkritischen Gedicht : O-Ton Collage und Telefoninterview

O-Ton Grass (Auszug aus einem ARD-Interview): Es sei damit zu rechnen gewesen, dass es zu einer Debatte komme; dies habe er sogar gehofft; was er jetzt erlebe, komme ihm aber wie eine gleichgeschaltete Presse vor, Gegenstimmen würden nicht vorkommen; er erhalte zustimmende eMails, die aber nicht an die Öffentlichkeit gelangen würden. Verschiedene Medienstimmen aus Nachrichten und Kommentaren Interview mit dem ARD-Chefredakteuer Dr. Kai Gniffke Frage: Wie erklärt sich die starke mediale Beachtung des Gedichtes? Gniffke: Grass habe eine besondere Rolle als Nobelpreisträger; außerdem liefere er einen Beitrag zu einer aktuellen, außenpolitischen Diskussion; auch durch die heftigen Reaktionen sei das Gedicht schnell zum Nachrichtenthema geworden. Frage: ARD und ZDF haben "Erklärinterviews" nachgelegt, Grass hat zwar mit Reaktionen, nicht aber mit dieser Heftigkeit gerechntet; Kunst und Literatur leben aber von Vieldeutigkeit - sind Nachrichtensendungen die richtige Plattform für derartige Äußerungen? Gniffke: In Nachrichten würden politische Diskussionen abgebildet; Grass habe die Reaktion provoziert und selbst behauptet, er habe ein Tabu gebrochen; Grass' Gedicht zeige aber eine normale politische Haltung, die man auch in Leitartikeln lesen könne; von einem Tabubruch zu sprechen, komme eher einem gewissen Realitätsverlust gleich; Grass versuche sich als Märtyrer und Held zu inszenieren. Frage: In den Medien wird die Ablehnung stärker gespiegelt als die Zustimmung, weswegen Grass von gleichgeschalteter Presse spricht; wie erklärt sich Gniffke das unausgewogene Verhältnis? Gniffke: Das Verhältnis sei ausgewogen abgebildet worden, die Ablehnung sei sehr einhellig; von Gleichschaltung könne man im Fall der deutschen Presse nicht sprechen; die einstimmige Ablehung sei nicht verwunderlich; im Tagesthemen-Interview sei man sehr fair mit Grass umgegangen. Frage: Die Debatte hat sich etwas beruhigt - ist aus dem Sturm der Entrüstung ein Sturm im Wasserglas geworden? Gniffke: Die Diskussion sei rasch und heftig gekommen, aber auch schnell wieder beendet worden; über den israelisch-iranischen Konflikt könne man weiter diskutieren; die Diskussion über einen Schriftsteller, der sich selbst inszeniere, sei aber zu Recht beendet.


Urtitel:
Günter Grass - gleichgeschaltete Presse
Anfang/Ende:
Es war schon…unter Tagesschau.de (Abmoderation)
Genre/Inhalt:
Literaturkritik
Historischer Kontext:

Veröffentlichung des Gedichts "Was gesagt werden muss" und anschließende Debatte um die Israel-Kritik von Günter Grass.

Schlagworte:

Werke:
Was gesagt werden muss
Sach:
Medien; Gedicht; Gleichschaltung; Debatte
Geo:
Israel; Iran
Aufnahme:

Datum Erstsendung:
07.04.2012
Aufnahmeort:
unbekannt
Sprachen:
deutsch
Betriebsarten:
Mono
Original:

Analog/Digital:
born digital
Datenformat:
mp3
Kopie:

Datenformat Sichtung:
mp3
Datenformat Archiv:
WAV
Herkunft:

Sender / Institution:
Rundfunk Berlin Brandenburg (RBB)
Sendereihe:
RBB Radioeins - Medienmagazin
Teilnehmende:

Person:
Wagner, JörgGND (Interviewpartner)
Person:
Grass, GünterGND (Mitwirkende(r))
Person:
Gniffke, KaiGND (Sprecher(in))
Person:
unbekannt, (Mitwirkende(r))

Zitieren

Zitierform:

Günter Grass - gleichgeschaltete Presse. unbekannt .

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