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„Gestern wird sein, was morgen gewesen ist. Unsere Geschichten von heute müssen sich nicht jetzt zugetragen haben.“
Günter Grass, Das Treffen in Telgte (1979)
DB-Nummer: 2043

Über die große Koalition, Camus und eigene Irrtümer


Urtitel:
Günter Grass im Interview: Was man von Camus lernen kann
Anfang/Ende:
(MUSIK) Wenn ein Erzähler…im Steidl Verlag vor (MUSIK).
Genre/Inhalt:
Biographie
Historischer Kontext:

Im Interview mit Denis Scheck sagt Günter Grass unter anderem Folgendes: "Ich hoffe, dass die Mitglieder der SPD – falls es zu einer Übereinkunft zwischen SPD und CDU kommt – 'Nein' dazu sagen. Eine solche Übermacht einer großen Koalition verträgt unsere Demokratie nicht. Man sollte die CDU/CSU auffordern, eine Minderheitsregierung zu bilden. Das gibt es in anderen Ländern auch. Wir haben erlebt, dass in wichtigen Fragen wie der Europapolitik die Opposition (damals noch SPD und Grüne) mit der CDU gegen die FDP gestimmt hat. Es ist ein Sicherheitsmoment vorhanden, da die SPD und auch die Grünen nicht darauf setzen werden, eine solche Minderheitsregierung auf jeden Fall zu Fall zu bringen." Aus tagesaktuellem Anlass spricht Günter Grass außerdem über seinen Nobelpreiskollegen Albert Camus und das, was von Camus gelernt werden kann: seine Haltung, der lange Atem im Widerstand gegen Ausbeutung, Zerstörung und Hass. Grass bekennt eigene Irrtümer und dass ihm die Angriffe wegen seines Gedichts "Was gesagt werden muss" stärker zugesetzt hätten, als er das für möglich gehalten habe. Gleichzeitig zeigt er sich verwundert, in hohem Alter noch einmal so sehr zur Zielschiebe von blankem Hass zu werden. Der Literaturnobelpreisträger sieht sich als eine Art Stellvertreter der Kriegsgeneration: "Ich habe diesen Krieg als 17-Jähriger nur zufällig überlebt. Ich habe erlebt, wie Gleichaltrige in diesen Wochen vor Kriegsende dahingemäht wurden, zerfetzt wurden. Sie hatten alle keine Chance, ihr Leben zu leben. Das ist mir beim Schreiben oft bewusst, dass ich – auch wenn es ein großes Wort ist – stellvertretend für viele schreibe, die nicht dazu gekommen sind, in Friedenszeiten ein Leben zu Ende zu leben." Auf die Frage nach seinem Gesundheitszustand gesteht der 86-Jährige, der gerade erst von einer schweren Krankheit genesen ist: "Man ist für jedes Frühjahr, das man noch erlebt, dankbar und hofft darauf." Quelle: http://www.daserste.de/information/wissen-kultur/druckfrisch/sendung/24112013-guenter-grass-100.html

Schlagworte:

Person:
Camus, AlbertGND; Paul, Jean
Aufnahme:

Datum Erstsendung:
24.11.2013
Aufnahmeort:
Behlendorf
Sprachen:
deutsch
Original:

Analog/Digital:
born digital
Datenformat:
MPEG 4
Kopie:

Datenformat Sichtung:
MPEG 1
Datenformat Archiv:
AVI
Herkunft:

Sender / Institution:
Mitteldeutscher Rundfunk (MDR)
Sender / Institution:
ARD
Sendereihe:
Druckfrisch
Teilnehmende:

Person:
Grass, GünterGND (Sprecher(in))
Person:
Scheck, DenisGND (Interviewpartner)
Person:
Ammer, AdreasGND (Regie)
Person:
Scheck, DenisGND (Redaktion)
Person:
Bungartz Christoph, GND (Redaktion)
Person:
Hensel, KlausGND (Redaktion)
Person:
Kratzert, ArminGND (Redaktion)
Person:
Morgenthaler, Matthias (Redaktion)
Person:
Schettler, SusanneGND (Redaktion)
Anmerkung:
Auzug des Interviews wurde auch am 29.11. 2013 im Deutschlandfunk "Büchermarkt" gesendet (Audio liegt noch nicht vor) Enthält Musik.

Zitieren

Zitierform:

Günter Grass im Interview: Was man von Camus lernen kann. Behlendorf .

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